Beruf Wer auf dem Land lebt, ist erfolgreicher

In der Stadt ist das Leben oft hektisch, es ist laut und die Menschen sind abgelenkt. Jetzt haben Forscher herausgefunden: Wer auf dem Land lebt, ist erfolgreicher und hat mehr Geduld. Aber das ist nicht alles.

Wer sich viel in der Natur aufhält, ist im Beruf weitsichtiger und erfolgreicher. Quelle: dpa

Mark van Vugt von der Freien Universität Amsterdam hat mit seinem Forscherteam herausgefunden, dass Menschen möglicherweise erfolgreicher sind, wenn sie in der Natur leben. Grund dafür ist, dass sie langfristiger denken können.

Die Sozialpsychologen aus den Niederlanden haben überprüft, wie verschiedene Menschen aus unterschiedlichen Wohngebieten Entscheidungen treffen. Dafür haben die Forscher bei einigen Entscheidungen finanzielle Anreize geboten.

Im ersten Schritt der Studie haben die Wissenschaftler 47 Probanden, die zwischen 20 und 30 Jahre alt waren, zwischen kurzfristigen und langfristigen Geldgeschenken unterscheiden lassen. Entweder sie bekamen 100 Euro sofort, oder aber einen deutlich höheren Betrag nach mehren Wochen ausgezahlt. Bevor sie sich entscheiden mussten, wurden ihnen Bilder mit Eindrücken aus der Stadt und vom Land gezeigt. Außerdem sollten sich die Probanden aufgefordert sich gedanklich in die Landschaft hineinzuversetzen.

So halten Sie Ihre Vorsätze durch
Wir nehmen uns täglich alles mögliche vor: Unseren Papierkram sortieren, den Keller aufräumen, den alten Schulfreund anrufen, die E-Mails im Büro abarbeiten, mehr Sport machen - die Liste ist endlos. Doch nicht nur bei den klassischen Neujahrsvorsätzen - abnehmen, mit dem Rauchen aufhören, gesünder leben - scheitern wir immer wieder. Das ist auch kein Wunder, da wir uns oft unkonkretes vornehmen: "Mehr Sport machen" ist schwieriger umzusetzen, als "jeden zweiten Tag mit dem Rad zur Arbeit fahren". Auch unrealistische Ziele verlieren wir schnell aus den Augen: Wer sich vornimmt, 20 Kilo abzunehmen, hält das mitunter schlechter durch, als jemand, der sich erst einmal fünf Kilo weniger auf die Fahne geschrieben hat. Und was uns keinen Spaß macht, lassen wir sowieso lieber links liegen. Ohne entsprechende Motivation geht bei uns gar nichts: weder beruflich noch privat. Das weiß auch die Unternehmerin und Beraterin Melanie Vogel. Die zertifizierte DISG-Trainerin hat deshalb die BIRD-Methode entwickelt, die helfen soll, seine Vorsätze auch durchzuhalten. Quelle: Fotolia
B wie BauchgefühlGrundsätzlich sollte man sich fragen, warum man etwas ändern möchte beziehungsweise unzufrieden ist. Wer sich etwas vornimmt, nur weil andere es erwarten, wird es nämlich nicht schaffen. Der eigene Wille zählt. Also fragen Sie sich, was Sie ändern wollen und warum? Quelle: dpa
I wie IndividualitätIhr Nachbar geht jeden morgen zwei Stunden joggen und macht abends auch noch mindestens eine Stunde Krafttraining, bevor er mit dem Hund einen ausgedehnten Spaziergang unternimmt? Das können Sie sich gerne zum Vorbild nehmen, nur genauso wird Ihr Sportprogramm wahrscheinlich nicht aussehen. Damit Sie Ihre Vorsätze auch durchhalten, machen Sie sich bewusst, wer Sie sind und wie Ihr Leben aufgebaut ist. Mit drei kleinen Kindern und einem Vollzeitjob müssen Sie anders planen, als der Sportstudent von Nebenan. Konzentrieren Sie sich auf Ihre Stärken und fragen Sie sich, wie Sie innerhalb Ihrer Möglichkeiten etwas an Ihrer Situation ändern können. Quelle: Fotolia
R wie RichtungWenn Sie sich darüber im Klaren sind, was Sie wirklich wollen und wie Sie es erreichen können, überlegen Sie sich, welche Richtung Sie Ihrem neuen Leben geben wollen: Was soll sich konkret ändern, wie sollen die Veränderungen erreicht werden? Setzen Sie sich klare, erreichbare Ziele. Quelle: Fotolia
D wie DurchstartenWenn Sie wissen, was Sie wollen, wie Sie es erreichen können und sich klare Ziele gesetzt haben, legen Sie los. Sofort. Nicht morgen, nicht bei besserem Wetter, jetzt. Sonst gewinnt doch noch der innere Schweinehund die Oberhand. Quelle: dpa

In einem nächsten Schritt wurde das Verhalten von 67 weiteren Menschen getestet. Bei der Feldstudie schließlich wurden 43 zuvor für die Studie rekrutierte Menschen in städtischer Umgebung oder in einem Wald nahe Amsterdam ebenfalls um eine Entscheidung zwischen einem schnellen und einem langfristigen Gewinn gebeten. "Alle drei Studien zeigen einen deutlichen Effekt seitens der Natur. Die Entscheidung für den langfristigen Gewinn fiel naturnah bis zu 15 Prozent häufiger", schreiben die Forscher in ihrem Artikel.

Die niederländischen Sozialpsychologen gehen deshalb davon aus, dass die Natur den Menschen positiv in seinen Entscheidungsstrategien beeinflusst. Der Drang nach sofortiger Belohnung und die Fähigkeit, für einen größeren Nutzen länger zu warten, sind aus Sicht der Wissenschaftler eng an das eigene Sozialverhalten, einen gesunden Lebenswandel und das Bewusstsein für Ressourcen gekoppelt. Über ihre Ergebnisse berichten sie in den Proceedings B der britischen Royal Society.

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Ihre Ergebnisse begründen sie vor allem in unterschiedlichen Lebensweisen in der Stadt und auf dem Land, beispielsweise sei das Streben nach Status und der Konkurrenzdruck in der Stadt größer. "Viele Probleme unserer heutigen Welt, wie Klimawandel oder die Umweltverschmutzung, werden durch zu kurzfristig orientierte Entscheidungen verstärkt. Der positive Effekt seitens der Natur könnte deshalb einen Beitrag zu ihrer Lösung leisten", so die Forscher. Der größte Teil der Weltbevölkerung lebt in Städten.

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