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Ada-Lovelace-Festival Frauenmangel in IT-Jobs ist nicht nur ein deutsches Problem

Am Mittwoch beginnt in Paderborn eine Ausstellung über Frauen in der Computergeschichte. Obwohl die meisten der IT-Pionierinnen aus den USA stammen, arbeiten dort heute noch weniger Frauen in Tech-Jobs als hierzulande.

Weltweit mangelt es an Frauen in Technik-Berufen. Quelle: Fotolia

"Am Anfang war Ada": In einer Sonderausstellung im Paderborner Heinz Nixdorf MuseumsForum dreht sich zwischen dem 2. September 2015 und dem 10. Juli 2016 alles um die ersten Programmiererinnen und Hackerinnen. Benannt ist die Ausstellung nach Ada Lovelace, die vor 200 Jahren als Tochter von Lord Byron und der britischen Aristokratin Anne Isabella Milbanke geboren wurde. Sie gilt als die erste Computerprogrammiererin der Welt. Neben ihrem Leben und Wirken dreht sich die Ausstellung außerdem um Computerpionierinnen, die beispielsweise während des Zweiten Weltkrieges programmierten und Codes dechiffrierten.

Viele der Frauen, die dort im Fokus stehen, sind Amerikanerinnen. Doch trotz ihrer Pionierarbeit in Sachen Computer und obwohl die großen Techfirmen aus der amerikanischen Ideenschmiede Silicon Valley kommen, sieht es hüben aus wie drüben: Frauen werden Kassiererin, Krankenschwester, Frisörin, Erzieherin, Ärztin - eigentlich alles, nur keine Informatikerin.

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Auch bei den großen Tech-Konzernen sind Frauen in der Unterzahl: So sind bei dem Karriere-Netzwerk LinkedIn 39 Prozent der Angestellten weiblich, bei Yahoo mit Marissa Meyer an der Spitze sind es 37 Prozent. Sowohl bei Google als auch bei Apple sind jeweils nur 30 Prozent der Angestellten Frauen, bei Facebook sind es dagegen nur noch 15 Prozent und bei Twitter nur zehn Prozent.

Allgemein sind rund 15 Prozent der amerikanischen Tech-Jobs in Frauenhand. Damit sieht es in den USA gar nicht so viel besser als in Deutschland: Laut einem Bericht der Agentur für Arbeit gibt es hierzulande etwa 7,3 Millionen MINT-Fachkräfte, 14 Prozent davon sind Frauen.

Initiativen wie "Komm, mach MINT", Ausstellungen wie "Am Anfang war Ada", oder auch das Ada-Lovelace-Festival, einem Kongress, bei dem erfolgreiche Frauen aus der Tech-Branche zusammenkommen, sollen das Image der Branche verändern, damit sich endlich mehr Frauen für IT-Jobs begeistern.

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Immerhin: Der Anteil der Frauen, die einen MINT-Beruf studieren, steigt. Allerdings mit um die ein Prozent nur sehr langsam. Um den - wenn auch schwachen - Trend weiter zu befeuern, bieten einige Unis mittlerweile sogar Studiengänge ausschließlich für Frauen an. So gibt es beispielsweise an der Berliner Hochschule für Technik und Wirtschaft den reinen Frauenstudiengang "Informatik und Wirtschaft".

Fragt man jedoch Experten und IT-Professoren, ist es noch ein weiter Weg bis solche Motivationsmaßnahmen nicht mehr nötig sind - egal, ob in den USA oder in Deutschland.

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