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Energiekonzern Insider: Uniper plant Stellenabbau

Die Belegschaften werden wohl derzeit informiert. Mit der Stilllegung von Kraftwerken könnten über 1000 Jobs überwiegend in Deutschland betroffen sein.

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Uniper ist eine Tochter des finnischen Konzerns Fortum und beschäftigt weltweit rund 11.500 Mitarbeiter. Quelle: Reuters

Der Düsseldorfer Energiekonzern Uniper bereitet Insidern zufolge einen Stellenabbau vor. Derzeit würden die Belegschaften informiert, sagten am Donnerstag zwei mit der Angelegenheit vertraute Personen der Nachrichtenagentur Reuters.

Mit der Stilllegung von Kraftwerken könnten über 1000 Jobs überwiegend in Deutschland betroffen sein, sagte ein Arbeitnehmervertreter. Betroffen sei unter anderem der Bereich Engineering, der Dienstleistungen für Kraftwerke anbietet.

Möglich sei, dass einzelne Bereiche verkauft würden. Ein Uniper-Sprecher wollte die Informationen zunächst nicht kommentieren. Es werde aber im Laufe des Tages eine Stellungnahme geben. Uniper ist eine Tochter des finnischen Konzerns Fortum und beschäftigt weltweit rund 11.500 Mitarbeiter.

Für die Mitarbeiter der früheren Kraftwerkstochter des Energieriesen E.ON beginnt damit eine weitere Phase des Hoffen und Bangens. Von E.ON abgespalten, hatte sich die zunächst als „Resterampe“ verschriene Gesellschaft am Markt gut behauptet und sich zu einem Börsenliebling entwickelt. Mit Hilfe von E.ON hatte sich der finnische Versorger Fortum die Mehrheit an Uniper verschafft – gegen den heftigen Widerstand des damaligen Managements um Uniper-Chef Klaus Schäfer. Fortum hält nach letzten Meldungen inzwischen 76 Prozent der Aktien. Ende dieses Jahres läuft die Zusage Fortums aus, Uniper nicht einem Gewinnabführungs- und Beherrschungsvertrag zu unterwerfen.

Uniper steht zudem auch durch Fortum unter Druck, seine Erzeugung klimafreundlicher aufzustellen. Die Düsseldorfer wollen bis 2025 in Deutschland aus der Kohle aussteigen – mit Ausnahme des umstrittenen Steinkohlekraftwerks Datteln 4. Vorstandschef Klaus-Dieter Maubach hat sich jedoch grundsätzlich bereit erklärt, mit einer neuen Bundesregierung über eine Stilllegung der Anlage vor dem geplanten Aus 2038 zu sprechen. Dafür müsste aber eine Entschädigung gezahlt werden – im Interesse der Aktionäre und auch der Beschäftigten.

Auch bezüglich der Kohlekraftwerke im Ausland hat es in den vergangenen Monaten hat es immer wieder Spekulationen gegeben. Es hieß, Fortum wolle gegebenenfalls die Kohlekraftwerke und die Beteiligung an der russischen Uniper-Tochter Unipro abstoßen.

Vor zwei Wochen hatte der Fortum-Chef Markus Rauramo in einem Interview mit der Nachrichtenagentur Reuters zu diesem Thema gesagt, dass die konventionellen Kraftwerke von Fortum und Uniper in Russland für den Markt attraktiv seien, da sie effizient und ihr CO2-Ausstoß niedrig sei. Zudem hatte er kürzlich auf einer Veranstaltung gesagt: „Auch unser Russland-Geschäft muss zu der Dekarbonisierung beitragen. Wir werden unser russisches Geschäft nicht davon ausnehmen können.“

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