Aufstiegschancen Ingenieure machen bei Beratern schneller Karriere

Karrierewillige Ingenieure sollten auch Beratungsdienstleister als Arbeitgeber in Erwägung zu ziehen. Bei denen ist der Weg nach oben oft kürzer als in der Industrie, wie eine Untersuchung zeigt.

Die beliebtesten Arbeitgeber der Ingenieure
Ein Prüfingenieur des TÜVs setzt eine TÜV-Plakette auf das Nummernschild eines Autos Quelle: dpa
Arbeiter setzen in einer Halle des Triebwerksherstellers MTU Maintenance ein Flugzeugtriebwerk instand Quelle: dapd
Ein Mann vor einem Zug der DB Quelle: dpa
Stefan Sommer, Vorsitzender des Vorstands der ZF Friedrichshafen AG Quelle: dpa
Leute sitzen in Google-Sitzsäcken Quelle: dapd
Der Schriftzug "Continental" steht auf einem Reifen Quelle: dapd
Tanklager der BASF in Ludwigshafen Quelle: obs
Ein Auto von Eon Quelle: dpa
Ein Zeppelin des DLR Quelle: AP
Ein Wagen von Bosch Rexroth vor einer Windkraftanlage Quelle: Presse
Ein Schleppfahrzeug rangiert eine Boeing 747-8 Quelle: dpa
Platz 10: Fraunhofer GesellschaftAuch die Fraunhofer-Gesellschaft konnte 7,0 Prozent der Stimmen auf sich vereinen. Damit konnte sie sogar von Platz elf im vergangene Jahr um einen Rang aufrücken. Quelle: Volker Stegerl für Fraunhofer Gesellschaft
MAN LKWs Quelle: dapd
Ein Mann arbeitet an einem Mercedes LKW Quelle: dpa
Leute auf einer Ausstellung von EADS Quelle: REUTERS
Ein Mann überprüft den Lack an einem neuen CW Quelle: dapd
Das Bosch-Logo Quelle: APN
Porsche-Logos Quelle: dpa
Ein Mitarbeiter von Siemens arbeitet in Krefeld im Siemens-Werk an einem Triebwagen des ICE Quelle: dapd
Audi Quelle: dapd

In Rankings der beliebtesten Arbeitgeber für Ingenieure stehen in der Regel auf den vorderen Plätzen große und bekannte Industrieunternehmen. Dafür ist sicher die Strahlkraft der Marke und das damit zusammenhängende Image des Konzerns verantwortlich. Ingenieursdienstleister und Technologieberatungsunternehmen tauchen - wenn überhaupt - erst auf den hinteren Plätzen im Beliebtheitsranking auf. Eine neue Studie des Marktforschers Lünendonk hat jetzt "harte" Karrierefaktoren wie Entwicklungsdynamik, Zahl neuer Führungspositionen oder Wartezeiten zwischen Positionswechseln sowohl in Industrieunternehmen als auch bei Ingenieursdienstleistern untersucht und kommt zu dem Ergebnis: Die Aufstiegschancen für karrierehungrige Ingenieure sind möglicherweise bei Ingenieursdienstleistern besser.

Das liegt vor allem am vergleichsweise höheren Personalbedarf der Ingenieursberatungen, und Karrierechancen in einer Organisation hängen in hohem Maße von ihrem Wachstum ab. Je schneller die Organisation wächst, desto eher sind Leitungs- und Führungspositionen zu besetzen. Im Vergleichszeitraum 2010 und 2011 wuchs, wie die Studie zeigt, die Zahl der beschäftigten Ingenieure bei den Dienstleistern um 16,4 Prozent und bei den Industrieunternehmen nur um 5,8 Prozent. Für die Trendstudie wurden 26 Unternehmen der beliebtesten Arbeitgeber für Ingenieure aus der Industrie sowie eine Vergleichsgruppe von 17 führenden Anbietern von Technologie-Beratung und Engineering Services befragt.

Laufbahnwechsel in Beratungen einfacher
Ein weiterer Vergleich bei der Zahl der Führungspositionen zeigt ein ähnliches Bild: Während Industrieunternehmen zwischen 2010 und 2011 durchschnittlich 6,2 Prozent neue Führungspositionen in den Bereichen Forschung und Entwicklung und Produktentwicklung geschaffen haben, stieg die Zahl der Führungspositionen bei den Technologieberatern und-dienstleistern im gleichen Zeitraum um durchschnittlich 16,7 Prozent. Dieser Unterschied ist auch auf die höheren Mitarbeiter-Fluktuationsraten in Beratungsunternehmen zurückzuführen.

Was Absolventen von Firmen erwarten
Die StudieDie Personalberatung Kienbaum hat im Auftrag des Haniel-Konzerns fast 1000 Absolventen in sieben europäischen Ländern nach ihren Ambitionen und der persönlichen Karriereplanung befragt. Die Antworten helfen Arbeitgebern bei der Positionierung im Wettbewerb um Fachkräfte – und zeigen Absolventen, was andere bei der Karriereplanung anstreben. Geld spielt eine geringe Rolle für die Attraktivität eines Arbeitgebers, die Stimmung ist wichtiger. Quelle: dpa
Karriere als LebensinhaltFür 75 Prozent ist der berufliche Aufstieg „zentraler Lebensinhalt“, der von etwa der Hälfte der Absolventen mit dieser Einschätzung aber unabhängig von den klassischen Karrierewegen in einzelnen Unternehmen verfolgt wird. Auf den Aufstieg in einem bestimmten Unternehmen setzt die andere Hälfte. Quelle: dpa
Italiener setzen auf KarriereFür 25 Prozent der Befragten ist die Karriere kein zentraler Bestandteil der eigenen Lebensplanung. Innerhalb Europas gibt es dabei deutliche Unterschiede: In Italien sind nur sieben Prozent der Befragten dieser Auffassung, in Österreich hingegen 38 Prozent. 93 Prozent der italienischen Absolventen wollen Karriere machen. Quelle: rtr
Eigenschaften, auf die es ankommtNach Einschätzung der Absolventen ist vor allem Teamfähigkeit eine bedeutende Fähigkeit (43 Prozent sind dieser Auffassung), um Karriere machen zu können. Sogar die Fähigkeit zur Selbstkritik (39 Prozent) wird als bedeutender eingeschätzt als praktische Erfahrung (29 Prozent) oder akademische Kenntnisse (26 Prozent). Quelle: dpa
Traumziel für Männer: FührungskraftUnter Betriebs- und Volkswirten strebt die Hälfte der befragten Männer an, Führungskraft zu werden. Weniger attraktiv erscheint Männern die Rolle als Experte (33 Prozent), verschrien ist geradezu der Projektleiter (16 Prozent). Von Frauen werden die drei Positionen als jeweils gleich attraktiv angesehen. Bei Ingenieuren ist die Rolle des Experten für Männer (40 Prozent) und Frauen (46 Prozent) erstrebenswert. Quelle: dpa
Ratgeber für die KarriereplanungBesonders wichtig erachten Absolventen bei der Karriereplanung die Internetsuche (75 Prozent der Befragten) und die Präsentation von Firmen auf deren Websites (67 Prozent). Innerhalb Europas schwankt aber die Auffassung darüber, ob Praktika das Mittel zur Planung des Karrierewegs sind. Drei Viertel der französischen Absolventen sieht das so, in Deutschland sind es 63 Prozent und in Ungarn nur 38 Prozent. Recht viele bauen auch auf Rat aus dem Freundeskreis (37 Prozent) und der Familie (35 Prozent), wenn sie die Karriere planen. Quelle: dpa
Was wenige Absolventen beeinflusstSpezielle Karriereevents von Firmen sind für deutsche Absolventen weniger interessant bei der Berufsplanung (17 Prozent), auch Karrieremessen gelten als unattraktiv (12 Prozent). Im Ausland liegen die Quoten deutlich höher – vor allen italienische Berufseinsteiger mögen Karriereevents (39 Prozent). Quelle: dapd
Nach dem AbschlussJeder dritte Uni-Absolvent will nach der Uni direkt in eine Festeinstellung einsteigen, 35 Prozent wählen ein Praktikum, 23 Prozent ein Trainee-Programm und neun Prozent setzen auf Beziehungen aus dem persönlichen Netzwerk. Besonders in Deutschland ist das Praktikum verpönt, nur 22 Prozent der Absolventen halten dies als Einstieg ins Berufsleben für angemessen. Quelle: dpa
Arbeitgeberwahl – Die Kultur entscheidetMit deutlichem Vorsprung gilt die Stimmung im Unternehmen für 57 Prozent der befragten Absolventen als entscheidendes Kriterium für die Berufswahl, 44 Prozent halten Karrierechancen in dem Betrieb für wichtig und 39 Prozent möchten Respekt von ihren Vorgesetzten erfahren. Dagegen ist für nur ein Fünftel die Sicherheit des Arbeitsplatzes, das Geld oder die Bekanntheit des Unternehmens entscheidend. Quelle: dpa
Arbeitgeberwahl – Die Kultur entscheidetMit deutlichem Vorsprung gilt die Stimmung im Unternehmen für 57 Prozent der befragten Absolventen als entscheidendes Kriterium für die Berufswahl, 44 Prozent halten Karrierechancen in dem Betrieb für wichtig und 39 Prozent möchten Respekt von ihren Vorgesetzten erfahren. Dagegen ist für nur ein Fünftel die Sicherheit des Arbeitsplatzes, das Geld oder die Bekanntheit des Unternehmens entscheidend. Quelle: dpa
Was an Karriereunterstützung gewünscht wirdDie persönliche Entwicklung soll von Firmen gefördert werden, wünschen sich 44 Prozent der Absolventen. Unterstützung durch Vorgesetzte bei der Erreichung der eigenen Ziele halten 42 Prozent für wichtig. Internationalität der Firma ist nur für 18 Prozent als Unterstützung für die persönliche Karriereplanung wichtig. Dennoch gelten international tätige Firmen als attraktiver Arbeitgeber – zwei Drittel halten das für wichtig. Quelle: dpa
Auf die Größe kommt es nur bedingt anDie Zahl der Mitarbeiter eines Unternehmens interessiert jeden vierten Absolventen nicht. Allerdings präferiert ein Drittel der Betriebswirte und Ingenieure vor allem Großunternehmen ab 500 Mitarbeiter. Quelle: Fotolia

Laut der Studie ist zudem der Wechsel von einer fachlichen Laufbahn auf eine Führungslaufbahn bei Entwicklungsdienstleistern einfacher als in großen Industrieunternehmen: Ein Wechsel der Laufbahn ist bei 94,1 Prozent der Entwicklungsdienstleister möglich, bei Industrieunternehmen sind es 84,6 Prozent.

Verweildauer auf Positionen in Industrie länger
Der durchschnittliche Ingenieur bleibt rund drei Jahre auf einer Position oder in einer Abteilung in einer Beratungsfirma - und damit halb so lange wie bei einem der analysierten Industrieunternehmen. Hier liegt die Verweildauer bei durchschnittlich 6,7 Jahren. Außerdem arbeiten Ingenieure bei Industrieunternehmen typischerweise jahrelang an den gleichen Themen und Produkten an einem festen Standort. Bei Dienstleisters angestellte Ingenieure arbeiten hingegen überwiegend an Projekten, bei denen sie regelmäßig die Kunden wechseln und damit auch neue Aufgaben und Einsatzorte erhalten. Für Ingenieure bedeuten diese dynamischeren Rahmenbedingungen einerseits die Möglichkeit, schneller Karriere zu machen, erfordern andererseits jedoch auch höhere Flexibilität und Veränderungsbereitschaft.

fk

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