Arbeitsmodelle So arbeitet es sich bei den Dax-Konzernen

Daimler denkt über neue Arbeitszeit-Modelle nach und will von den Angestellten wissen, was sie sich für die Zukunft wünschen. Wir haben uns umgehört, wie bei den anderen Dax-Konzernen gearbeitet wird.

Kleine Plastikfiguren stehen am 09.11.2012 in Berlin vor dem Logo vom DAX Quelle: dpa

Bei Daimler zu arbeiten, ist nicht das Schlechteste: Laut einer Befragung des Kölner Staufenbiel Instituts ist die überwiegende Zahl der Mitarbeiter zufrieden und zudem stolz auf den Autobauer. Es herrscht offenbar ein kollegialer Umgang, die Mitarbeiter identifizieren sich mit dem Unternehmen. Über die Arbeitsbedingungen, auch was Technik und Ausstattung betrifft, äußern sich Mitarbeiter überwiegend positiv.

Außerdem können die Mitarbeiter in Teilzeit oder im Homeoffice arbeiten, es gibt Elternzeit und Sabatticals und Betriebskitas. Und wenn das Geschäft gut läuft, bekommen auch die Mitarbeiter etwas ab: So zahlte der Dax-Konzern rund 135.000 Tarifmitarbeitern für das Geschäftsjahr 2014 eine Rekordprämie von 4.350 Euro.

Mitarbeiterbefragung beginnt nach Ostern

Um den Mitarbeitern noch mehr entgegenzukommen, startet Daimler dieser Tage eine große Mitarbeiterbefragung: Der Autokonzern sucht nach neuen flexiblen Arbeitszeit-Modellen und befragt deshalb nach Ostern die Belegschaft zum Thema "Mobiles Arbeiten". Eine Neuregelung dürfte aber erst im kommenden Jahr in Kraft treten. An Messgrößen wie den in Tarifverträgen niedergeschrieben Arbeitszeiten will Betriebsratschef Michael Brecht allerdings nicht rütteln. "In diesem Punkt sind wir unflexibel", sagte er. Schließlich gehe es hier auch um den Arbeitsschutz. Es dürfe nicht egal sein, wie viel Zeit eine bestimmte Arbeit in Anspruch nimmt.

Stattdessen sollen andere Lösungen gefunden werden. Wie die genau aussehen, wird sich nach der Mitarbeiterbefragung zeigen. Die IG Metall wird den Konzern bei der Umsetzung beraten.

WirtschaftsWoche Online hat sich deshalb bei den Dax-Konzernen erkundigt, welche flexiblen Modelle sie ihren Mitarbeitern anbieten.

Homeoffice & Arbeitszeit: So arbeitet es sich bei den Dax-Konzernen

Dass solche Schritte nötig sind, ist Konsens bei den Dax 30 - allein schon, um als Arbeitgeber attraktiv zu bleiben. "Vor dem Hintergrund der technischen Entwicklungen erwarten inzwischen viele Arbeitnehmer von ihrem Arbeitgeber, mobil arbeiten zu können", sagt Wolfgang Brezina, Personalvorstand der Allianz. Das kann ein Unternehmen nicht ignorieren. Stichwort Fachkräftemangel. Hinzu komme laut Brezina, dass sich für viele Mitarbeiter nur dank Home-Office & Co. Beruf und Familie unter einen Hut kriegen lassen.

Auch der gesundheitliche Aspekt darf nicht vernachlässigt werden. So sagt auch Thomas Marquardt, Personalleiter bei Infineon: "Als Arbeitgeber richtet sich Infineon, soweit dies möglich ist, nach den Bedürfnissen der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, um so eine zeitgemäße Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben zu gestalten. Niemand profitiert langfristig davon, wenn Arbeitskräfte so überlastet sind, dass sie krank werden."

Und das passiert schnell: Wöchentliche Arbeitszeiten von deutlich mehr als 40 Stunden schaden nach Auffassung von Experten der Gesundheit. Bei langfristiger Mehrarbeit über 40 Wochenstunden hinaus nehmen gesundheitliche Probleme wie Magen-Darm-Beschwerden oder Stressempfinden zu.

Was bei der Arbeit stresst

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