Arbeitsmodell Projekt Deutsche lieben die Abwechslung

Den einen Job fürs Leben gibt es für immer weniger Deutsche. Stattdessen ist Flexibilität gefragt. Laut einer Studie können sich drei Viertel der Bevölkerung vorstellen, in Projekten für mehrere Arbeitgeber zu arbeiten.

10 Tipps für den Jobwechsel
1. Klarheit schaffenBevor Sie überstürzt kündigen, wagen Sie eine ehrliche Bestandsaufnahme: Wollen Sie wirklich den Job wechseln? Oder flüchten Sie vor temporären Problemen? Haben Sie diese Fragen für sich klar beantwortet, bewahrt Sie das vor einer Kurzschlussreaktion, die Sie im Nachhinein womöglich bereuen. Quelle: Fotolia
2. Rat holenFragen Sie enge Freunde, Kollegen oder professionelle Coaches um Rat. Stellen Sie eine Kosten-Nutzen-Rechnung auf: Was geben Sie auf, was riskieren Sie - und was können Sie gewinnen? Außerdem sollten Sie Ihre finanziellen Reserven prüfen: Können Sie sich Einbußen leisten, kommt ein eventueller Umzug infrage? Quelle: dpa
3. Zukunft planenNicht jeder macht sich mit einer erfolgreichen Geschäftsidee selbstständig. Falls Sie sich in einer anderen Branche um einen festen Job bewerben, bereiten Sie sich schon mal auf kritische Fragen vor: In künftigen Vorstellungsgesprächen müssen Sie Ihre Entscheidung begründen. Sprechen Sie nicht von etwaiger Überforderung im aktuellen Job. Sondern machen Sie klar, dass der angestrebte Posten Ihren Talenten und Zielen entspricht. Quelle: Fotolia
4. Kündigen Sie korrektDie Kündigung muss schriftlich erfolgen, außerdem sollten Sie sie persönlich abgeben. In der Regel müssen Sie die Kündigung begründen, auch wenn das formal nicht erforderlich ist. Widerstehen Sie aber der Verlockung, in dem Schreiben abzurechnen: Es ist der neue Job, der Sie lockt – und nicht der alte, der Sie schockt. Quelle: Fotolia
5. Analysieren Sie die TrennungWelchen Anteil hatten Sie selbst an der Trennung? Hätten Sie etwas besser machen können? Wie können Sie sich künftig für solche Situationen wappnen? Die Antworten helfen Ihnen nicht nur dabei, sich vom alten Job zu lösen – sondern auch, sich auf eine neue Herausforderung einzulassen. Quelle: Fotolia
6. Bleiben Sie engagiertSeien Sie weiterhin pünktlich und zuverlässig, auch wenn es Ihnen schwer fällt. Bringen Sie Projekte zu Ende, verhandeln Sie wichtige Vorhaben selbst. Und bieten Sie an, einen eventuellen Nachfolger einzuarbeiten. Quelle: Fotolia
7. Schaffen Sie OrdnungUnd zwar wortwörtlich. Räumen Sie Ihr Büro auf, bevor Sie kündigen. Bringen Sie persönliche Dinge nach Hause – aber auch nur solche, die Ihnen wirklich gehören, löschen Sie private Dateien vom Computer. Nach der Kündigung haben Sie dazu vielleicht keine Gelegenheit mehr. Quelle: gms

73 Prozent der Deutschen können sich vorstellen, auf Projektbasis für verschiedene Unternehmen zu arbeiten. Überdurchschnittlich hoch ist die grundsätzliche Bereitschaft zur Projektarbeit mit über 89 Prozent in der Altersgruppe 18 bis 24 Jahre sowie bei Personen mit höheren Schulabschlüssen - also Abitur oder Fachhochschulreife - mit 82 Prozent. Das ist das Ergebnis der Studie „Projektarbeit - Arbeitsmodell der Zukunft“, die im August von Experis, einer auf die Vermittlung von Hochqualifizierten spezialisierte Tochtergesellschaft des Personaldienstleistungskonzerns ManpowerGroup, durchgeführt wurde.

Voraussetzung für die Bereitschaft, in wechselnden Projekten tätig zu sein, ist für 42 Prozent aller Befragten ein leistungsgerechtes Gehalt. 30 Prozent würden nur dann regelmäßig ihren Arbeitsplatz wechseln, wenn dabei ihre Freizeit nicht zu kurz kommt. Ein Viertel aller Befragten nennt als weitere Voraussetzung, herausfordernde Tätigkeiten übernehmen zu können. Was die Wechselfrequenzen betrifft, so können sich 26 Prozent vorstellen, mindestens halbjährlich den Aufgabenbereich zu wechseln. Für 15 Prozent kommt ein Wechsel alle sieben bis zwölf Monate in Frage. Weitere 20 Prozent würden sich im Turnus von 13 bis 24 Monaten inhaltlich neu orientieren.

12 Karriere-Mythen

Laut Studie hat die Hälfte der Arbeitnehmer in Deutschland im bisherigen Berufsleben mindestens vier sozialversicherungspflichtige Jobs ausgeübt. Die hohe Bereitschaft zur Projektarbeit lässt vermuten, dass dieser Anteil zukünftig steigen wird. Attilio Berni, Geschäftsführer von Experis, sieht in der projektbasierten Tätigkeit das Arbeitsmodell der Zukunft: „Die Ergebnisse der Studie zeigen deutlich, dass die Arbeitnehmer in Deutschland Abschied genommen haben von dem einstigen Ideal, dem Job fürs Leben. Stattdessen ist für die Mehrheit ein abwechslungsreiches Berufsleben mit vielen verschiedenen Stationen und Aufgaben attraktiv. Ein Grund dafür ist sicherlich das steigende Bedürfnis nach einem erfüllenden Berufsleben: Die Arbeitnehmer wollen ihre vielseitigen Interessen und Talente auch im Job nutzen.“

Auch die zunehmende Mobilität trage dazu bei, dass die Arbeitnehmer einer projektbasierten Tätigkeit gegenüber offener geworden sind. In der Studie gaben 81 Prozent der Befragten an, dass sie für einen attraktiven Job umziehen oder pendeln würden. 42 Prozent sind bereit, täglich zwei Stunden Fahrzeit in Kauf zu nehmen.

„Unternehmen profitieren von der Flexibilität der deutschen Arbeitnehmer, weil sie ihre personellen Ressourcen durch projektbasierte Beschäftigung besser den wirtschaftlichen Entwicklungen anpassen können“, erklärt Vera Calasan, Vorsitzende der Geschäftsführung der ManpowerGroup Deutschland. „Vor allem im hochqualifizierten Bereich wird der Bedarf an flexiblen Mitarbeitern weiter wachsen.“

In Arbeit
Bitte entschuldigen Sie. Hier steht ein Element, an dem derzeit noch gearbeitet wird. Wir kümmern uns darum, alle Elemente der WirtschaftsWoche zeitnah für Sie einzubauen.

Von diesem Trend können auch die Arbeitnehmer profitieren. „Für die Flexibilität qualifizierter Projektmitarbeiter sind die Unternehmen bereit, überdurchschnittliche Gehälter zu zahlen“, weiß Experis-Chef Attilio Berni. „Wer das Risiko einer Selbstständigkeit scheut, kann sich als unbefristet angestellter Mitarbeiter bei einem spezialisierten Personaldienstleister herausfordernde Projekte bei attraktiven Arbeitgebern vermitteln lassen.“

Besonders gute Aussichten auf dem projektbasierten Arbeitsmarkt haben laut Berni aktuell Ingenieure, IT-Spezialisten sowie Experten für Finanz- und Rechnungswesen.

© Handelsblatt GmbH – Alle Rechte vorbehalten. Nutzungsrechte erwerben?
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%