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Berufsleben Jeder Zehnte ist mit seiner Arbeitszeit unzufrieden

Millionen Berufstätige in Deutschland sind unglücklich mit ihrer Arbeitszeit: Während drei Millionen Beschäftigte gerne mehr arbeiten würden, fühlt sich knapp eine Million überlastet und will lieber kürzer treten.

In Deutschland gilt "9 to 3" statt 60-Stunden-Woche
Eine Hand steckt eine Karte in ein Arbeitszeiterfassungsgerät, eine so genannte Stechuhr. Quelle: dpa
Ein Mann telefoniert am Arbeitsplatz Quelle: dpa
Ein Zusatzschild eines Verkehrsschildes zeigt eine Familie mit Kinderwagen. Quelle: dpa
Eine Frau sitzt am 26.09.2007 mit ihrem Kind vor einem Laptop und telefoniert mit einem Handy. Quelle: dpa
Nachtschicht geht diese VW-Mitarbeiter durch das Tor 17 in das VW-Stammwerk in Wolfsburg. Quelle: dpa
Ein Kunde nimmt in Düsseldorf eine Broschüre zum Thema Kurzarbeit aus dem Regal. Quelle: dpa
Anteil der Zeitarbeiter in DeutschlandDer Anteil von Zeitarbeit in Deutschland ist zwar zurückgegangen, aber immer noch höher als in anderen europäischen Staaten. Der Gesamtanteil liegt bei rund drei Prozent, von den 15- bis 24-Jähringen sind 4,5 Prozent in Zeitarbeit beschäftigt. Nur in Frankreich gibt es noch mehr junge Menschen, die über eine Zeitarbeitsfirma den Einstieg ins Berufsleben versuchen. Quelle: Fotolia

Zu viel Arbeit ist auf zu wenig Menschen verteilt - das kommt Ihnen bekannt vor? Kein Wunder. Während rund 900.000 der deutschen Berufstätigen über eine zu hohe Belastung klagen, fühlen sich 2,9 Millionen Beschäftigte im Gegenzug unterfordert und würden gerne mehr arbeiten. Das geht aus am Montag veröffentlichten Zahlen des Statistischen Bundesamtes hervor, die auf Umfragen zum Mikrozensus 2014 beruhen. Befragt wurden dafür Menschen im Alter zwischen 15 und 74 Jahren.

Ob die Befragten ihr Arbeitspensum als zu hoch oder zu niedrig empfinden, hängt auch mit dem Geschlecht zusammen. Unterbeschäftigt fühlten sich nach eigener Einschätzung vor allem teilzeitbeschäftigte Frauen. Sie würden ihre bestehende Wochenarbeitszeit von 19,3 Stunden im Schnitt gern um 13,4 Stunden erhöhen. Überfordert fühlten sich hingegen meist Männer – sie würden gern rund elf Wochenstunden weniger arbeiten.

Die Lücke zwischen den Unter- und Überbeschäftigten klafft weit auseinander: So kamen alle Unterbeschäftigten mit Wunsch nach Mehrarbeit 2014 insgesamt nur auf eine durchschnittliche gewöhnliche Wochenarbeitszeit von 28,4 Stunden. Alle Überbeschäftigten, die lieber weniger arbeiten wollten, hatten 2014 dagegen Wochenarbeitszeiten in Höhe von durchschnittlich 42,4 Stunden.

Unzufrieden zeigten sich bei der Befragung insbesondere die Teilzeit-Beschäftigten. Diese Gruppe arbeitete 2014 durchschnittlich 19,5 Stunden pro Woche. Diejenigen von ihnen, die sich unterbeschäftigt fühlten, hatten eine wöchentliche Arbeitszeit von 19,1 Stunden. Sie gaben an, ihr Arbeitspensum gern um 14,7 Stunden aufstocken zu wollen. Überbeschäftigte in Teilzeit arbeiteten 25,2 Stunden pro Woche. Ihrer Meinung nach zu viel: Sie wollten lieber 7,6 Stunden weniger pro Woche arbeiten.

In diesen Branchen sind Überstunden am häufigsten

Der Großteil der deutschen Erwerbstätigen zeigte sich aber zufrieden: 90 Prozent der insgesamt 39,7 Millionen Beschäftigten wünschten sich keine Veränderung ihrer wöchentlichen Arbeitszeit.

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