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Tabuthema Gehalt

Porsche Quelle: REUTERS

Die Frage „Wie viel verdienen Sie?“ gilt immer noch als weitgehend tabu. 70 Prozent der deutschen Fach- und Führungskräfte sprechen nicht mit Arbeitskollegen über ihr Einkommen, ergab kürzlich eine Umfrage der Online-Stellenbörse Stepstone. Damit gehören die Deutschen zu den verschwiegensten Arbeitnehmern in Europa.

Dennoch bestimmen Diskussionen rund um Gehalt und Gerechtigkeit derzeit wieder einmal die öffentliche Debatte – angefangen bei der Frage, ob ein Ehrensold in Höhe von jährlich knapp 200 000 Euro angemessen ist für einen Bundespräsidenten, der nach 20 Monaten mit 52 Jahren aus dem Amt scheidet, über das öffentliche Lamento des Wall-Street-Bankers Andrew Schiff, der per Zeitungsinterview elementare Existenzsorgen beklagte – weil sein Jahressalär im Jahr 2011 aufgrund ausgefallener Boni auf umgerechnet 266 000 Euro geschrumpft sei. Oder die Millionengehälter von Konzernchefs wie Telekom-Boss René Obermann, der 2011 3,3 Millionen Euro einstrich. Bis hin zu den Tarifverhandlungen, die derzeit in vielen Branchen anstehen.

Das sind die Topverdiener unter den Dax-Vorständen
Platz 15 - Georg Pachta-Reyhofen (MAN)Der Vorstandsvorsitzende des Lastwagenbauers MAN verdiente im vergangenen Jahr 2,626 Millionen Euro. Das waren rund 26 Prozent weniger als 2010. Die Lösung des Dauerstreits um den Essener Industriedienstleister Ferrostaal verhagelte MAN die Bilanz. Der Konzern verdiente angesichts der Kosten für den Deal deutlich weniger Geld als 2010. Am Ende blieb der VW-Tochter unter dem Strich ein Gewinn von 247 Millionen Euro. Quelle: dpa
Platz 15 - Heinrich Hiesinger (Thyssen-Krupp)Der Vorstandsvorsitzende der Thyssen-Krupp AG kommt auf ein Jahreseinkommen von 3,52 Millionen Euro. Hiesinger ist seit Januar 2011 Vorstandsvorsitzender des Stahlkonzerns. Daher gibt es keine Vergleichszahlen. Hiesinger baut Thyssen-Krupp derzeit um, vor allem die Stahlwerke in Übersee erweisen sich aber als Bremsklotz. Quelle für alle Angaben: Berechnungen Evers-Vergütungsberatung nach bisher veröffentlichten Vergütungsberichten, Nachrichtenagenturen Quelle: dapd
Platz 14 - Peter Bauer (Infineon)Die Infineon Technologies AG überweist ihrem Vorstandssprecher für das abgelaufene Geschäftsjahr 3,721 Millionen Euro. Das ist ein sattes Plus von 67 Prozent. Damit ist Peter Bauer einer der Gewinner in den Top 15 der Dax-Vorstände. 2010 hatte der Chef des Halbleiterkonzerns lediglich 2,227 Millionen Euro verdient. Quelle: dpa
Platz 13 - Ben Lipps (Fresenius Medical Care)Der US-Amerikaner in Diensten von Fresenius Medical Care kann beim Verdienst leicht zulegen. Mit 3,81 Millionen Euro erhält Lipps rund fünf Prozent mehr als im vorangegangenen Geschäftsjahr. Der Dialysespezialist FMC enttäuschte mit seinem Ausblick auf das laufende Jahr zuletzt so manchen Analysten. Für Lipps ist 2012 das letzte Jahr an der Spitze der Fresenius-Tochter. Der 71-Jährige hört im kommenden Jahr als Vorstandsvorsitzender auf. Quelle: dpa
Platz 12 - Karl-Ludwig Kley (Merck)Der Vorsitzende der Geschäftsführung der Merck KGaA konnte für das vergangene Jahr ein dickes Plus verbuchen. Karl-Ludwig Kley erhält 4,228 Millionen Euro und damit rund 31 Prozent mehr als 2010. Und das, obwohl hohe Abschreibungen nach einer Übernahme und teure Medikamenten-Fehlschläge den Gewinn des Pharma- und Spezialchemiekonzerns unerwartet stark haben sinken lassen. Quelle: dpa
Platz 11 - René Obermann (Deutsche Telekom)Der Telekom-Chef landet auf Platz 11 der besten Dax-Verdiener. Für das vergangene Geschäftsjahr erhält René Obermann 4,354 Millionen Euro. Das sind sieben Prozent mehr als 2010. Der neueste Hoffnungsträger des Telekommunikationsunternehmens ist die „Cloud“ - von Obermann hier vorgestellt auf der Cebit in Hannover. Quelle: dapd
Platz 10 - Marijn Dekkers (Bayer)Der niederländische Chef des Pharma- und Chemiekonzerns Bayer erhält für seine Arbeit im Jahr 2011 4,487 Millionen Euro. Marijn Dekkers ist seit Oktober 2010 an der Bayer-Spitze und kann sich nicht nur über sein Gehalt freuen: Im vergangenen Jahr schnellte der Konzernüberschuss um fast 90 Prozent auf 2,5 Milliarden Euro in die Höhe. Dabei profitierte der Konzern unter anderem von guten Geschäften in den Schwellenländern. Quelle: Reuters

Belohnungen für die Belegschaft

So verlangt die Gewerkschaft Verdi für die etwa zwei Millionen Beschäftigten bei Bund und Kommunen 6,5 Prozent mehr Lohn – eine Forderung, die Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich prompt als „jenseits jeder realistischen Vorstellung“ zurückwies. Verdi-Chef Frank Bsirske drohte, dass bei einem Scheitern „die entsprechende Antwort“ kommen werde.

Dabei ist die längst erfolgt: Manche Unternehmen gönnen ihren Angestellten den sprichwörtlichen Schluck aus der Pulle – auch ohne nächtelange Verhandlungen.

Ende Februar kündigte Bayer an, seine Belegschaft für die guten Zahlen zu belohnen: Insgesamt 600 Millionen Euro schüttet der Pharma- und Chemiekonzern Ende April als Erfolgsbeteiligung an seine weltweit 112 000 Beschäftigten aus – davon 300 Millionen Euro alleine in Deutschland.

Dieselbe Summe gönnt BASF seinen Mitarbeitern, während die Tarifbeschäftigten bei Daimler 4100 Euro als Prämie erhalten. Und Konkurrent Porsche gestattet seinen Angestellten gar ein Extra von 7600 Euro – als „genial-intergalaktische Sonderzahlung“, so Betriebsratschef Uwe Hück.

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