WiWo App 1 Monat für nur 0,99 €
Anzeigen

Beruf Welche Ausbildung mehr Gehalt verspricht

Ein Studium lohnt sich in den meisten Fachrichtungen. Das diese Aussage zumindest im finanziellen Bereich zutrifft, zeigt eine aktuelle Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW). In einigen Fächern könne aber auch mit einer beruflichen Ausbildung ein hoher Lohn erreicht werden.

  • Artikel teilen per:
  • Artikel teilen per:
Studium oder Ausbildung - womit verdienen junge Menschen heute am meisten. Eine Studie hat jetzt viele Neuheiten ans Licht gebracht Quelle: dpa

Die höchsten Stundenlöhne werden in den klassischen Universitätsfächern Medizin, Betriebswirtschaftslehre und Jura erzielt. Aber auch in einigen Fächern der
beruflichen Ausbildung, vorwiegend im kaufmännischen Bereich, können Abiturienten einen Lohn erwarten, der über dem Durchschnittslohn von Personen mit Abitur insgesamt liegt.

Die technischen und naturwissenschaftlichen Fächer gehören - trotz des oft diskutierten Mangels an Absolventen - nicht zu den „Top“-Fächern hinsichtlich des zu erwartenden Lohns. Die gelte insbesondere für Frauen, schreiben die wissenschaftliche Mitarbeiterin Daniela Glocker und die Doktorandin Johanna Storck, die die Studie durchgeführt haben.

Die beliebtesten Studienfächer in Deutschland
IngenieurwissenschaftenIn dieser Fächergruppe fiel der Rückgang besonders stark aus: Noch knapp 106.300 junge Menschen begannen dieses Studium. Das sind 8,8 Prozent weniger als im Vorjahr. Vor allem die Zahl der männlichen Studienanfänger sank, während die Anzahl der Frauen stieg. Ursache ist nach Angaben der Statistiker die Aussetzung der Wehrpflicht im Jahr 2011, die damals zu einem deutlichen Anstieg der männlichen Erstimmatrikulierten geführt hatte. Quelle: dpa/dpaweb
Platz 1Es muss nicht immer das oberste Gericht sein wie die Richter vom Bundesverfassungsgericht (Bild). Für 185.856 Studienanfänger, die voriges Semester 2011/2012, das Studium der Rechts-, Wirtschafts- und Sozialwissenschaften angefangen haben, gibt es an deutschen Gerichten auch nicht genügend Arbeitsplätze. Die Politologen, Volkswirte und Juristen, die jedes Jahr zu Tausenden die Universitäten verlassen, finden ausreichend Betätigungsfelder in Politik, Wirtschaft und Medien. Quelle: dapd
Mathematik und NaturwissenschaftAuch in dieser Fächergruppe sank 2012 die Anzahl der Erstimmatrikulierten im Vergleich zum Vorjahr um 7,2 Prozent. Insgesamt schrieben sich 84.600 Anfänger für das Studium ein. Quelle: dpa/dpaweb
Sprach-und Kulturwissenschaften 82.600 Personen nahmen 2012 ein Studium aus der Fächergruppe der Sprach- und Kulturwissenschaften auf. Damit ist auch hier ein Rückgang um 5,1 Prozent zu verzeichnen. Quelle: dpa
Rechts-, Wirtschafts- und SozialwissenschaftenFür ein Studium dieser Fächergruppe entschieden sich 163.500 Studierende. Mit 2,9 Prozent ist lediglich ein kleiner Rückgang zu verzeichnen. Quelle: dpa
Humanmedizin und GesundheitswissenschaftenAls einzige Fächergruppe kann der Bereich Humanmedizin und Gesundheitswissenschaften ein Plus verzeichnen und dann direkt - mit 7,9 Prozent - ein großes. 24.100 Studienanfänger gab es in diesem Bereich im vergangenen Jahr. Quelle: dpa

Die Methode

Die DIW-Untersuchung stützt sich auf Daten des Mikrozensus der Jahre 2005 bis 2008. Seit 2005 werden Universitätsabsolventen als auch Absolventen einer beruflichen Ausbildung nach ihrem Fach gefragt. Diese Studie konzentriert sich auf Personen im Erwerbsalter von 21 bis 65 Jahren, die ein Abitur haben. Ihnen stehen alle drei Ausbildungswege (Universität, Fachhochschule und betriebliche Ausbildung) offen. Insgesamt wurden 69 Fächer für Männer und 65 Fächer für Frauen untersucht. Die Studie basiert auf 190 133 Individuen.

Das Ergebnis im Bereich Studienfach

Den höchsten Stundenlohn erreichen Männer und Frauen in den Studienfächern Zahnmedizin und Medizin. Bei den Männern folgen die Bereiche Betriebswirtschaftslehre und Jura. Interessant ist, dass Frauen mit dem Abschluss eines Lehramtsstudiums ein höheres Gehalt bekommen als Absolventinnen eines BWL-Studiengangs. Den geringsten Stundenlohn mit einem akademischen Abschluss erreichen Männer in den Fächern Sozialarbeit (Universität und Fachhochschule), Geschichte, Regionalwissenschaften (Uni) und Architektur.

Frauen verdienen am wenigsten mit einem Abschluss in den Fächern Architektur (FH), Bauingenieur (FH und Uni), Mathematik (FH) und Maschinenbau (FH).

Unterschiede bei den Fachrichtungen

Die beliebtesten Business-Schools
The Archbishop of Cantebury Rowan Williams (R) and atheist scholar Richard Dawkins pose for a photograph outside Clarendon House at Oxford University Quelle: REUTERS
Screenshot SDA Bocconi Quelle: Screenshot
Screenshot Rotterdam School of Management Quelle: Screenshot
Screenshot HEC Quelle: Screenshot
PR-Bild vom Campus des IMD Schweiz Quelle: Pressebild
Screenshot Quelle: Screenshot
Foto vom Campus des Iese Quelle: Pressebild

Das Ergebnis bei der Entscheidung zwischen Universität oder Ausbildung

Nicht für alle Fachrichtungen ist es zutreffend, dass ein Studium ein höheres Gehalt nach sich zieht. Männer können insbesondere als Versicherungskaufmann oder in der Buchhaltung relativ hohe Stundenlöhne erzielen. Die Löhne übersteigen zum Beispiel die eines Lehramtsabsolventen, eines Absolventen der Geisteswissenschaften oder auch einiger ingenieur- und naturwissenschaftlichen Fächer. Diesem Ergebnis stehen allerdings die Ausbildungen in technischen Fächern gegenüber. In den Bereichen Feinmechanik, Maschinenbau, Hoch- und Tiefbau schneiden Absolventen einer beruflichen Ausbildung finanziell schlechter ab als eine diejenigen die eine akademische Qualifizierung in einem ähnlichen technischen Bereich erlangt haben.

Bei den Frauen haben die beiden Wissenschaftlerinnen ermittelt, dass mit einer beruflichen Ausbildung in den Bereichen Informatik, Marketing und Werbung, Öffentliche Sicherheit, Medizinische Dienste, Versicherung und Finanzen, Fremdsprachen und Transporttechnik anschließend relativ hohe Stundenlöhne gibt.
Unterdurchschnittlich wird dagegen in den akademischen Fächern Regionalwissenschaften, Erziehungswissenschaften, Sozialarbeit, Maschinenbau, Mathematik
und Bauingenieurwesen verdient.

Das Fazit

Angesichts dieser Lohnunterschiede nach Geschlecht überrascht es die beiden Untersucherinnen kaum, dass der Anteil an Männern in der Sozialarbeit gering ist, während Frauen noch immer relativ schwach in den Ingenieurwissenschaften vertreten sind. Im Jahr 2009 begannen beispielsweise 11.334 Frauen ein Studium der Sozialen Arbeit, während es nur 3.151 Männer waren. Im gleichen Jahr schrieben sich 41.122 männliche Studienanfänger für Maschinenbau ein - allerdings nur 4.546 Frauen. Nach Meinung der Wissenschaftlerinnen könnte ein gewisser Teil der Studienplatzwahl von Männern und Frauen auf die anschließende Gehaltserwartung zurückzuführen sein.

Aktuell wird sowohl in der Politik als auch in der Wirtschaft angestrebt, mehr Frauen in die bislang stark von Männern dominierten Berufe zu bringen. Der Erfolg dieser Maßnahmen wird aber bestimmt davon abhängen, ob es gelingen wird, in diesen Bereichen mehr Chancengleichheit und vor allem bessere Verdienstmöglichkeiten für Frauen zu erreichen.

© Handelsblatt GmbH – Alle Rechte vorbehalten. Nutzungsrechte erwerben?
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%