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Bewerbung Finanzchefs prüfen Lebensläufe genau

Der Lebenslauf ist entscheidend für den Erfolg einer Bewerbung. Personalberater haben CFOs gefragt, wie lange sie sich damit befassen.

Diese Branchen suchen Mitarbeiter
Mechatronikechatroniker-Lehrlinge arbeiten an einem Versuchsaufbau Quelle: dpa
Ein Monteur arbeitet am Drehgestell eines Eisenbahndrehkrans Quelle: dpa
Mitarbeiter der Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) Quelle: dpa
In einem Altenpflegeheim verteilt ein Pfleger Medikamente Quelle: dpa
Der amerikanische Architekt Daniel Libeskind steht im Juedischen Museum in Berlin vor seinem Modell fuer die Neubebauung von Ground Zero Quelle: AP
eine Mitarbeiterin des Unterhaltungselektronik-Spezialisten Harman International Inc. prüft am Donnerstag (10.05.2012) in Produktion in Karlsbad-Ittersbach (Landkreis Karlsruhe) Platinen. Quelle: dpa
General view of the dining room in the Platium Hotel where the National team of Sweden will stay during the Euro 2012 in Kozyn village Quelle: dpa

Mindestens neun Minuten studieren zwei Drittel der Finanzvorstände die Lebensläufe von Bewerbern auf offene Stellen. Dies ist ein Ergebnis einer Umfrage des Personaldienstleisters Robert Half unter 2500 CFOs in 19 Ländern. Elf Prozent der Lebensläufe werden sogar länger als 20 Minuten geprüft. Trotz des akuten Fachkräftemangels nehmen sich also viele CFOs bei der Sichtung viel Zeit, weil oftmals Personal mit sehr spezifischen Qualifikationen und entsprechendem Know-how gesucht wird.

Die Personalexperten von Robert Half raten Bewerbern, nicht nur generell auf einen inhaltlich und strukturell stimmigen Lebenslauf zu achten, sondern ihn immer gezielt auf die Stellenausschreibung anzupassen. "Lebensläufe, die offensichtlich einmalig erstellt und dann pauschal für mehrere Stellenangebote genutzt werden, fallen auf und werden nicht selten direkt zur Seite gelegt", sagt Sladjan Petkovic, Director bei Robert Half International.

Die Fallen der Personaler
Alternative Frage"Warum möchten Sie sich beruflich verändern? Entspricht das jetzige Gehalt nicht Ihren Vorstellungen? Oder reizt Sie bei uns das internationale Umfeld?"Darum geht´s: Der Personaler will Ihre Überzeugungen aufspüren - und er sucht keinen Mitarbeiter, der nur durch ein hohes Gehalt zu motivieren ist. Aber: Weder die eine noch die andere dargebotene Antwortvariante muss die Sachlage tatsächlich treffen. Vermutlich gibt es noch zig weitere Gründe für einen Arbeitgeberwechsel. Nennen Sie lieber einen, der sich mit dem Bedarf des neuen Arbeitgebers deckt. Clevere Antwort: Im Großen und Ganzen bin ich zufrieden auf meiner jetzigen Stelle. Mein Einsatz bei der Firma x hat gezeigt, dass ich Mitarbeiter gut motivieren kann. Der Krankenstand ist in meinem Team um 15 Prozent gesunken und die Fluktuation hat sich bei 3 Prozent eingependelt. Ich suche nach einer Herausforderung, bei der ich mich in ähnlicher Weise engagieren kann, und wünsche mir ein Umfeld, in dem ich mich selbst auch noch weiterentwickeln kann. Quelle: Karriere.de Quelle: Fotolia
Suggestivfrage"Sie arbeiten doch lieber im Team, wie die meisten anderen auch, oder?"Darum geht´s: Diese Frageart ist eine getarnte Vermutung und scheint praktischerweise die Antwort gleich mitzuliefern. Doch Vorsicht, all zu leicht ist man in die Mainstream-Falle getappt. Erst prüfen, welche Arbeitsweise die jeweilige Stelle erfordert. Clevere Antwort: Das hängt ganz von der Aufgabenstellung ab. Manche Ziele lassen sich wie beim Sport nur in einer gemeinsamen Anstrengung erreichen, in dem man sich gegenseitig den Ball zuwirft. Dann wiederum gibt es Aufgaben, die man schneller und besser allein bewältigt. Das ist eine Frage der Selbstmotivation und Disziplin. Quelle: Fotolia
Triadische FragenMit welchen Worten würde Ihr Lebenspartner Ihre größte Schwäche beschreiben?"Darum geht´s: Hier werden nicht anwesende Dritte wie Partner, Freunde, Kollegen oder Vorgesetzte in das Gespräch einbezogen, um weitere Charaktermerkmale wie die Fähigkeit zu Selbstkritik zu Tage zu fördern und nebenbei noch die Beziehungsfähigkeit zu ergründen. Clevere Antwort: Das ist eine gute Frage. Mein Partner würde wahrscheinlich sagen, dass ich manchmal sehr direkt sein kann. Das stimmt auch, denn ich bringe die Dinge gern auf den Punkt. Ich habe mir aber angewöhnt, mehr zu hinterfragen und anderen mehr Zeit zu geben. Quelle: Fotolia
Provokative Frage"Man munkelt, dass Ihr derzeitiger Arbeitgeber wirtschaftliche Schwierigkeiten hat, Sie wollen also schnellstens das sinkende Schiff verlassen?"Darum geht´s: Der Personaler möchte Sie aus der Reserve locken, um Ihre Frustrationstoleranz und Ihre Loyalität zu prüfen. Wer beleidigt oder aggressiv reagiert, hat verloren! Clevere Antwort: Sie wissen ja, dass gern über Wettbewerber geredet wird. Ich persönlich kann nichts Schlechtes über meinen Arbeitgeber sagen. Und mal ehrlich: Würde ich das tun, würde mich das aus charakterlichen Gründen für die Aufgabe in Ihrem Haus disqualifizieren. Quelle: dpa
Hypothetische Frage"Welchen alternativen Lebensplan können Sie sich für sich vorstellen?"Darum geht´s: Der Personaler checkt, ob der Job für Sie womöglich nur eine Übergangslösung ist. Clevere Antwort: Ich bin in einer äußerst spannenden Branche tätig und mir sicher, dass ich auf einer Position mit persönlicher Entwicklungsperspektive wie Sie sie bieten, langfristig sehr viel positiv bewegen und somit zum Unternehmenserfolg beitragen kann. Ein alternativer Lebensplan ist daher in meinen Augen unnötig. Quelle: Fotolia
Mehrfachfragen"Als Außendienstmitarbeiter leiden Sie ja sicher nicht unter Flugangst, oder? Wie Sie wissen, legen wir besonderen Wert auf Flexibilität. Sehen Sie Probleme, auch die nordischen Länder zu betreuen? Oder würden Sie aufgrund Ihrer Sprachkenntnisse lieber die Betreuung unserer südamerikanischen Kunden übernehmen?"Darum geht´s: Uff. Nicht verwirren lassen. Diese Fragen erfordern von Ihnen hohe Konzentration und stellen Ihre Merkfähigkeit auf die Probe. Clevere Antwort: Auf die Beantwortung von Teilfragen beschränken und zum Beispiel nur auf den Aspekt eingehen, auf den Sie am besten vorbereitet sind. Quelle: Fotolia
Selbsteinschätzungsfragen"Bewerten Sie sich selber auf einer Skala von eins bis zehn."Darum geht´s: Der Personaler will, dass der Bewerber sein Selbstbewußtsein und seine Selbstachtung unter Beweis stellt. Achtung: Sagen Sie zehn, werden Sie als unerträglich eingestuft, bleiben Sie unter sieben, können Sie sich auch verabschieden. Clevere Antwort: Am besten mit acht oder neun einstufen und hinzufügen: "Es gibt immer Raum für Verbesserungen. Daher arbeite ich kontinuierlich an der Erweiterung meiner Fähigkeiten." Günstige Gelegenheit auf die aktuellste Fortbildung zu verweisen. Quelle: Fotolia


Doch nicht nur für den Lebenslauf nehmen sich die Finanzchefs Zeit. Einstellungsentscheidungen fallen nicht über Nacht. Bis ein CFO einen Mitarbeiter ohne Führungsverantwortung rekrutiert, dauert es in fast der Hälfte der Fälle mehr als sieben Wochen. Für Managementpositionen nehmen sich sogar 57 Prozent der Finanzchefs sieben Wochen oder länger Zeit. "Bewerber sollten sich nicht von dem längeren Rekrutierungsprozess verunsichern lassen", rät Petkovic. "Vielmehr gibt es aktuell eine starke Nachfrage nach Fachkräften auf allen Hierarchieebenen. Daher kann es sich für Bewerber lohnen, gerade jetzt die Augen nach spannenden Stellen offenzuhalten und den Bewerbungsprozess mit einem professionell aufbereiteten Lebenslauf zu starten."

Fünf Tipps für den Lebenslauf

Die von Robert Half entwickelte Studie "Workplace Survey" befragte im Dezember 2011 und Januar 2012 durch ein unabhängiges Meinungsforschungsinstitut 2500 Finanzvorstände in 19 Ländern: Australien, Belgien, Brasilien, Chile, China, Deutschland, Dubai, Frankreich, Großbritannien, Hong Kong, Italien, Japan, Luxemburg, Neuseeland, Niederlande, Österreich, Schweiz, Singapur und der Tschechischen Republik.

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