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Arbeitsalltag Achtsamkeit kann Sie zu einer besseren Führungskraft machen

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Hirnforscher finden Veränderungen durch Achtsamkeitsübungen

Die Veränderungen zeigen Hölzel zufolge, dass sich beide Bereiche während des MBSR-Trainings von Belastungen durch Stress erholt hatten: Der Hippocampus hatte beschädigtes Gewebe wieder aufgebaut, die Amygdala, die sich bei Stress vergrößert, war kleiner geworden. Wie lange solche Veränderungen anhalten, kann Hölzel nicht sagen. Wohl aber, dass es sie gibt – und dass regelmäßiges Achtsamkeitstraining wesentlich zur Bewältigung von Stress beitragen kann.

Für Weiher sind es zehn Minuten Meditation täglich und einige kurze Übungen, die er bei Bedarf einstreut. Er ist überzeugt, dass sich Achtsamkeit bei jedem anders anfühlt. Wie er sich fühlt, beschreibt er so: „Es gibt einen winzigen Moment zwischen Reiz und Reaktion, den es zu bemerken und zu nutzen gilt. In diesem Moment habe ich die Wahl: Verfalle ich in alte Denk- und Handlungsmuster, oder ändere ich etwas?“

Dieses „etwas“ kann bedeuten, sich in einem Konflikt in sein Gegenüber hineinzuversetzen und nach einem Kompromiss zu suchen – statt zum Angriff überzugehen. Oder Lehren aus einem missglückten Versuch zu ziehen – statt ihn frustriert als Zeitverschwendung abzustempeln. Oder beim Anblick einer langen To-Do-Liste kurz innezuhalten und die Aufgaben in Ruhe zu priorisieren, statt in Panik zu verfallen. Oder Dinge, die man schon immer so gemacht hat, einmal anders zu machen – und so bei der Suche nach einer Innovation vielleicht einen Schritt weiter zu kommen.

Achtsamkeit fühlt sich für jeden anders an

Wie kommt die Achtsamkeit ins Unternehmen? Expertin Hölzel zufolge gibt es viele unterschiedliche Programme, die auf Mitarbeiter und Führungskräfte abzielen – das in Skandinavien häufig eingesetzte „Corporate-Based Mindfulness Training“ und das beim Suchmaschinengiganten Google entwickelte Programm „Search Inside Yourself“ zählen zu den bekannteren. Auf dem Markt gebe es viele individuelle Anbieter, die ihre Schulungen auf die jeweiligen Bedürfnisse abstimmen.

Schlussendlich fühlt sich Achtsamkeit nicht nur für jeden anders an – der Erfolg von Schulungen und Workshops steht und fällt mit den Teilnehmern. In Weihers Fall sieht es so aus: Seine Weiterbildung hat ihn zu einem überzeugten Praktizierenden gemacht. Die Entscheidung, ob weitere Angebote zum Thema Achtsame Führung folgen, steht bald an. Die Entscheidung steht noch aus. Vielleicht ist auch das ein Fall für seine Intuition.

Bei der Agentur Virtual Identity hat sich Achtsamkeit als Teil der Meetingkultur durchgesetzt. „Zu Beginn gibt es eine Einstimmung auf das Thema des Treffens“, sagt Personalleiterin Kirsten Heller. „Sie wird in den Teams unterschiedlich umgesetzt.“ Manchmal sitzen die Teilnehmer zunächst eine Minute still zusammen, bevor der erste spricht. Oder jemand äußert seine Gefühle, positive wie negative. Letzteres kann die Furcht sein, zusätzliche Aufgaben nicht zu schaffen, oder Wut über ein Projekt mit geringen Erfolgsaussichten. „Damit sind Konflikte gleich zu Beginn auf dem Tisch“, sagt Heller.

Zudem werden im Vorfeld Ziele definiert und wie viel Zeit das Thema in Anspruch nehmen soll. Am Ende folgt eine Ausstimmung mit der Frage: Wurde das Ziel erreicht? Und falls nicht: Was kann man fürs nächste Mal lernen? „Unsere Erfahrung: Wir achten stärker darauf, wofür wir unsere Arbeitszeit und die unserer Kollegen verwenden“, sagt Heller. „Achtsamkeit steigert nicht nur die Kreativität, sie schafft auch Ressourcenbewusstsein.“

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