Arbeitende Mütter Kitas verbessern Karrierechancen

Die Schweiz liegt beim Angebot für die Kinderbetreuung im internationalen Vergleich zurück. Eine Studie zeigt aber, dass die Betreuung in der Westschweiz besser ausgebaut ist als in der Deutschschweiz.

Frauenanteil in Deutschlands Großkonzernen
Adidas Herbert Hainer Quelle: dapd
Elizabeth Corley Allianz Quelle: Pressebild
Sandra Peterson Bayer Quelle: Pressebild
BASFBeim Chemieriesen BASF stieg die Frauenquote im vergangenen Jahr ebenfalls nur um rund ein Prozent auf 10,9 Prozent (ohne Vorstand und Aufsichtsrat). Hier sind auch Ziele in Sachen Frauenförderung wenig ambitioniert. Lediglich 15 Prozent sollen bis Ende 2020 in den Chefetagen des Konzerns sitzen. Auch insgesamt gibt es wenige Frauen im Konzern. Ihr Anteil an der Gesamtbelegschaft liegt bei 23 Prozent. Allerdings sitzt hier eine Frau im Vorstand. Margret Suckale ist Personalchefin des Ludwigshafener Chemieunternehmens. Bekannt wurde sie während des Lokführer-Streiks 2008 als Personalchefin bei der Deutschen Bahn. Ein weiteres bekanntes weibliches Gesicht ist RTL-Chefin Anke Schäferkordt, die im Aufsichtsrat von BASF sitzt. Quelle: dpa
Beiersdorf Quelle: dpa
Hildegard Wortmann Quelle: Pressebild
Commerzbank Quelle: dapd

Viele europäische Ländern versuchen derzeit das Angebot für Betreuungsmöglichkeiten verbessern, so auch in der Schweiz. Damit soll es Müttern ermöglicht werden, vermehrt und mit einem höheren Pensum erwerbstätig zu sein und so eine Gleichberechtigung zwischen Müttern und Vätern herzustellen. Zwar sind in der Schweiz 77 Prozent der Mütter mit Kindern unter 15 Jahren erwerbstätig, doch die meisten mit einem geringen Teilzeitpensum. Die Väter dagegen sind mehrheitlich voll erwerbstätig (89 Prozent). Zu diesem Schluss kommt eine Studie des Nationalen Forschungsprogramms "Gleichstellung der Geschlechter".

Doch wie wirkt sich familienergänzende Kinderbetreuung auf die Berufstätigkeit von Vätern und Müttern aus? Dieser Frage sind das Forschungs- und Beratungsbüro Infras und das Institut für Empirische Wirtschaftsforschung der Universität St. Gallen in einem Projekt des Nationalen Forschungsprogramms "Gleichstellung der Geschlechter" (NFP 60) nachgegangen. Dafür wurde eine landesweite Statistik zum Betreuungsangebot erhoben, das in der Schweiz im internationalen Vergleich schwach ausgebaut ist. Durchschnittlich steht ein Betreuungsplatz für 11 Prozent der Kinder im Vorschulalter und für 8 Prozent der Kinder im Schulalter zur Verfügung.

Verfügbare Plätze gibt es vor allem in der Westschweiz sowie im Kanton Basel-Stadt und rund um Zürich und Zug, schlecht hingegen ist es in der Zentral- und Ostschweiz. Für Kinder im Vorschulalter weisen Neuenburg, Genf und Basel-Stadt mit einem Versorgungsgrad von über 20 Prozent die besten Angebote auf, für Schulkinder Genf und Basel-Stadt mit 43 respektive 26 Prozent. Am schlechtesten ausgebaut ist das Angebot für den Frühbereich in Appenzell-Innerrhoden, Uri und Graubünden, für den Schulbereich in St. Gallen, Uri und Graubünden. In diesen Kantonen beträgt der Versorgungsgrad zwischen einem und drei Prozent.
Für die Deutschschweiz können die Forscher für mehrere Gemeinden zeigen, dass die Erhöhung des Betreuungsangebots sich positiv auf das Arbeitspensum von Mutter und Vater auswirkt. Wenn also die Anzahl der Betreuungsplätze pro Schulkind durchschnittlich von drei auf elf Prozent steigt, so würde der Anteil der voll arbeitenden Mütter von 4 auf 12 Prozent steigen. Viel bemerkenswerter ist allerdings, dass gleichzeitig, die Väter ihre Erwerbstätigkeit reduzieren würden, wenn mehr Betreuungsplätze für ihre Kinder zur Verfügung stünden.

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