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Befragung Beschäftigte empfinden ihre Arbeit zunehmend als Belastung

Stress im Job: Immer mehr Bürger fühlen sich erschöpft Quelle: dpa

Obwohl die Arbeitsintensität nicht zunimmt, fühlen sich immer mehr Bundesbürger erschöpft von ihrem Job. Wie können Arbeitgeber dem Problem entgegenwirken?

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Immer mehr Beschäftigte in Deutschland empfinden ihre Arbeit als belastend. Im Vergleich zum Jahr 2006, wo sich 43 Prozent der Bürger durch schnelles Arbeiten überlastet fühlten, stieg deren Anzahl 2018 bereits auf 51 Prozent. Schuld an der empfundenen Belastung ist neben dem Zeitdruck auch die Betreuung verschiedener Tätigkeiten gleichzeitig, Termin- und Leistungsdruck sowie Unterbrechungen am Arbeitsplatz. Das geht aus drei Befragungen von mehr als 17.000 abhängig Beschäftigten der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) aus den Jahren 2006, 2012 und 2018 hervor. Die tatsächliche Arbeitsintensität ist aber - auch das zeigen die Zahlen - nicht unbedingt stärker geworden.

Etwa 60 Prozent der Befragten gaben in den Erhebungen der vergangenen Jahre an, häufig mehrere Dinge im Job gleichzeitig bearbeiten zu müssen. Rund ein Drittel von ihnen empfand dies als belastend. Zum Vergleich: Im Jahr 2006 galt das gerade einmal für 27 Prozent.

Knapp die Hälfte der Beschäftigten arbeitet zudem unter großem Termin- bzw. Leistungsdruck und 46 Prozent fühle sich bei der Arbeit von anderen Dingen oder Kollegen gestört. Diese Zahlen sind aber gegenüber den früheren Befragungen rückläufig: Im Jahr 2006 waren noch 54 Prozent starkem Termin- und Leistungsdruck, 47 Prozent Störungen am Arbeitsplatz ausgesetzt. Dennoch empfanden 2018 67 Prozent der Bundesbürger den Termin- und Leistungsdruck als belastend. 2006 waren es gerade einmal 60 Prozent.

Auch das Tempo auf der Arbeit ist für viele Menschen ein Problem: 34 Prozent müssen häufig sehr schnell Aufgaben erledigen. Mehr als jeder Zweite empfindet dies laut der Erhebung von 2018 als Belastung. Immerhin: Im Vergleich zu den Jahren 2006 (45 Prozent) und 2012 (39 Prozent) sank der Anteil derjenigen Beschäftigten, die unter Zeitdruck arbeiten müssen. Gleichzeitig empfinden konstant 60 Prozent der Betroffenen diesen Umstand als belastend.

Nahezu unverändert ist auch die Anzahl der Bundesbürger, die bei der Arbeit an ihre persönlichen Leistungsgrenzen geht: 16 Prozent. Mehr als drei Viertel von ihnen empfindet dies inzwischen als belastend. Ihr Anteil ist seit 2006 (71 Prozent) leicht gestiegen.

Treten mehrere negative Arbeitsbedingungen zusammen auf, fühlen sich die Beschäftigten laut der Befragung eher belastet. In der Gruppe, die sich allen fünf Belastungsfaktoren auf der Arbeit ausgesetzt sieht, fühlt sich knapp die Hälfte erschöpft. In der Gruppe, die sich keinem der Belastungsfaktoren ausgesetzt sieht, sind es gerade einmal sieben Prozent.

Die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin empfiehlt Beschäftigten, ihr Stresspotenzial bewusst zu senken. Arbeitgeber sollten ihren Angestellten demnach etwa Flexibilität in Sachen Tempo, Reihenfolge und Gestaltung ihrer Arbeit einräumen um die Arbeitsintensität zu reduzieren. Eine zu hohe Arbeitsintensität sei auch ein Risiko für die Gesundheit der Beschäftigten.

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