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Büro-Organisation Was der Schreibtisch über Sie verrät

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Die Einzelzelle hat ausgedient

Geordnetes Schreibtisch-Chaos und was es bringt
Schreibtisch mit einer Buddha-Figur Quelle: Fotolia
Eine Frau telefoniert im Büro Quelle: Fotolia
Eine Frau an einem chaotischen Schreibtisch Quelle: Fotolia
Eine liegende Kaffeetasse auf einer Tastatur Quelle: Fotolia
Schreibtisch in einem indischen Designstudio Quelle: Uta Brandes & Michael Erlhoff: My desk is my Castle
TaiwanAuch hier sorgt Chaos offenbar für Überblick. Der geordnete Chaostisch mit zahlreichen Klebezetteln gehört einer Bankangestellten in Taipeh. Quelle: Uta Brandes & Michael Erlhoff: My desk is my Castle
DeutschlandKaum noch Platz zum Arbeiten hat der Mann, der tagtäglich an diesem Schreibtisch seinen Dienst tut. Die Aktenstapel lassen es schon vermuten: Er arbeitet in der Verwaltung. Quelle: Uta Brandes & Michael Erlhoff: My desk is my Castle


Auf diese Gratwanderung begeben sich zurzeit immer mehr Unternehmen. Längst sind es nicht mehr nur die Vorreiter aus den USA wie die Softwareriesen Google und Microsoft oder das IT-Beratungshaus Accenture, die an ihren Standorten in Hamburg und Zürich, Köln und Amsterdam für ihre Mitarbeiter Bürolandschaften kreiert haben, die nichts mehr gemein haben mit den grauen, an Krankenhausflure erinnernden Bürotrakten, in denen Mitarbeiter in kleinen Einzelzellen täglich von 8 bis 17 Uhr vor sich hinarbeiteten. Und Kollegen allenfalls zufällig auf dem Gang zur Kantine begegnen.

„Die Einzelzelle mit eigenem Schreibtisch hat ausgedient“, sagt Hanns-Peter Cohn, Chef des Möbelherstellers Vitra. „Der offenen Bürolandschaft mit flexiblen Arbeitsplätzen gehört die Zukunft.“ Die aber hat nichts gemein mit Legebatterien ähnelnden Großraumbüros, in denen man laut telefonierenden Kollegen, schlechter Luft und diffusem Licht ausgesetzt war.

Heute warten immer öfter offene, lichtdurchflutete, farbenfrohe Arbeitsplätze auf die Mitarbeiter, die sich an die jeweilige Arbeitssituation anpassen. Meetingzonen folgen auf Ruhebereiche zum Entspannen, Bistros zum lockeren Plausch unter Kollegen wechseln sich ab mit schalldichten Konferenzräumen. Kaum einer sitzt mehr den ganzen Tag stundenlang am eigenen Schreibtisch und starrt unentwegt auf seinen Bildschirm. Viele Mitarbeiter ändern mehrmals am Tag den Standort – je nachdem, ob sie gerade in Ruhe allein über einem kniffligen Detail brüten wollen, mit einem Team über die Grundzüge eines neuen Projekts diskutieren, eine kurze Pause in der Cafeteria einlegen, in der Ruhezone ein Power Nap halten oder in einem abgeschirmten Raum eine komplizierte Verhandlung am Telefon führen müssen.

Und wer mal nicht ins Büro kommt, weil das Kind krank ist oder weil er sich zu Hause noch besser konzentrieren kann, wird von den Kollegen nicht gleich als Drückeberger stigmatisiert – die Arbeitsleistung wird am Ergebnis gemessen, nicht an der Dauer der Anwesenheit im Büro.

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Standort erkennen

    „Erst wurde die Produktionskette optimiert“, sagt Wilhelm Bauer, stellvertretender Leiter des Fraunhofer-Instituts für Arbeitswirtschaft und Organisation IAO. „Jetzt sind die Büroarbeitsplätze dran.“


    Eine Erkenntnis, die auch in deutschen Unternehmen zunehmend Einzug hält: BMW hat einen Teil seiner Entwicklungsingenieure in einem Projekthaus zusammengezogen. Statt im stillen Kämmerlein an neuen Motoren und Karosserien zu basteln, tüfteln die nun abteilungsübergreifend bis zu drei Jahre in einem gläsernen Designstudio mit Sichtkontakt an neuen Lösungen – Einzelbüros sind hier die absolute Ausnahme.

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