Ausländische Fachkräfte: Das sind die Städte mit der höchsten Lebensqualität
Frankfurt schafft es auf Platz 6 der Städte mit der höchsten Lebensqualität für Expats
Foto: imago imagesIn welcher Stadt auf der Welt lebt es sich am besten? Das hat die Beratungsgesellschaft Mercer in einer weltweiten Vergleichsstudie untersucht und dafür die Lebensqualität für ausländische Fachkräfte in 450 Großstädten unter die Lupe genommen.
Gleich drei deutsche Städte haben es bei der Auswertung in die Top Ten geschafft: Frankfurt (Platz 6), München (Platz 7) und Düsseldorf (Platz 10). Das macht die hessische Metropole Frankfurt zur Stadt mit der höchsten Lebensqualität in Deutschland. Den ersten Platz belegt die österreichische Hauptstadt Wien, gefolgt von Zürich in der Schweiz und Auckland in Neuseeland.
In Neuseeland wurden erst vergangenes Jahr Einwanderungsbestimmungen für bestimmte Berufsgruppen gelockert, um gegen den Fachkräftemangel vorzugehen. Menschen, die im Gesundheits-, Bildungs- oder Bausektor arbeiten, können seitdem eine beschleunigte Aufenthaltsgenehmigung beantragen.
Insgesamt werden die Top 10 vornehmend von Europa dominiert, wo sechs der Städte liegen. Die erste unter den asiatischen Städten ist auf dem 29. Platz Singapur. Aus den USA erreicht San Francisco mit dem 37. Platz den höchsten Rang, in Lateinamerika Montevideo in Uruguay (Platz 89). Dubai (Platz 79) und Abu Dhabi (Platz 84) in den Vereinigten Arabischen Emiraten führen die Rangliste im Nahen Osten an und sind beide für ihre moderne Infrastruktur und vielfältigen Expat-Gemeinschaften bekannt. Dicht dahinter folgt Port Louis in Mauritius auf dem 88. Platz, mit der besten Lebensqualität in Afrika.
„Die Daten zeigen, dass Städte mit hoher Lebensqualität ihren Bürgerinnen und Bürgern und Expatriates Zugang zu exzellenter Gesundheitsversorgung, Bildung, Infrastruktur und Sozialleistungen bieten“, sagt Markus Kurth, Global Mobility Practice Lead Germany & Austria bei Mercer. „Die aktuelle globale Situation wird von geopolitischen Turbulenzen, Naturkatastrophen und wirtschaftlicher Volatilität geprägt, die erhebliche Auswirkungen auf Städte und deren Anziehungskraft auf Talente haben.“ So würden viele Arbeitnehmende ihre Prioritäten und die Lebensqualität überdenken, die ihnen und ihren Familien an den Orten, an denen sie leben und arbeiten, geboten wird.
Für die Auswertung hat Mercer die Lebensbedingungen anhand von 39 Faktoren analysiert, die in zehn Kategorien zusammengefasst sind: politisches und soziales Umfeld, wirtschaftliches Umfeld, soziokulturelles Umfeld, medizinische und gesundheitliche Aspekte, Schulen und Bildung, öffentliche Dienstleistungen und Verkehr, Freizeit, Konsumgüter, Wohnen und natürliche Umwelt. Die Daten wurden zwischen September und November 2023 erhoben.
Auf dem Erfolg ausruhen sollten die deutschen Städte sich aber nicht. Denn während Frankfurt, München und Düsseldorf in diesem Ranking zwar als die Städte mit der höchsten Lebensqualität gelten, verlor Deutschland in einer Auswertung der Bertelsmann Stiftung von Anfang des Jahres im Kampf um hochqualifizierte Fachkräfte und Start-up Gründerinnen und Gründer an Boden. Unter den 38 Ländern der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, kurz OECD, sei Deutschland seit 2019 beim Ansehen von Platz 12 auf 15 zurückgefallen. Während die OECD-Staaten Neuseeland, Schweden, Schweiz, Australien und Norwegen laut Index am attraktivsten für hochqualifizierte Fachkräfte sind.
Werden Expats selbst gefragt, kommt Deutschland sogar noch schlechter weg: Die Bundesrepublik gilt als zu bürokratisch und nicht digital genug. Außerdem nehmen Expats die Deutschen nicht als freundlich wahr und sind unglücklich mit dem Sozialleben. Es fällt den Expats generell schwer, in Deutschland anzukommen, wie es in einer weiteren Studie heißt.
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