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Büro-Organisation Was der Schreibtisch über Sie verrät

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Das Prinzip "Antike Stadt"

Der eigene Schreibtisch ist ein Blick auf die Seele eines Menschens. Dabei haben heute immer weniger Arbeitnehmer einen Schreibtisch nur für sich. Quelle: Uta Brandes & Michael Erlhoff: My desk is my Castle

Heimann ist eine von 55 Vodafone-Mitarbeitern, die ihrer Arbeit derzeit unter Laborbedingungen nachgehen. Denn die gesamte Personalabteilung spielt bei Deutschlands zweitgrößtem Mobilfunkanbieter derzeit Versuchskaninchen: Ende 2012 wird das Unternehmen seine 5000 derzeit auf vier Düsseldorfer Standorte verteilten Mitarbeiter in einer neuen Deutschland-Zentrale zusammenziehen, die gerade im Düsseldorfer Stadtteil Heerdt entsteht – eine Campuslandschaft mit einem 80 Meter hohen Büroturm, ausgestattet nach den neuesten Erkenntnissen der Büro-Architektur.

Geplant ist eine offene Arbeitslandschaft, organisiert nach den Prinzipien einer antiken römischen Stadt, in der sich jeder Mitarbeiter nach Bedarf bewegen und niederlassen kann: mit einer Art Marktplatz, von dem aus Restaurants, Geschäfte und Privathäuser erreicht werden können – also Flächen, auf denen sich Einzel- oder Gruppenarbeitstische abwechseln mit Konferenzräumen verschiedener Größe für Teamsitzungen, Thinktanks mit schalldicht abgeschirmten Einzelplätzen an Bistros und Ecken für ein privates Telefonat anschließen. Kopierer und Drucker gibt es pro Etage nur einen. Und auch der Personalvorstand sitzt mitten drin im Großraum.

Digitales Familienfoto
Die neue Ordnung verkürzt die Wege, verbessert die Kommunikation – und verändert das Sozialverhalten: „Seinen temporären Arbeitsplatz mit persönlichem Nippes zuzustellen ist künftig genauso tabu wie aufdringliche Klingeltöne, sagt Vodafone-Immobilienchef Ulrich Kerber. Weiß aber auch: „Für Individualität muss am Arbeitsplatz auch künftig Raum sein.“

Die allerdings wird die Mehrheit der Büroarbeiter künftig ohnehin digital ausleben – etwa durch Mitgliedschaften in sozialen Netzwerken wie Facebook oder Xing.

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    Fotos der Kinder oder vom letzten Türkei-Urlaub sind zwar auch weiterhin erlaubt. Allerdings nicht auf Papier, sondern im digitalen Bilderrahmen. „Die Gespräche mit Herstellern und Designern laufen schon“, sagt Immobilienmanager Kerber, „auch künftig braucht jeder ein Stück Heimat.“

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