Arbeit Wie Überstunden geregelt sind

Wer mehr arbeitet, als im Vertrag geregelt, macht Überstunden. Von vielen werden sie erwartet, mancher Arbeitnehmer spart sie an, um den Urlaub zu verlängern. Aber wie sieht es rechtlich aus? Darf jeder Überstunden machen und muss derjenige, der nicht will, trotzdem länger arbeiten?

Wer Überstunden macht
Der Bürodienstleister Regus hat Arbeitnehmer befragt und herausgefunden, das beispielsweise 13 Prozent der Deutschen jeden Tag mehr als elf Stunden im Büro verbringen. Im internationale Schnitt sind es etwa zehn Prozent. Von den Deutschen, die täglich mehr als elf Stunden arbeiten, sitzen 18 Prozent im sogenannten Home-Office. Regus befragte insgesamt rund 12 000 Mitarbeiter weitweit, davon etwa 1000 in Deutschland. Quelle: dpa
Deutschland Quelle: dpa
USA Quelle: dpa
Frankreich Quelle: dpa
BrasilienSpitzenreiter in Sachen Überstunden ist Brasilien. 17 Prozent der dortigen Arbeitnehmer absolvieren eine 60-Stunden-Woche, dabei sind es 20 Prozent der brasilianischen Männer und nur vier Prozent der Frauen. Quelle: dpa
Japan Quelle: dpa
Home-Office Quelle: obs

In vielen Bereichen sind sie Gewohnheit geworden: Überstunden und Mehrarbeit. So manche Akten und Unterlagen werden abends mit nach Hause genommen oder übers Wochenende noch bearbeitet. Bei leitenden Angestellten wird der zeitliche Mehreinsatz erwartet, schließlich ist die Vergütung ja auch höher. In Verträgen dieser Angestellten steht häufig, dass Mehrarbeit mit dem vereinbarten Monatsgehalt bereits abgegolten ist.

Doch können Überstunden generell einfach so vom Arbeitgeber angeordnet werden? Nein, einfach so bestimmt nicht, denn Arbeitgeber müssen Angestellte über ihre Pflicht zur Leistung von Überstunden schriftlich hinweisen, das hat der Europäische Gerichtshof (EuGH) entschieden. So muss ein entsprechender Hinweis im Tarif- oder Arbeitsvertrag oder in einer Betriebsvereinbarung festgehalten sein.

Geld oder Freizeitausgleich

In der Regel sind Überstunden zu vergüten oder durch Freizeitausgleich zu verrechnen. Allerdings trifft dies nur dann zu, wenn der Arbeitgeber die Überstunden zuvor angeordnet oder zumindest gebilligt hat.

Handeln Arbeitnehmer eigenmächtig und verlängern ihre Bürozeiten, kann es sein, dass es nichts gibt.

Doch Realität und Gesetzgebung klaffen weit auseinander. Gesetzlich festgelegt ist eine Höchstarbeitszeit von acht Stunden pro Tag. Ein Unternehmen kann diese Höchstgrenze aber auch auf zehn Stunden ausweiten. Im Gegenzug muss der Angestellte die Gelegenheit zum Abbau der Überstunden innerhalb von sechs Monaten haben.

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