Boni und Prämien Wer oft belohnt wird, macht mehr Fehler

Macht Geld nun glücklich oder nicht? Eine Frage, die jeder für sich beantworten sollte und die damit beginnt, was überhaupt Glück ist. Nun haben Forscher einer niederländischen Universität Überraschendes herausgefunden.

Diese Manager sind Europas Spitzenverdiener
Banknoten von 50, 20 und 10 Euro Quelle: dpa
Platz 10 - Dieter Zetsche (Daimler) - 8,64 Millionen EuroZuletzt musste der Daimler-Chef intern ein Sparprogramm verkünden, denn in China und Europa entwickelten sich die Absätze des Autobauers schlechter als erwartet. Sein eigenes Einkommen gehört zu den höchsten unter Europas Konzernlenkern. Quelle: dpa
Platz 9 - Peter Löscher (Siemens) - 8,71 Millionen EuroAuch Siemens-Chef Löscher will im November ein Effizienzprogramm vorstellen, um die Kosten des Dax-Konzerns zu senken. Eine Hiobsbotschaft für die Angestellten. Mit 410.000 Mitarbeitern gehört Siemens zu den größten Arbeitgebern Deutschlands. Quelle: dpa
Platz 8 - Josef Ackermann (Deutsche Bank) - 9,35 Millionen EuroMittlerweile hat der Schweizer den Chefposten geräumt. Doch in seinem letzten Jahr an der Spitze des größten deutschen Finanzinstituts verdiente er prächtig. Quelle: dapd
Platz 7 - Terry Leahy (Tesco) - 9,92 Millionen EuroDer Mann an der Spitze des britischen Handelsriesen ist auch einer der Spitzenverdiener in Europa. Obwohl Tesco rund 30 Prozent des britischen Lebensmittelmarktes kontrolliert, gingen die Umsätze zuletzt zurück. Mit einem Sanierungsplan will Leahy umsteuern. Seine Strategie: Mehr Mitarbeiter, modernisierte Filialen. Quelle: dpa/dpaweb
Platz 6 - Severin Schwan (Roche) - 10,02 Millionen EuroMit seinem Jahreseinkommen überspringt der Chef des Schweizer Pharmariesen die 10-Millionen-Marke. Sein Unternehmen machte wegen des Konzernumbaus zuletzt 17 Prozent weniger Gewinn. Darum wird nun gestrichen: Im Rahmen des zweiten große Effizienzprogramms in zwei Jahren streicht Roche in den USA 1000 von insgesamt 20.800 Stellen. Quelle: Reuters
Platz 5 - Peter Voser (Royal Dutch Shell) - 10,21 Millionen EuroIn Deutschland gehört Shell zu den Marktführern, aber auch international ist der Ölkonzern derzeit gut aufgestellt. Zuletzt legte sich der britisch-niederländische Konzern offen mit den Umweltschützern von Greenpeace an und wollte ihren Protest unterbinden. Shell-Chef Voser fährt mit seiner offensiven Strategie gut: Kein anderer Öl-Manager in Europa verdient mehr. Quelle: Reuters
Platz 4 - Bernard Arnault (Louis Vuitton Moët Hennessy) - 10,7 Millionen EuroDer LVMH-Chef führt seinen Luxuskonzern derzeit sicher durch die Krise. Weil weltweit die Nachfrage nach Luxusartikel steigt, gehörte der reichste Mann Frankreichs auch 2011 zu den Spitzenverdienern unter der Topmanagern. Wegen neuer Steuern in Frankreich drohte er zuletzt damit, die belgische Staatsbürgerschaft zu erwerben. Quelle: dpa
Platz 3 - Alfredo Saenz Abad (Banco Santander S.A.) - 10,72 Millionen EuroDurch die internationale Aufstellung konnte die spanische Bank der heimischen Krise lange trotzen. Doch das letzte Quartal fiel desaströs aus. Im vergangenen Jahr gehörte der spanische Bankenboss noch zu den bestverdienenden Finanzmanagern. Quelle: dapd
Platz 2 - Joseph Jimenez (Novartis) - 12,54 Millionen EuroAuch der zweite Schweizer Pharmariese entlohnt das Spitzenpersonal fürstlich. Der starke Dollar und die Sparbemühungen vieler Staaten im Gesundheitswesen machen den Schweizern zwar zu schaffen, doch im Vergleich zur Konkurrenz schlagen sich die Schweizer gut. Im zweiten Quartal konnten sie den Gewinn stabil halten konnte. Quelle: Reuters
Platz 1 - Martin Winterkorn (Volkswagen) - 16,6 Millionen EuroDer Chef des größten Autobauers Europa hat gerade erst den neuen Golf präsentiert. Dabei konnten die Wolfsburger schon im vergangenen Jahr ein Rekordergebnis vorlegen. Im Jahr 2011 verdiente kein Manager in Europa mehr als der Chef der VW-Chef. Quelle: dapd

Boni, Prämien und andere Geschenke sollen eigentlich den Leistungswillen verstärken und Anreize bieten, um besser zu arbeiten - nun haben aber Forscher der niederländischen Radboud Universität herausgefunden, dass das gar nicht stimmt. Im Gegenteil: Alle diese Anreize stören die Konzentration sogar und führen dazu, dass Menschen mehr Fehler machen. Der Grund dafür liegt in den Neurotransmittern, wie etwa Adrenalin oder Dopamin.

Die Forscher haben es wie folgt mit kognitiven Tests ausprobiert. Sie stellten den Probanden eine Belohnung in Aussicht, sofern sie die Aufgaben richtig und innerhalb einer bestimmten Zeit lösen - und beobachteten dabei die Hirnaktivität der Probanden. Die Folge: Sobald eine Belohnung in Aussicht gestellt wurde, schüttete der Körper Dopamin aus, was dazu führte, dass die Testpersonen so sehr aus dem Konzept gebracht wurden, dass sie bei Aufgaben deutlich häufiger scheiterten als in den Fällen mit keiner oder nur einer kleinen Belohnung.

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Allerdings lässt sich aus der Studie nun nicht zwingend ableiten, dass Belohnungen und Boni generell verkehrt sind - viel mehr betrifft die nervöse Wirkung nur einige Menschen. Auf andere kann es sicher auch eine gegenteilige Wirkung haben. Es wäre nämlich genauso falsch, Mitarbeiter gar nicht zu belohnen. Denn gute Arbeite müsse belohnt, anerkannt und fair bezahlt werden, sonst sinke die Motivation auch ganz schnell, schlussfolgerten die Forscher.

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