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Aggressionen Von wegen friedliche Frauen

Wenn es zum Streit kommt, hauen Männer auf den Tisch und brüllen. Frauen zicken. Männer sind schließlich aggressiv, Frauen friedliebend. Doch das stimmt nicht: Frauen bestimmen, wie aggressiv es in einer Gruppe zugeht.

So entkommen Sie Wut und Frust im Job
eine Frau meditiert Quelle: Fotolia
Frau hat einen Wutanfall Quelle: Fotolia
Mann hält sich den Mund zu Quelle: Fotolia
Frau hält sich die Ohren zu Quelle: Fotolia
Ein Mann und eine Frau unterhalten sich Quelle: Fotolia
Eine Frau trinkt aus einer Wasserflasche. Quelle: dpa
Ein Mann im Anzug kurz vor'm Sprint Quelle: Fotolia

Schon in der Schule geht es los: Jungs sind frech, laut und ärgern die Mädchen. Die sind dagegen brav, geben keine Widerworte – und  gehen zum Lehrer petzen. Später im Beruf ist es ähnlich: Während der Kollege sich mit Chauvi-Allüren den tollen Job unter den Nagel reißt, bleibt der Kollegin nichts als über den Gorilla zu lästern.  Der Grund ist klar: Frauen wollen um jeden Preis allen gefallen und vermeiden deshalb jeden offenen Konflikt.

Hinterfragen Sie sich selbst: Stimmen diese Klischees über Frauen und Männer im Job?

Dafür haben die Experten drei Jahre lang die Entwicklung von aggressivem Verhalten bei  1321 Berliner Schülern untersucht. Sie ließen die Schüler über den besagten Zeitraum hinweg viermal einen Fragebogen ausfüllen. Die jeweiligen Klassenverbände blieben über die drei Jahre hinweg bestehen.

Was die Deutschen auf die Palme bringt
Rücksichtlose AutofahrerBeim Autofahren gibt es viele Gründe, sich aufzuregen. Vorneweg sind dabei rücksichtlose Autofahrer, die  laut einer Forsa-Umfrage 79 Prozent der Deutschen nervig finden. Diese landen damit noch vor Staus und überfüllten Straßen (71 Prozent). Zu den rücksichtlosen Fahrern kommen noch ihre Gegenstücke: Unsichere Fahrer nerven 67 Prozent der Deutschen. Auch bei den Radfahrern dominieren rücksichtlose Autofahrer als Störfaktor (59 Prozent). 50 Prozent von ihnen beklagen sich über zu wenige Radwege. Quelle: dpa
KinderDeutschland gilt nicht als kinderfreundliches Land. Diese Ansicht teilen laut der Nürnberger Gesellschaft für Konsumforschung GfK 74,6 Prozent der Deutschen. 15,5 Prozent sagen sogar, dass Kinder oft auf die Nerven gehen. Quelle: dapd
Flugpassagiere, die gegen den Sitz drückenIm Flugzeug müssen es Passagiere teils mehrere Stunden miteinander aushalten. An diesem Miteinander nervt die Deutschen vor allem, wenn der Hintermann gegen den Sitz drückt. Dies haben 76 Prozent der 1.100 Befragten des Reiseportals lastminute.de angegeben. Auf der Rangliste folgen betrunkene Mitreisende (75 Prozent) und Sitznachbarn, die sich breit machen (71 Prozent). Allerdings zeigen sich die Deutschen gesprächig. Nur sieben Prozent stört es, wenn sie der Nebenmann in ein Gespräch verwickelt. Quelle: dpa
Müll in freier Natur entsorgenBesonders sensibel zeigen sich die Deutschen, wenn es um die Umwelt geht. 92 Prozent stört es, wenn Menschen ihren Abfall in freier Natur entsorgen. Speziell nach einem Picknick liegen gelassener Müll nervt 91 Prozent, achtlos weggeworfene Zigarettenkippen stören 82 Prozent. Quelle: dpa
Streitende NachbarnSo ganz privat ist man doch nie so wirklich: Vom Leben der Nachbarn bekommt man trotzdem immer wieder etwas mit – und umgekehrt. Was die Deutschen an ihren Nachbarn am meisten nervt, hat das Immobilienportal Immowelt in einer Umfrage zusammengetragen. Vorneweg liegen Streitgespräche der Nachbarn mit 29,6 Prozent. Am wenigsten stört es die Deutschen, wenn sie die Nachbarn beim Sex hören können (11,1 Prozent). Quelle: dpa
Werbeunterbrechungen im FernsehenBei Fernsehen nerven 65 Prozent der Deutschen die Werbeunterbrechungen. 45 Prozent der durch das Marktforschungsunternehmen TNS Emnid Befragten gaben zudem an, dass sie es stört, wenn der Ton bei der Werbung lauter wird. Quelle: dpa
Mangelnde Hygiene in der GastronomieSauberkeit ist das Mindeste, das die Deutschen in Hotels und Restaurants erwarten. Dementsprechend stört es mit 81 Prozent die meisten der Befragten durch TNS Emnid, wenn sie dort Dreck vorfinden. Weitere Störfaktoren sind unter anderem unfreundliche Mitarbeiter (74 Prozent) und unangenehmer Geruch (67 Prozent). Quelle: dpa

Zunächst lasen die Schüler eine Geschichte über einen Jungen, der von einem anderen provoziert wird. Dann sollten sie angeben, welche Reaktion ihnen auf die Provokation angemessen erschien. War schubsen noch okay oder anschreien schon zu viel? Oder ist zuschlagen das Mittel der Wahl? In einem anderen Fragebogen mussten die Schüler angeben, wie oft sie selbst im letzten halben Jahr jemand anderem gegenüber körperlich aggressiv waren, oder jemand beispielsweise gemobbt haben.

In Arbeit
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Das Fazit: Die Mädchen geben in einer Gruppe in punkto Aggression den Ton an. Wenn die Mädchen in einer Klasse aggressives Verhalten eher duldeten, schlagen und treten also als angemessene Reaktion auf eine Provokation werteten, verhielten sich alle Mitglieder der Gruppe eher aggressiv. Sie kreuzten an, häufiger gewalttätig gewesen zu sein (psychisch oder physisch). Selbst Schüler, die Aggressionen eher ablehnten, verhielten sich über die Zeit aggressiver, wenn sie sich in einem entsprechenden Klassenverband befanden.  Waren die Mädchen in einer Gruppe dagegen friedfertiger, neigten auch deren Mitschüler weniger zu Gewalt – unabhängig von ihrem eigenen Beurteilungssystem.

Die Forscher erklären sich das damit, dass Mädchen sich eher absprechen als Jungen und so eine einheitliche Gruppe bilden – mit einem entsprechenden Einfluss auf den gesamten Klassenverband.

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