BKK-Gesundheitsreport Mehr Langzeiterkrankungen in kleinen Unternehmen

Langzeiterkrankungen in Unternehmen nehmen zu – in kleinen stärker als in großen. Das hängt offenbar auch damit zusammen, dass große Firmen eine bessere Gesundheitsprävention bieten.

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6. Das VeränderungsmodellDas besagt diese Theorie: Auftauen, verändern, wieder einfrieren - das ist das Motto dieser Theorie. Kurt Lewin vergleicht sein Modell mit einem Eiswürfel, den man in einen Eiskegel verwandelt. Nach seiner Argumentation motiviert man durch den dreistufigen Prozess die Menschen dazu, dass sie den Wandel wollen. So wenden Sie diese Theorie an: Seien Sie sich darüber im Klaren, welche Veränderungen Sie vornehmen wollen und warum sie nötig sind. Danach steht die Gewinnung von Unterstützung im Mittelpunkt. Dabei heißt es geschickt sein: Diejenigen, die für das Geld zuständig sind, wollen finanzielle Gewinne sehen. Die Personalabteilung dagegen fordert positive Auswirkungen auf die Mitarbeiter. Aber unterschätzen Sie nicht die Macht der Kollegen: Sie müssen die Vorteile der Veränderung verstehen - das ist entscheidend für den Erfolg. Quelle: dpa
Umfangreiche Aufgaben ganz klein machen Quelle: Fotolia
Ausbeuterischer Arbeitgeber Quelle: Fotolia
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Grenzenlose Arbeit Quelle: dpa
Antreibender Chef Quelle: Fotolia
Zu voller Kalender Quelle: Fotolia
Denkblockade Quelle: Fotolia
Arbeitsberge Quelle: Fotolia

Die Zahl der Arbeitnehmer, die in ihrem Betrieb krankheitsbedingt mehr als sechs Wochen am Stück ausfallen, steigt stetig. Langzeiterkrankungen wie Rückenbeschwerden, Krebs, Diabetes oder psychische Störungen machen fast die Hälfte der Fehltage in deutschen Unternehmen aus - Tendenz steigend.

Dies geht aus dem Gesundheitsreport des Dachverbandes der Betriebskrankenkassen (BKK) hervor, der am Mittwoch in Berlin vorgestellt wurde. Vor zehn Jahren habe der Anteil der Ausfälle durch langwierige Krankheiten noch bei 41 Prozent und damit 5 Punkte niedriger gelegen als heute.

Mit zunehmender Alterung der Gesellschaft dürften die Fehlzeiten wegen langandauernder und chronischer Krankheiten noch zunehmen. Der BKK-Report zeigt, dass Muskel- und Skeletterkrankungen wie Rückenleiden und psychische Störungen die häufigsten Ursachen von Langzeiterkrankungen seien. Auf diese beiden Krankheiten gehe mehr als jeder zweite Krankengeldtag zurück.

In Kleinunternehmen mit bis zu neun Beschäftigten seien fast die Hälfte aller Fehltage (49 Prozent) mit Langzeiterkrankungen verbunden. Diese Quote liege in Großunternehmen rund zehn Prozentpunkte niedriger. Das hängt offenbar auch mit den Präventionsangeboten zusammen. Unternehmen mit vielen Beschäftigten haben oft bessere Strukturen und Angebote für ihre Beschäftigten in der betrieblichen Gesundheitsförderung.

Falsche Anreize im Gesundheitssystem

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Der Vorstand des BKK-Dachverbandes, Franz Knieps, kritisierte: „Das deutsche Gesundheitswesen ist erstarrt in seinen Strukturen.“ Es sei nicht am Krankheitsverlauf eines Patienten orientiert, was bei Langzeit-Patienten bitter nötig wäre. Trotz globaler Informationsvernetzung herrsche noch Abgrenzung und Abschottung in vielen Bereichen - etwa zwischen ambulanter und stationärer Behandlung, zwischen Ärzten und anderen Gesundheitsberufen und auch zwischen privater und gesetzlicher Krankenversicherung.

2014 war jedes beschäftigte BKK-Mitglied laut Report im Schnitt 16 Tage arbeitsunfähig. Ein Krankheitsfall dauerte demnach im Durchschnitt 12,7 Tage.

Der größte Teil der Gesundheitsausgaben in Deutschland entfällt nach Angaben der Techniker Krankenkasse (TK) auf die Behandlung sogenannter Zivilisationskrankheiten wie Rückenbeschwerden, Diabetes und Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Schätzungen gehen demnach von bis zu 70 Prozent aus. Allen gemeinsam sei, „dass sie oft lebensstilbedingt und damit eigentlich vermeidbar sind - hervorgerufen durch ungesunde Ernährung, Bewegungsmangel und Stress“, erklärte die TK am Mittwoch. Mit besserer Prävention, mit einer gesünderen Lebensweise ließe sich viel dagegen tun.

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Allerdings würden die Anreize im Gesundheitssystem falsch gesetzt. Im Finanzausgleich zwischen den Kassen, dem sogenannten Morbi-RSA, sei es finanziell besonders attraktiv, möglichst viel Krankheit zu dokumentieren. Denn je mehr Krankheiten eine Kasse bei ihren Versicherten nachweisen könne, umso mehr Geld erhalte sie aus dem Gesundheitsfonds.

Diejenigen Kassen würden also finanziell bestraft, die sich zum Beispiel darum kümmerten, dass sich die Zuckerkrankheit eines Versicherten nicht verschlechtere, erläuterte TK-Chef Jens Baas und fügte hinzu: „Ein Gesundheitssystem, in dem niemand mehr ein Interesse an gesunden Menschen hat, ist ein krankes System.“

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