Emotionale Ansteckung Was Chefs von Katzenvideos lernen können

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Führungskräfte sollten sich „in Stimmung bringen“


Kommen wir zu den Katzenvideos* aus dem Titel dieses Beitrags. Natürlich möchte ich niemandem zumuten, sich Kurzfilme possierlicher Stubentiger anzuschauen, wenn man diese nicht ausstehen kann (was ich als „Papa“ eines Britisch-Kurzhaar-Geschwisterpaares allerdings kaum nachvollziehen kann). Vielmehr geht es um einen Akt der Selbstführung, konkret: den Prozess, den Psychologen aktives Emotionsmanagement nennen.

Die vorherigen Abschnitte verdeutlichen, dass es zu den Pflichten einer Führungspersönlichkeit gehört, das emotionale Klima der Mitarbeiter zielführend zu beeinflussen. Dieses wiederum fängt mit der Beeinflussung der eigenen Emotionen an. Denn: Es ist nachweislich nicht egal, in welcher emotionalen Verfassung Menschen an eine Aufgabe herangehen – gute Laune macht nämlich das Denken weit.

Barbara Fredrickson von der University of North Carolina hat sich um die Jahrtausendwende einer Frage angenommen, die Psychologen früherer Generationen offenbar zu profan erschien: Wozu sind positive Emotionen gut? Wozu ist es gut, sich gut zu fühlen? Jeder von uns weiß, dass es sich gut anfühlt, glücklich, gelöst oder zufrieden zu sein. Das allein ist aber noch kein evolutionärer Nutzen. Dem Leben ist es recht gleichgültig, wie wir uns fühlen. Die entscheidende Frage lautet: Inwiefern ist es adaptiv, positive Gefühle zu empfinden?

Fredricksons Antwort formulierte sie in der „Broaden-and-Build-Theory-of-Positive-Emotions“: Positive Gefühle erweitern nachweislich unseren mentalen und verhaltensbezogenen Möglichkeitsraum. Während Gefühle im negativen Spektrum, beispielsweise Angst und Trauer, einen zurückziehenden, schützenden Charakter haben, dienen positive Gefühle der Ermutigung zum Spiel, der Exploration und Adaption. Wenn wir kreativ und zukunftsgerichtet agieren wollen (beispielsweise im Kontext von Brainstormings und Strategiemeetings) – wenn wir Neues in die Welt bringen möchten: Dann ist es hochgradig sinnvoll, wenn wir uns rechtzeitig aktiv in eine positive Grundstimmung bringen.

Legen Sie sich ein „positives Portfolio“ an

Es geht hier also definitiv nicht um Katzenvideos per se. Stattdessen sollten Führungskräfte lernen, welche Kurzinterventionen ihnen dabei helfen, schnell (wieder) in eine neutral-positive Grundstimmung zu kommen. Das Handy, welches wir heute immer in der Tasche haben, kann hier ein wertvolles Hilfsmittel sein. Möglicherweise erfreut sich der geneigte Leser nicht an Katzen, die sich vor Gurken erschrecken.

Vielleicht sind es stattdessen Fotos oder Videos der eigenen Kinder, Urlaubserinnerungen, von mir aus die sieben Tore gegen Brasilien bei der Fußballweltmeisterschaft 2014 im Schnelldurchlauf. Die Möglichkeiten sind grenzenlos.

Ich empfehle Ihnen, ein sogenanntes positives Portfolio anzulegen. Das ist ein virtuelles Album, welches Bilder, Videos oder Dokumente enthält, die verlässlich positive Emotionen bei Ihnen hervorrufen. Ich versprechen Ihnen: Sie werden es nicht bereuen – und Ihre Mitarbeiter und Kollegen ebenso wenig.

*Es gibt übrigens tatsächlich Forschung zur Wirkung von Katzenvideos: Wissenschaftler an der Indiana University haben rund 7.000 Menschen zu ihrer Nutzung von Katzenvideos befragt. Das Ergebnis: Die Menschen fühlten sich nach der Betrachtung besser gelaunt und hatten mehr Energie. Gleichzeitig waren sie weniger gestresst, genervt oder traurig. Wer kann dazu nein sagen?

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