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Einkaufsmanagerindex Umfrage: Deutsche Konjunktur nimmt überraschend an Fahrt auf

Der Einkaufsmanagerindex für die Privatwirtschaft hat im November trotz Lieferprobleme und Inflation zugelegt. Auch die Euro-Konjunktur zieht an.

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Vor allem die deutsche Autoindustrie kämpft derzeit mit Materialengpässen. Quelle: dpa

Die deutsche Wirtschaft hat trotz anhaltender Lieferprobleme und hoher Inflation im November überraschend an Tempo zugelegt. Der Einkaufsmanagerindex für die Privatwirtschaft stieg um 0,8 Punkte auf 52,8 Zähler, wie das Institut IHS Markit am Dienstag zu seiner monatlichen Umfrage unter Hunderten Unternehmen aus Industrie und Dienstleistungssektor mitteilte. Dies ist der erste Anstieg nach drei Rückgängen.

Von Reuters befragte Ökonomen hatten hingegen einen Rückgang auf 51,0 Punkte erwartet. Das Barometer hält sich damit weiter über der Wachstumsschwelle von 50 Zählern. Allerdings fiel das Auftragsplus so schwach aus wie zuletzt im Februar und das Neugeschäft im Export blieb eher verhalten.

„Materialengpässe, höhere Energie- und Lohnkosten, Preiserhöhungen bei Zulieferern und Logistikprobleme führten im November zu einer noch nie dagewesenen Kosteninflation“, sagte IHS-Markit-Ökonom Lewis Cooper. Als Folge davon hoben die Firmen ihre eigenen Preise mit Rekordrate an.

Dies wirkte sich wiederum im November auf die Geschäftsaussichten aus. „Die fielen so wenig optimistisch aus wie seit über einem Jahr nicht mehr, da viele Unternehmen Sorgen hinsichtlich der Pandemie, den Lieferproblemen und dem Preisdruck äußerten.“

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    Das Barometer für die Industrie sank zwar zum Oktober leicht um 0,2 auf 57,6 Zähler, hielt sich damit aber besser als von Fachleuten erwartet. Bei den Dienstleistern ging das Barometer um einen Punkt nach oben auf 53,4 Zähler, während Experten einen weiteren Rückgang erwartet hatten.

    Auch Euro-Konjunktur zieht an

    Auch die Wirtschaft in der gesamten Euro-Zone legte im November überraschend zu. Der Einkaufsmanagerindex für die Privatwirtschaft stieg überraschend um 1,6 auf 55,8 Punkte, wie IHS Markit mitteilte. Ökonomen hingegen hatten mit einem Rückgang auf 53,2 Zähler gerechnet.

    Trotz der unerwartet guten Daten im November scheine es unvermeidlich, „dass die Eurozone im vierten Quartal 2021 einen Knick beim Wachstum verzeichnen wird“, sagte IHS Markit-Chefvolkswirt Chris Williamson.

    Das Barometer allein für die Dienstleister stieg im November um zwei Zähler auf 56,6 Punkte. Der Industrie-Index kletterte um 0,3 auf 58,6 Zähler.

    Mehr: Wieland fordert geldpolitische Wende der EZB: „Allgemeines Preisniveau steigt“ – Fratzscher: „So einfach ist es nicht

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