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Anonyme Bewerbung Bitte ohne Bild zum neuen Job

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Das anonymisierte Verfahren ist kein Job-Garant

Das anonymisierte Bewerbungsverfahren soll wieder Objektivität in die Unternehmen bringen – und die Qualifikation der Bewerber in den Mittelpunkt rücken. Die beruflichen Referenzen mit geschwärzten Zeitangaben sind das Einzige, was der Personaler erhält. Erst wenn er sie zum persönlichen Gespräch eingeladen hat, erhält er die kompletten Unterlagen – inklusive Namen, Foto, Adresse, Geburtsdaten und Familienstand.

In Amerika und Großbritannien hat sich das anonymisierte Bewerbungsverfahren schon vor Jahrzehnten als Instrument der Personalauswahl in den Unternehmen etabliert. Und auch in anderen europäischen Ländern wird es immer öfter eingesetzt, auch in Deutschland: Die Stadtverwaltung in Celle hat das anonymisierte Bewerbungsverfahren nach einem bundesweiten Pilotprojekt eingeführt, große Unternehmen wie die Deutsche Post, Deutsche Telekom und L'Oréal Deutschland zumindest teilweise.

"Anonymisierte Verfahren sind leicht umsetzbar, sie erlauben eine gezielte Personalauswahl und sie sorgen für Chancengleichheit", sagt Sebastian Bickerich, Pressesprecher der Antidiskriminierungsstelle des Bundes.

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Aber auch beim anonymisierten Bewerbungsverfahren ist es spätestens beim Vorstellungsgespräch vorbei mit der 100-prozentigen Objektivität: "In den ersten paar Sekunden kategorisiert der Personaler ungewollt seinen Bewerber und entscheidet, ob er ihm sympathisch ist", sagt Karrierecoach Birte Püttjer.

Bewerber kommen wenigstens einen Schritt weiter

Trotzdem ist der Bewerber einen entscheidenden Schritt weiter als beim herkömmlichen Anschreiben: "Der Bewerber kann dem Chef persönlich beweisen, dass auch ein 60-Jähriger oder ein Übergewichtiger dynamisch genug für die ausgeschriebene Stelle sein kann", sagt Pfeffer.

Sie ist zwar überzeugt, dass das anonymisierte Verfahren so Bewerbern zu einer Stelle verhelfen kann, die vielleicht von vornherein abgelehnt worden wären. Sie hat allerdings ihre Zweifel daran, dass sich das anonymisierte Bewerbungsverfahren hierzulande genauso durchsetzen wird wie in den angelsächsischen Staaten.

"Die deutschen Unternehmen wollen vollkommen frei sein in der Wahl, wen sie einstellen", sagt Pfeffer, die bereits einige Personaler zu ihrer Einstellung zum anonymisierten Bewerbungsverfahren befragt hat.

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