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Bis zu 12 Prozent plus In diesen Branchen gab es zuletzt deutlich mehr Geld

Tarifbeschäftigte im Maschinen- oder Fahrzeugbau dürften sich besonders über ihre Lohnabrechnungen gefreut haben. Das lag an einer Sonderzahlung. Quelle: imago images

Die Tarifverdienste der Deutschen sind im dritten Quartal um etwa vier Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal gestiegen – im Maschinen- oder Fahrzeugbau am stärksten. Doch nicht in allen Branchen gab es mehr Geld.

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Stellenstreichungen, Sparprogramme und demonstrierende Gewerkschaften: Die Autoindustrie steckt in der Krise, kämpft gar um ihre Zukunftsfähigkeit. Im Geldbeutel der Belegschaften macht sich die bedrohliche Lage jedoch noch nicht bemerkbar – ganz im Gegenteil. Das legen zumindest Daten des Statistischen Bundesamtes nahe.

Demnach sind die Tarifverdienste mit Sonderzahlungen in der Branche „Herstellung von Kraftwagen und Kraftwagenteilen“ zwischen dem dritten Quartal 2018 und dem dritten Quartal 2019 um knapp elf Prozent gestiegen.

Über einen ähnlich starken Anstieg durften sich etwa auch Tarifbeschäftige im Maschinenbau (+11 Prozent), der Herstellung von elektrischen Ausrüstungen (+12 Prozent) oder der Herstellung von Metallerzeugnissen (+11 Prozent) freuen. Insgesamt stiegen die Verdienste im sogenannten Verarbeitenden Gewerbe um fast neun Prozent. „Dieser höchste Anstieg seit Beginn der Zeitreihe im Jahr 2010 ist vor allem auf das in der Metall-Tarifrunde 2018 vereinbarte tarifliche Zusatzgeld zurückzuführen“, heißt es beim Statistischen Bundesamt. Darum geht es konkret: „Im Juli 2019 wurden in der Metall- und Elektroindustrie ein tarifliches Zusatzgeld ('T-Zug') in Höhe von 27,5 Prozent eines Monatsentgeltes sowie eine Einmalzahlung in Höhe von 400 Euro gezahlt.“

Auf den zwei Seiten der nachfolgenden Tabelle sehen Sie die Veränderung der Tarifverdienste in ausgewählten Branchen:

Ohne die Sonderzahlungen – zu denen etwa Einmalzahlungen, Jahressonderzahlungen oder tarifliche Nachzahlungen zählen – stiegen die Gehälter im Fahrzeugbau nur um 0,18 Prozent. Im Maschinenbau sogar nur um 0,09 Prozent. Das würde schon eher der Lage der Industrien entsprechen. Ganz so gewaltig ist der Unterschied, den die Sonderzahlungen ausmachen, auf der gesamtwirtschaftlichen Ebene nicht: Die Tarifverdienste ohne Sonderzahlungen stiegen um 2,8 Prozent (mit Sonderzahlungen 4,2 Prozent).

Anders als der außerordentliche „Geldregen“ in der Metall- und Elektroindustrie verhält es sich etwa bei den Finanz- und Versicherungsdienstleistungen oder im Bereich Kunst, Unterhaltung und Erholung. Hier stiegen die Tarifverdienste mit Sonderzahlungen nur jeweils um etwa ein halbes Prozent. Zwar immerhin ein Anstieg, doch im gleichen Zeitraum stiegen die Verbraucherpreise um 1,5 Prozent.

Noch schlechter sieht es in der Wasserversorgung und Entsorgung aus: Hier schrumpften die Tarifverdienste sogar und waren um 1,1 Prozent niedriger als im Vorjahresquartal. „Zurückzuführen ist dieser Rückgang vor allem auf hohe Nachzahlungen im 3. Quartal 2018, die aus der verspäteten Auszahlung von Tariferhöhungen resultierten“, erklärt das Statistische Bundesamt.

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