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Beruf Wenn der nächste Karriereschritt nicht kommt

Viele Führungskräfte warten auf den nächsten Sprung nach oben. Doch viele warten vergebens. Eine Studie zeigt: Nur wenige finden im Unternehmen eine höhere Position, potenzielle Manager sind ihrer Firma zu treu.

Wo Frauen ähnlich verdienen wie Männer - und wo nicht
Frauen verdienen noch immer weniger als Männer - das ist keine Überraschung. Insgesamt verdienten Frauen 2010 durchschnittlich 22 Prozent weniger als ihre männlichen Kollegen. Quelle: Fotolia
Techniker und gleichrangige nichttechnische Berufe Quelle: dpa
Führungskräfte Quelle: Fotolia
Akademische Berufe Quelle: dapd
Handwerks- und verwandte Berufe Quelle: dpa/dpaweb
Handwerks- und verwandte Berufe Quelle: dpa/dpaweb
Fachkräfte in Land- und Forstwirtschaft und Fischerei Quelle: AP

Der Manager befand sich kurz vor dem nächsten Karriereschritt. Aus Gesprächen mit seinem Vorgesetzten glaubte er klare Anzeichen dafür heraus zu deuten. Als er schließlich aus dem Flurtalk entnahm, er sei der geeignete Kandidat für die nächsthöhere Stelle, war er sich seines Aufstiegs sicher. Prompt bat er seine Sekretärin nach Möbelkatalogen. Das neue Büro sollte schließlich mit den passenden Sessel und Schreibtisch bestückt sein. Der Manager legte sich ins Zeug – und studierte akribisch die verschiedenen Entwürfe für das neue Arbeitszimmer. Spät in der Nacht leuchteten noch die Lampen in seinem Büro.

Der Alltag vieler Manager entspricht nicht dieser Szene, die aus einer Kurzgeschichtensammlung des Schweizer Schriftstellers Martin Suter stammt. Stattdessen sitzen viele Führungskräfte am Schreibtisch und suchen eine Antwort auf die Frage: Wohin soll es mit meiner Karriere gehen?

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Einer Umfrage des Kölner Beratungsunternehmen für Führungskräfte Galileo.Insitut fehlt es der Mehrheit der Manager und Leistungsträger in deutschen Unternehmer nach einer beruflichen Perspektive. 64 Prozent der befragten Manager gaben diesbezüglich an, keine Klarheit darüber zu haben.

Der Wunsch nach einem Karriereaufstieg und nach mehr Souveränität über die eigene Rolle im Unternehmen wird von entsprechend 48,4 Prozent und 43,8 Prozent der Befragten angegeben. „Gerade die besten Leistungsträger eines Unternehmens versäumen es oft, sich über die persönlichen Karriereziele Gedanken zu machen“, sagt Gudrun Happich, die für Galileo Führungskräfte coacht. Die Folgen: 42 Prozent der Befragten hätten der Umfrage zufolge keinen Spaß mehr bei der Arbeit.

Als Grund für das Karrierehindernis nannten sie veränderte Situationen im Unternehmen (36 Prozent) oder Probleme bei der Suche nach der geeigneten Position im Unternehmen.

Die Studie zeigt auch, dass viele Führungskräfte mit fehlenden Berufsperspektiven tatsächlich nichts unternehmen, um aus dieser misslichen Situation rauszukommen. Gaben 98 Prozent der Befragten an, als Lösung das Unternehmen zu wechseln oder gar aus der Karriere auszusteigen (40 Prozent), blieben schließlich immer noch 89 Prozent der interviewten Führungskräfte der alten Firma treu. Nur 6,7 Prozent schaffte es eine bessere Position in der Firma zu finden. Das zentrale Problem aus Sicht Happichs: „Häufig identifizieren sich die Führungskräfte zu sehr mit dem Unternehmen.“

In der Kurzgeschichte von Martin Suter wurde ein Vorgesetzter auf das Licht im Büro des aufsteigenden Managers in Spe aufmerksam. „Der macht jetzt schon Überstunden?“, sagte der Chef, „Ich glaube, wir müssen jemanden anderes für die Stelle suchen“.

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