Eilantrag wegen angeblicher Wahlmanipulation Die Richterin, die Trump die Grenzen aufzeigt

Im US-Bundesstaat Nevada soll es schwere Wahlmanipulationen gegeben haben. Das jedenfalls sieht Präsidentschaftskandidat Donald Trump so. Doch seinen Eilantrag weist eine Richterin auf bemerkenswerte Art zurück.

Richterin Gloria J. Sturman weist den Anwalt von Donald Trump zurecht.

Richterin Gloria J. Sturman aus Clark County in Nevada ist eine resolute Frau, und jetzt auch ein Internetstar. „Haben Sie schon mal Twitter gesehen? Oder TV-Shows? Es gibt Trolle im Internet“, kanzelte sie ruhig, aber sehr bestimmt, einen verdatterten Anwalt des Trump-Teams in ihrem Gerichtssaal ab, „die solche Informationen bekommen und dann Menschen schikanieren, die nichts anderes machen, als ihren Mitbürgern helfen zur Wahl zu gehen. Warum soll ich eine Verfügung ausstellen, um die Namen von Menschen öffentlich zu machen, die nur ihre öffentliche Pflicht erfüllen?“ Das Video ist bereits ein viraler Hit.

Die wichtigsten Stationen im Leben des Donald Trump
1946Geboren am 14. Juni als viertes von fünf Kindern von Mary und Frederick C. Trump (links): Donald Trump ist der Sohn deutscher Einwanderer und erfolgreicher Immobilienunternehmer. Quelle: AP
1959-1964Schüler der New York Military Academy. Quelle: AP
1964-1966Studium der Wirtschaftswissenschaften an der Fordham University in New York. 1966-1968Studium der Wirtschaftswissenschaften an der Wharton Business School in Philadelphia (im Bild). Quelle: Wharton School
1968Eintritt ins Familienunternehmen "Elizabeth Trump & Son", Bauträger und Immobilien. 1971Übernahme des Unternehmens vom Vater. Quelle: AP
ab 1974Investitionen in Hotels, Casinos und Luxus-Apartment-Gebäude; Rechte an Miss-Wahlen, mehrere Biografien, eigene Möbel- und Modemarken. Quelle: AP
1977Hochzeit mit dem Model Ivana Marie Zelnickova und Geburt von Sohn Donald Jr. (im Bild). Quelle: AP
1981Geburt von Tochter Ivanka. Quelle: AP

Der Anwalt hatte zuvor die Namen der ehrenamtlichen Wahlhelfer verlangt, die am vergangenen Freitag entschieden hatten, eine Wahlstation in einem Supermarkt nach der offiziellen Schlusszeit um 20 Uhr offen zu halten, damit mehrere hundert Menschen, die seit Stunden in einer langen Schlange gewartet hatten, noch ihre Stimme abgeben konnten. Nachdem der Supermarkt – ausgerechnet ein mexikanischer – dann um 22 Uhr geschlossen hatte, hatte ein aufgebrachter „Wahlbeobachter“ des Donald-Trump-Teams berichtet, habe man sogar noch die Menschen, die im Laden waren, wählen lassen.

Deshalb schritt das juristische Team des Republikaners sofort in Aktion und verlangte die Namen der Mitarbeiter und ein Aussortieren der Wahlurnen des mexikanischen Supermarktes. So sollten die dort abgegebenen Stimmen ungültig gemacht werden können, falls die Wahlprozeduren für illegal erklärt würden. Völlig unmöglich, klärte die Richterin die Anwälte auf. Das Wahlsystem sei nun mal so angelegt, dass man geheim wähle.

Am Ende wurden alle Anträge abgeschmettert, nicht zuletzt weil offenbar auch grobe Verfahrensfehler vorgelegen hatten, wie die Nachrichtenagentur Bloomberg berichtet. Und die Richterin erteilte den Trump-Vertretern einmal mehr eine Standpauke in Demokratie und stellte zugleich die Ernsthaftigkeit der Vorwürfe infrage.

Die Sache war über das Wochenende eskaliert, als Trump wütete, die Demokraten hätten Wähler noch mit Bussen zu dem geöffneten Wahlstandort gefahren. Der Vorsitzende der republikanischen Partei Nevadas wurde noch deutlicher. Laut „TheDailyBeast“ wurde der vorwiegend von Mexikanern frequentierte Supermarkt nur offengehalten, damit „eine bestimmte Gruppe“ noch wählen gehen konnte.

Den Ansturm auf die Wahllokale schreibt sich aber die lokale Culinary Union Local 226 auf die Fahnen, in der viele der mexikanischen Arbeiter organisiert sind, die in Restaurants oder anderen Betrieben der Gastronomiewirtschaft arbeiten, nicht selten zu Mindestlöhnen. Viele können es sich nicht leisten, einen Arbeitstag ausfallen zu lassen und so mancher Arbeitgeber gibt zu Wahltagen grundsätzlich keine freien Tage. Also bleibt nur der späte Abend. Und die Gewerkschaft hat nicht lockergelassen, ihre Mitglieder zur Wahl zu drängen.

Über Monate hinweg baute Donald Trump höchstpersönlich die Kulisse einer zu seinen Ungunsten manipulierten Wahl auf, spricht von Betrug. Er sorgte für einen öffentlichen Aufschrei, als er in der letzten Kandidaten-Debatte erklärte, er halte es sich offen, das Wahlergebnis bei einer Niederlagen anzufechten.

Vatikan betet für Erleuchtung Trumps
UN-Generalsekretär Ban Ki Moon „Nach einem hart umkämpften und oft spaltenden Wahlkampf lohnt es, daran zu erinnern und sich neu bewusst zu machen, dass die Einigkeit in Vielfalt in den Vereinigten Staaten eine der größten Stärken des Landes ist“, sagte Ban laut Mitteilung am Mittwoch in New York. „Ich rufe alle Amerikaner dazu auf, diesem Geist treu zu bleiben.“ Die Vereinten Nationen erwarteten von den USA, dass sie sich auch weiterhin an internationale Kooperationen halten und unter anderem den Kampf gegen den Klimawandel und die Stärkung der Menschenrechte vorantreiben. Ban bedankte sich auch bei der unterlegenen Präsidentschaftsbewerberin Hillary Clinton. „Sie ist ein mächtiges Symbol für Gleichberechtigung von Frauen und ich habe keinen Zweifel, dass sie weiterhin zu unserer Arbeit weltweit beitragen wird.“ Quelle: REUTERS
Mexikos Präsident Enrique Peña Nieto„Mexiko und die USA sind Freunde, Partner und Verbündete, die weiterhin zusammenarbeiten sollten für die Wettbewerbsfähigkeit und die Entwicklung von Nordamerika“, schrieb Nieto am Mittwoch auf Twitter. „Ich vertraue darauf, dass Mexiko und die USA ihre Beziehungen in Kooperation und gegenseitigem Respekt weiter ausbauen.“ Quelle: REUTERS
Kanadas Premierminister Justin Trudeau Quelle: REUTERS
Chinas Präsident Xi Jinping Quelle: AP
Russlands Präsident Vladimir Putin Quelle: REUTERS
Bundespräsident Joachim Gauck Quelle: dpa
Bundeskanzlerin Angela Merkel, CDU Quelle: REUTERS
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