Astronautin gesucht Was Astronauten können müssen

Die Frauenquote für's Weltall ist da: Der zwölfte deutsche Astronaut auf der Internationalen Raumstation ISS soll eine Frau sein, das Casting ist eröffnet. Was man können muss, um Astronaut zu werden: Ein Jobprofil.

Der deutsche Astronaut Alexander Gerst arbeitet an der Internationalen Raumstation ISS. Quelle: dpa

Derzeit läuft in Deutschland ein Casting der besonderen Art: Statt Stars oder Top-Models sucht das Unternehmen HE Space, ein Personaldienstleister für Luft- und Raumfahrtspezialisten, die erste deutsche Astronautin. Bisher sind elf Deutsche zur Internationalen Raumstation ISS geflogen - alles Männer. HE Space will das ändern. Die zündende Idee: eine privat finanzierte Mission, um die erste deutsche Astronautin ins All zu schießen. "Der zwölfte deutsche Mensch sollte ein Frau sein", sagt Geschäftsführerin Claudia Kessler, die auch Vizepräsidentin der Deutschen Gesellschaft für Luft- und Raumfahrttechnik (DGLR) ist.

Und theoretisch wäre das kein Problem: "Ich habe super ausgebildete promovierte Ingenieurinnen kennengelernt, die Astronautin werden wollen. Doch eine offizielle Ausschreibung ist nicht in Sicht", so Kessler. Also schreibt sie einfach selbst die Stelle aus.

Kessler verfolgte als Vierjährige gebannt die Mondlandung im Fernsehen. Die Faszination Weltall ließ sie nicht los: Sie studierte Luft- und Raumfahrt in München, wollte Astronautin werden. Mitten im Studium tat sich eine Möglichkeit auf: eine Ausschreibung für einen Flug ins All. Doch gefragt war ein abgeschlossenes Studium. Kesslers Studium war nicht zu Ende, der Traum platzte. Es griff Plan B: ein Job als Weltraum-Managerin.

Fakten zu Frauen im Weltall

Jetzt will sie anderen Frauen ermöglichen, sich den Traum vom Weltall zu verwirklichen. Doch das wird nicht leicht. Denn Astronaut ist kein Beruf wie jeder andere. Auf die Bewerber wartet ein hartes Auswahlverfahren, und wenn man zu den wenigen Glücklichen gehört, der das übersteht, folgt die nicht weniger harte Ausbildung. Die dauert dreieinhalb Jahre: Das ein Jahr andauernde Basistraining vermittelt Grundlagen der Raumfahrt und der Triebwerkstechnik - Fitnesstrainings inklusive.

In den letzten zwei Jahren der Ausbildung bereiten sich die angehenden Astronauten dann auf ihre Aufgaben im All vor und üben beispielsweise Reparaturen an der Station, einen Außenausstieg oder wissenschaftliche Experimente in der Schwerelosigkeit. Muskelbepackte Einzelkämpfer und Fachidioten braucht auf der ISS allerdings niemand, hier werden Teamplayer gesucht. Schließlich lebt die Crew der ISS auf engen Raum zusammen und ist voneinander abhängig.

Auch Abenteuerlust darf ein Astronaut mitbringen, aber die allein reiche als Motiv für eine so lange Marsmission nicht aus, meint der deutsche Raumfahrer Reinhold Ewald. "Solche Leute würden schon auf dem Weg zum Mars an ihrer Entscheidung zweifeln, weil es so lange dauert."

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