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Arbeitswelt der Zukunft Mit „New Work“ zu „Next Work“

Quelle: Fotolia

Unternehmen wollen agiler und anpassungsfähiger werden, um im Wettbewerb zu bestehen. Das erfordert eine neue Art zu arbeiten.

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Agilität“ ist derzeit das Zauberwort in praktisch allen Unternehmen jeder Größenordnung. Dabei ist die Ausgangslage meist vergleichbar: Organisationen wollen agiler und damit anpassungsfähiger werden, um die digitale Transformation zu meistern und im globalen Wettbewerb handlungsfähig zu bleiben.

Hierzu wagen wir auch bei Siemens Experimente, die noch vor zehn Jahren nicht denkbar gewesen wären. Wir beginnen beispielsweise, Statuslevel abzuschaffen, Hierarchien zur Diskussion zu stellen sowie Strukturen und Regeln aufzuweichen. Wir erproben neue Formen der Zusammenarbeit und der Entscheidungsfindung, durch die wir ein höheres Maß an Flexibilität gewinnen. Und das hat auch Folgen für die Mitarbeiter: Sie sollen mehr Selbstverantwortung übernehmen und zugleich auch mehr Selbstbestimmung bekommen. Zusammengefasst sprechen wir von „New Work“ – einer neuen Art zu arbeiten.

Das findet natürlich nicht jeder gut. Skeptiker fragen, wohin die neue Art des Arbeitens führen soll. Es geht nicht darum, welches Unternehmen die größte Zahl an New-Work-Beispielen vermeldet, mehr Scrum-Master hervorbringt, die meisten Vorträge auf Konferenzen hält oder die meisten Preise bekommt.

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Das Ziel ist ein anderes: „New Work“, und damit die unternehmerische Reaktions- und Anpassungsfähigkeit, ist essenziell, um den Fortbestand einer Organisation zu sichern und damit auch ihre Funktion als Arbeitgeber. Die Frage, wie wir arbeiten, muss uns also weiterhelfen bei der wesentlich größeren Frage, „was“ wir in Zukunft eigentlich arbeiten. Anders formuliert: Wir müssen mittels „New Work“ unsere „Next Work“ ermöglichen. Damit einher gehen auch neue Arbeitsinhalte und Tätigkeiten, die andere und neue Kompetenzen erfordern sowie letztlich in neue Jobprofile münden.

Wie sich Arbeitnehmer darauf vorbereiten? Sie müssen sich noch stärker als bislang mit der Digitalisierung und neuen Technologien auseinanderzusetzen, auch in den nichttechnologischen Bereichen. Die digitalisierte Arbeitswelt ist die Werkstatt des 21. Jahrhunderts, in ihr muss man sich auskennen.

Aber auch die Arbeitgeber sind gefordert. Es ist ihre originäre Aufgabe als Unternehmen, neben der proaktiven Entwicklung der Organisation die fortlaufende Veränderung der Arbeitswelt mit den Mitarbeitern zu diskutieren. Als lernende Organisation müssen sie vielfältige und langfristig ausgerichtete Qualifizierungsangebote schaffen, um individuelle Flexibilität, aber auch Entscheidungsfreiheit bei der beruflichen Entwicklung zu ermöglichen.

Ein ganzheitlicher Blick zeigt zudem: „New Work“ und „Next Wort“ erschließen sich nicht allein innerbetrieblich. Nur in der Verbindung interner und externer Expertise gelingt es, neue Möglichkeiten der Zusammenarbeit einzuschlagen. Kurz gesagt: Wir werden neue Arbeit dann bekommen, wenn wir uns auf eine neue Art zu arbeiten einlassen. In diesem Gelingen liegt auch eine wichtige Voraussetzung für die erfolgreiche Weiterentwicklung des Wirtschaftsstandortes Deutschland.

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