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Falsche Vorstellungen

Alexander Lemm Quelle: Angelika Zinzow für WirtschaftsWoche

Dass viele Absolventen immer noch völlig falsche Vorstellungen von ihrem späteren Gehalt haben, bestätigte kürzlich eine Umfrage des Internet-Portals gehalt.de: 13 000 Studenten im Alter zwischen 25 und 28 sollten angeben, mit welchem Salär sie in ihrem ersten Job rechneten. Architekten, Gesellschafts- und Sozialwissenschaftler sowie Sprach- und Kulturwissenschaftler neigen demnach am meisten zur Selbstüberschätzung. Sie verdienen in Wahrheit weitaus weniger, als sie sich zu Studienzeiten erträumen.

Oft unter Wert verkaufen sich dagegen Bewerberinnen: Laut einer Statistik der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) verdienen deutsche Frauen im Durchschnitt 21,6 Prozent weniger als ihre männlichen Kollegen – in keinem anderen der 34 OECD-Mitgliedsstaaten ist die geschlechtsspezifische Lohnlücke größer.

Diagramm: Strategen top, Buchhalter flop Quelle: Personalmarkt.de

Schlechter Motivator

Pia Pohlmann-Delbridge immerhin scheint genau zu wissen, was sie will, welche Qualifikationen sie mitbringt – und was sie dafür verlangen kann. Die 28-Jährige studierte bis 2011 Wirtschaftsingenieurwesen an der TU Darmstadt. Noch während sie an ihrer Diplomarbeit bastelte, ging sie im März 2011 zu einer Jobbörse in Wiesbaden und traf dort auf Mitarbeiter des IT-Konzerns Cisco. Die Gespräche machten sie so neugierig, dass sie umgehend ihre Unterlagen schickte – einen Tag vor Ende der Bewerbungsfrist.

Mit Erfolg: Seit August 2011 absolviert Pohlmann-Delbridge bei dem amerikanischen Netzwerkausrüster ein Traineeprogramm. Dass sie in dieser Position keinen Verhandlungsspielraum hat, war ihr klar – und störte sie nicht. Denn Cisco zahlt seinen Trainees nicht nur ein Jahresgehalt von 45 000 Euro. Pohlmann-Delbridge bekommt außerdem Schulungen bezahlt und darf regelmäßig im Home-Office arbeiten – solche Vorteile sind ihr wichtiger als die reine Gehaltshöhe. Zumal sie nach Ende des Traineeprogramms ein Plus von bis zu 40 Prozent in Aussicht hat.

Keine Frage: Jeder nimmt gerne mehr Geld mit. Einerseits. Doch andererseits sind Gehaltserhöhungen ein schlechter Motivator. Das wissen nicht nur Arbeits- und Organisationspsychologen aus Dutzenden von Studien. Auch die Arbeitnehmer selbst halten Geld alleine inzwischen für keinen guten Antreiber mehr.

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