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Energiekonzerne Innogy und britische SSE verhandeln Vertriebsfusion neu

Die beiden Energiekonzerne kehren an den Verhandlungstisch zurück, weil sich seit der Ankündigung das Marktumfeld verschlechtert hat.

Die Vertriebsfusion mit dem britischen Wettbewerber SSE wackelt wieder. Quelle: Reuters

DüsseldorfDas bereits so gut wie sicher scheinende britische Gemeinschaftsunternehmen zwischen dem Energiekonzern Innogy und dem Konkurrenten SSE gerät noch mal ins Wanken. Die Unternehmen kündigten am Donnerstagabend Nachverhandlungen an.

Ursache hierfür sei, dass sich seit der Ankündigung, die Tochter Npower mit dem britischen Vertriebsgeschäft von SSE zusammenzuführen, im November 2017 das Marktumfeld verschlechtert habe. Zudem habe es neue regulatorische Eingriffe gegeben. SSE erklärte, die Transaktion werde nun wohl nicht mehr wie geplant im ersten Quartal kommenden Jahres abgeschlossen.

Innogy ergänzte, bei den Gesprächen könnten für jede Partei zusätzlich zu erbringende direkte oder indirekte Finanzierungsbeiträge herauskommen. „Die Parteien verfolgen derzeit weiterhin das Ziel, die betroffenen Aktivitäten zusammenzuführen und die neue Gesellschaft an der Londoner Börse zu notieren.“

Der britische Markt ist hart umkämpft. Neben dem Wettbewerb machen den Unternehmen auch Eingriffe der Politik wie etwa ein Preisdeckel zu schaffen. Die britische Wettbewerbsbehörde CMA hatte die Pläne der beiden Versorger vor einem Monat gebilligt.

Innogy hatte angekündigt, dass das neue Unternehmen im Premiumsegment der London Stock Exchange gelistet werden soll. Innogy werde eine Minderheitsbeteiligung von 34,4 Prozent an der neuen Gesellschaft halten. SSE beabsichtige, den Anteil von 65,6 Prozent bei Vollzug der Transaktion im Wege der Abspaltung an die eigenen Aktionäre weiterzugeben.

Die Pläne für das Joint Venture hatte noch der frühere Innogy-Chef Peter Terium auf den Weg gebracht. Er hatte lange Zeit versucht, das Ruder bei der britischen Tochter Npower herumzureißen, die über Jahre Verluste schrieb und der neben Abrechnungsproblemen ein Kundenschwund zu schaffen machte.

Auf dem britischen Markt mischt auch der Konkurrent Eon mit, der bis Ende kommenden Jahres das Vertriebs- und Netzgeschäft von Innogy übernehmen will.

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