Energieversorger EnBW sucht alternative Bezugsquellen bei Kohle und Gas

Der Konzern profitierte 2021 von höheren Gewinnen aus dem Betrieb von Kohle- und Gaskraftwerken sowie aus Zuwächsen im Handelsgeschäft. Quelle: dpa

Der Energiekonzern hat 2021 vor allem vom Betrieb seiner Kohle- und Gaskraftwerke profitiert. Bei den Lieferanten sucht EnBW nun Alternativen zu Russland.

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Der Energiekonzern EnBW sucht angesichts des russischen Einmarsches in der Ukraine nach neuen Bezugsquellen für Kohle und Gas. EnBW habe mitsamt seiner Tochterunternehmen im vergangenen Jahr insgesamt rund 495 Terrawattstunden Gas eingekauft, sagte EnBW-Chef Frank Mastiaux am Mittwoch.

Rund 20 Prozent stammten aus direkten Lieferverträgen mit russischen Lieferanten. „Wir haben aktuell unsere Bemühungen verstärkt, auch hier eine deutlichere Diversifizierung der Bezugsquellen zu erreichen“, sagte er. Auch bei der Steinkohle steige EnBW auf andere Lieferanten um. „Daher halten wir die Situation auch bei einem potenziellen Ausbleiben russischer Kohlelieferungen für kontrollierbar.“

Der Versorger will zudem nach Zuwächsen 2021 im neuen Jahr beim operativen Gewinn erstmals die Marke von drei Milliarden Euro knacken. Die Prognose für das bereinigte Ebitda 2022 liege in einer Spanne von 3,03 bis 3,18 Milliarden Euro, teilten die Karlsruher am Mittwoch mit. Im vergangenen Jahr hatte EnBW das operative Konzernergebnis zum fünften Mal in Folge gesteigert, es kletterte um 6,4 Prozent auf 2,96 Milliarden Euro.



Der Konzern profitierte dabei von höheren Gewinnen aus dem Betrieb von Kohle- und Gaskraftwerken sowie aus Zuwächsen im Handelsgeschäft. Die Aktionäre sollen eine Dividende von 1,10 Euro je Papier erhalten – zehn Cent mehr als für 2020.

„Die Umstellung auf eine langfristig CO2-freie Energieversorgung müssen wir in Deutschland jetzt noch einmal beschleunigen“, sagte Mastiaux. Dies gelte sowohl für Investitionen in die Erneuerbaren Energien und eine Wasserstoffwirtschaft als auch für die notwendige Infrastruktur, seien es Strom- und Gasnetze oder Elektromobilität.

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Der Vertrag von Mastiaux läuft im September aus. Er hatte bereits angekündigt, keine weitere Amtszeit anzustreben. Ein Nachfolger ist noch nicht ernannt. Mastiaux war 2012 von E.ON zu EnBW gewechselt. Im Jahr zuvor hatte die Reaktorkatastrophe in Fukushima den Atomausstieg in Deutschland eingeleitet. EnBW erzeugte bis dahin vor allem Strom in Kohle- und Atomkraftwerken. Mastiaux baute die Ökostromproduktion massiv aus und in den vergangenen Jahren auch das Geschäft mit der Elektromobilität.

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