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Energiebranche Windanlagenbauer Senvion muss um Finanzierung bangen

Schrumpfende Auftragseingänge und ein schwacher Ausblick setzen den deutschen Windanlagenbauer Senvion zunehmend unter Druck.

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Das Unternehmen hatte kürzlich die Umsatz- und Gewinnerwartungen für 2018 zurückgenommen. Quelle: dpa

München Der Hamburger Windanlagenbauer Senvion steht nach einem enttäuschenden Geschäftsjahr finanziell unter Druck. Mit einem Sanierungsgutachten soll nun geklärt werden, ob das Unternehmen auf Dauer überhaupt überlebensfähig ist, wie Senvion am Wochenende mitteilte. Dessen Ergebnisse sollen nicht vor April vorliegen.

So lange könne Senvion auch den Jahresabschluss nicht vorlegen. Das Unternehmen, das seit vier Jahren mehrheitlich dem Hedgefonds Centerbridge gehört, hatte vor kurzem die Umsatz- und Gewinnerwartungen für 2018 zurückgenommen: Wegen Verzögerungen bei der Installation neuer Windanlagen lag der Umsatz nur bei 1,45 Milliarden statt der erhofften 1,6 Milliarden Euro. Der bereinigte operative Gewinn (Ebitda) betrug 2018 nur gut 40 Millionen statt der eingeplanten 80 Millionen Euro.

Der neue Vorstand um den ehemaligen GE-Manager Yves Rannou führe derzeit „mit dem Hauptaktionär, Kreditgebern und anderen Finanzierungsquellen Gespräche, um die Finanzierung der Gesellschaft sicherzustellen“, hieß es in der Mitteilung. Sanierungsgutachten werden in der Regel auf Druck der Banken erstellt, die um die Rückzahlung ihrer Kredite bangen.

Sie sind Voraussetzung dafür, dass ein überschuldetes Unternehmen nicht Insolvenz anmelden muss. Centerbridge sagte Senvion Unterstützung zu. Die Ratingagentur Moody’s hatte das Rating der Firma auf „B3“ gesenkt und sieht damit weiter ein hohes Ausfallrisiko. An der Börse ist Senvion nur noch knapp 100 Millionen Euro wert.

„Wir haben einen klaren Fahrplan, wie wir das Unternehmen mittelfristig wieder in die Erfolgsspur bringen“, sagte Rannou. „Unser Geschäftsmodell ist von Grund auf solide.“ Zunächst will er den Rückstand bei der Abarbeitung der Aufträge im neuen Jahr wettmachen.

„Wir haben ein starkes Auftragsbuch von fast fünf Milliarden Euro, eine sehr gute Marktposition und Produkte, die von unseren Kunden nachgefragt werden. Aber wir haben in einem herausfordernden Marktumfeld operationale Fehler gemacht.“ Zudem plant Rannou eine „Verschlankung des Produktportfolios“, um die Kosten zu senken, sowie Sparmaßnahmen in der Beschaffung und der Produktion.

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