Berufliche Smartphonenutzung 61 Prozent kennen keinen Feierabend

Wissenschaftler haben überprüft, wie häufig die Deutschen beruflich zum Smartphone greifen - offenbar verwischen die Grenzen zwischen Freizeit und Beruf zunehmend.

So geht die perfekte E-Mail
Notwendigkeit prüfenDas sollte immer die erste Frage sein, bevor Sie lostippen. Unwichtige Mails kann man unbeantwortet ignorieren. Und manchmal ist eine Angelegenheit viel schneller erledigt, indem man den Kollegen zwei Büros weiter kurz persönlich anspricht oder zum Telefonhörer greift. Quelle: dpa
Posteingang Quelle: Fotolia
Layout beachtenSchwarze Schrift auf weißem Hintergrund ist am besten leserlich. Außerdem machen Sie es dem Leser mit einer verschnörkelten Schriftart unnötig schwer. Versuchen Sie außerdem, Ihre E-Mail in Blöcke zu strukturieren. So kann Ihr Anliegen wesentlich besser herausgestellt werden. Abkürzungen und Verklausulierungen sind eine Zumutung, wenn der Leser nicht auf Anhieb versteht, worum es eigentlich geht. Quelle: Fotolia
Einstellung der PrioritätWenig glaubwürdig ist auf Dauer, wenn Sie Ihre Mails immer mit einer hohen Priorität versehen. Dies sollten Sie wirklich nur machen, wenn Ihre Nachricht sehr wichtig ist und einen hohen Dringlichkeitswert hat. Quelle: Fotolia
Frau ruft mit einem Megaphon aus einem Laptop heraus Quelle: Fotolia
Halten Sie sich am besten kurzKaum jemand liest lange Mails. Ein Blogbeitrag bei „Mashable“ zeigt, dass meist fünf Sätze genügen, um dem Empfänger ein Ziel klar vor Augen zu führen. Auf verständliche Formulierungen sollten Sie allerdings trotzdem achten. Die Einhaltung von Grammatik, Zeichensetzung und Rechtschreibung haben in einer E-Mail immer Priorität. Am besten vor dem Absenden noch einmal gegenlesen. Quelle: Fotolia
Frau hebt den Zeigefinger Quelle: Fotolia

Wer nie abschalten darf, weil auch noch nachts um eins auf vermeintlich dringende E-Mails des Chefs geantwortet werden muss, bekommt irgendwann Probleme. Soweit sind sich die Wissenschaftler einig.

Gewerkschaften und Politik forderten deshalb bereits Anti-Stress-Richtlinien. Keine E-Mails mehr nach Dienstschluss, keine Anrufe, keine Textnachrichten - das ist der Grundtenor der Forderungen der verschiedenen Arbeitnehmer-Anwälte.

So werden Sie der E-Mail-Flut Herr

Denn ein Großteil der "Wissensarbeiter", also all derer, die Geld mit ihrem Kopf und nicht mit ihrer Körperkraft verdienen, unterbricht den Feierabend gelegentlich oder häufig für den Arbeitgeber. Das haben nun auch Forscher von der Universität Kassel herausgefunden. Die Wissenschaftler um Sandra Ohly, Leiterin des Fachgebiets Wirtschaftspsychologie, baten 138 Menschen, tagebuchartig aufzuschreiben, wann sie dienstlich zu Smartphone oder Laptop greifen.

Das Ergebnis: Rund zwei Drittel nutzen häufig oder immer Internet oder Smartphone, um berufliche Emails abzurufen oder Gespräche zu führen - auch abends. Im Schnitt verbrachten sie 26 Minuten damit, berufliche Mails zu bearbeiten oder berufliche Anrufe entgegenzunehmen. E-Mails zu beantworten, empfanden die Beschäftigten übrigens vergleichsweise häufig als sehr belastend.

Die größten Fehler beim Einsatz von E-Mails

Nur zehn Prozent der Teilnehmer gaben an, den Feierabend niemals zu unterbrechen, weitere 21 Prozent tun dies selten. Hingegen greifen 20 Prozent "manchmal" für das Unternehmen zu Smartphone oder Rechner, 27 Prozent häufig, 14 Prozent immer. Allerdings sagten nur zwölf Prozent, dass sie mit ihrer Arbeitsbelastung nach Feierabend unzufrieden bis sehr unzufrieden seien.

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Die anderen gaben an, dass ihnen die Dauererreichbarkeit nichts ausmache. Jedoch erholen auch diese Personen sich merklich schlechter von ihrer Arbeitsbelastung als andere, die zum Feierabend auch wirklich abschalten.

"Dies legt nahe: Auch eine möglicherweise als positiv empfundene Erreichbarkeit am Feierabend stellt eine Belastung dar, die der Erholung entgegenwirkt", sagt Projektkoordinatorin Antje Schmitt.

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