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Enegeriekonzern Uniper-Mutter Fortum treibt Ökokurs voran

Es sei klar, dass die konventionelle Stromerzeugung zurückgehe, sagt Fortum-Chef Rauramo. Dabei hat Fortum auch die russischen Kohlekraftwerke der Düsseldorfer Tochter im Blick.

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Uniper betreibt in Russland über die Tochter Unipro fünf Kohle- und Gaskraftwerke, die nach eigenen Angaben rund fünf Prozent des gesamten Strombedarfs des Landes decken. Quelle: Reuters

Der finnische Energiekonzern Fortum will sein Geschäft noch stärker auf den Klimaschutz ausrichten und hat dabei auch die russischen Kohlekraftwerke der Düsseldorfer Tochter Uniper im Blick. Es sei klar, dass Fortum mit der Zeit die Aktivitäten auch in Russland in diese Richtung ausbaue und die konventionelle Stromerzeugung zurückgehe, sagte Fortum-Chef Markus Rauramo in einem am Freitag veröffentlichten Interview der Nachrichtenagentur Reuters. Die konventionellen Kraftwerke von Fortum und Uniper in Russland seien sehr effizient und ihr CO2-Ausstoß niedrig. Natürlich seien sie für den Markt attraktiv. Es gebe auch Interesse. Eine neue strategische Entscheidung zu den Anlagen gebe es aber nicht.

In den vergangenen Monaten hatte es immer wieder Spekulationen gegeben, dass Fortum die Kohlekraftwerke und die Beteiligung an der russischen Uniper-Tochter Unipro abstoßen wolle. Uniper betreibt in Russland über die Tochter Unipro fünf Kohle- und Gaskraftwerke, die nach eigenen Angaben rund fünf Prozent des gesamten Strombedarfs des Landes decken. Der Finanzinvestor Odey Asset Management hatte sich gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters für eine Übernahme der russischen Stromaktivitäten von Uniper und Fortum durch den Versorger Inter RAO stark gemacht.

Milliarden-Investitionen in Wind und Solar

Fortum hatte Uniper nach erbitterten Widerstand übernommen und hält nach letzten Angaben rund 76 Prozent an der ehemaligen E.ON-Kraftwerkstochter. Ende dieses Jahres läuft die Zusage der Finnen aus, keinen Gewinnabführungs- und Beherrschungsvertrag anzustreben. In der Zwischenzeit kann Fortum weitere Uniper-Anteile erwerben, ohne dies öffentlich melden zu müssen. Die Finnen könnten auch versuchen, die Minderheitsaktionäre im Zuge eines Squeeze-out gegen Abfindung aus dem Konzern zu drängen. Rauramo will sich dazu nicht in die Karten schauen lassen. Natürlich gebe es Dinge, die man ohne eine Beteiligung von 100 Prozent nicht erreichen könne. Es gebe aber auch viele Dinge, die trotzdem möglich seien.

Fortum will bis 2025 rund drei Milliarden Euro in Wachstumsgeschäfte investieren. Mehr als die Hälfte davon sollen in den Ausbau der Solar- und Windenergie fließen. Durch Beteiligungsverkäufe könne sich diese Summe noch erhöhen, sagte Rauramo. Fortum habe eine lange Erfahrung damit, Beteiligungen besser aufzustellen und dann zu verkaufen. Dadurch lasse sich mehr Spielraum für Investitionen gewinnen.

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