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Energiekonzern Aktivistischer Investor fordert von RWE Abtrennung der Braunkohle

RWE muss sich eines Angriffs erwehren. Der aktivistische Investor Enkraft Capital ist in das Unternehmen eingestiegen. Quelle: Thomas Raupach

RWE bekommt Ärger mit einen aktivistischen Investor. Enkraft Capital ist beim Energiekonzern eingestiegen und geht RWE-Chef Krebber massiv an. Er sei für eine „Werterosion“ verantwortlich.

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Der aktivistische Investor Enkraft Capital ist beim Energiekonzern RWE eingestiegen und fordert eine Abtrennung des umstrittenen Geschäfts rund um die Braunkohle. Encraft halte mehr als 500.000 RWE-Aktien, heißt es in einem Brief des Investors an RWE-Chef Markus Krebber, berichtet die Nachrichtenagentur Reuters. Das „strategische Festhalten an den (...) Braunkohleaktivitäten führt zu einer signifikanten Werteerosion“, heißt es darin.

Dies sei für die Aktionäre nur schwer akzeptabel. Eine Fokussierung des Versorgers auf die in den vergangenen Jahren massiv ausgebauten Erneuerbaren Energien würde ein enormes Wertsteigerungspotential bei RWE freisetzen.

RWE bestätigte, ein Schreiben von Enkraft mit Fragen zur Strategie erhalten zu haben. „Wie jedem Investor haben wir Ihnen angeboten, ein Gespräch über unsere Geschäftsstrategie zu führen“, sagte eine Sprecherin.



Aktivistische Investoren kaufen sich in ein Unternehmen ein, um Strategie- oder Personalwechsel zu forcieren, von denen sie sich eine Wertsteigerung für ihr Investment erhoffen. Enkraft hat sich in der Vergangenheit vor allem bei kleineren Unternehmen aus dem Bereich der Erneuerbaren Energien engagiert. Der Investor übte etwa Kritik an der Führung des Wind- und Solarkraftanlagen-Entwicklers Energiekontor und forderte eine Überprüfung der Strategie.

Aber auch bei der Immobilien-Firma Agrob hat Enkraft investiert. 500.000 RWE-Aktien entsprechen einem Wert von etwa 16,4 Millionen Euro, ein recht kleines Engagement. Durch den Gang an die Öffentlichkeit oder die Überzeugung weiterer Aktionäre können aktivistische Investoren aber auch mit kleinen Beteiligungen Druck ausüben.

Abtrennung würde auch dem Aktienkurs auf die Sprünge helfen

In dem Brief and Vorstandschef Krebber kritisiert das RWE-Management massiv: Es sei „nicht nachvollziehbar, warum Vorstand und Aufsichtsrat noch nicht proaktiv einen Plan vorgelegt haben, die Braunkohleaktivitäten ambitionierter und schneller zu reduzieren sowie noch kurzfristiger vom zukunftsgerichteten Geschäft der RWE zu separieren“. Eine Abtrennung werde auch dem Aktienkurs auf die Sprünge helfen – RWE werde sich dann signifikant in Richtung der Bewertung von Vergleichsunternehmen bewegen, die sich auf Erneuerbare Energien fokussierten.

Darüber hinaus schlummerten in den RWE-Bilanzen Werthebungspotentiale von bis zu 13 Milliarden Euro durch bereits angekaufte CO2-Emissionsrechte, die bei einer Reduzierung der Braunkohleaktivitäten gehoben werden könnten. Enkraft sei sich sicher, dass entsprechende strategische Schritte auf eine breite Unterstützung der Aktionäre treffen würden. Plattform für eine Neuausrichtung könne der RWE-Kapitalmarkttag am 15. November sein.

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Der früher stark auf Kohle und Atomstrom ausgerichtete RWE-Konzern wandelt sich derzeit zu einem der größten Ökostromproduzenten Europas. Krebber will das Geschäft allein bis 2022 mit Investitionen von fünf Milliarden Euro ausbauen. Nach dem mit der Bundesregierung vereinbarten Kohleausstieg soll in Deutschland die Verstromung des klimaschädlichen Brennstoffs spätestens 2038 enden. Bis 2030 will RWE insgesamt zwei Drittel der Braunkohlekapazität stilllegen. Bis 2040 will RWE klimaneutral Strom erzeugen. Umweltschützer und auch Investoren hatten immer wieder mehr Tempo von dem Konzern gefordert.

Mehr zum Thema: Revierkämpfe stören den Umbau des Energiekonzerns Steag. Banken, Kommunen und die Gewerkschaft IG BCE rangeln um Einfluss und Posten.

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