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Büro-Organisation Was der Schreibtisch über Sie verrät

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Totale Flexibilität


Ein typisches Bild, glaubt man der Studie

Die Deutsche Bank nutzte die Sanierung ihrer Frankfurter Zwillingstürme nicht nur, um deren Energiebedarf zu senken. Auch die Arbeitsflächen wurden neu organisiert: Transparente Strukturen haben die alten Büros ersetzt, dank flexibler Strukturen können nun 600 Mitarbeiter mehr als zuvor dort arbeiten – ohne sich auf den Füßen zu stehen. Und die Credit Suisse setzt auf totale Flexibilität: Nachdem in einem Pilotprojekt 200 Mitarbeiter völlig auf fix zugeordnete Arbeitsplätze verzichtet hatten und mit dem Konzept laut einer internen Befragung „voll zufrieden“ waren, will die Schweizer Bank das Prinzip nun auf 2000 Mitarbeiter ausdehnen.

„Wir befinden uns mitten in einem Paradigmenwechsel“, sagt Büroforscher Bauer. Schlossherr mit eigenem, von Kollegen unantastbarem Schreibtisch im abgeschlossenen Einzelbüro war gestern, die Zukunft gehört dem Büro-Nomaden, der sich seinen Arbeitsplatz immer wieder neu sucht – je nach individueller Situation auch mehrmals täglich.

Das bedeutet: Das Ausleben individueller Vorlieben am Arbeitsplatz wird künftig immer seltener über das Anhäufen kitschiger Überraschungseier-Figürchen möglich sein. Denn zum einen bieten Schreibtische künftig wesentlich weniger Fläche als bisher. Zum anderen werden Arbeitsplätze, die dauerhaft und exklusiv einer einzigen Person zugeordnet sind, so selten wie ein Sechser im Lotto.

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Standort erkennen

    Der Grund: Unser Arbeitsplatz ist nicht nur Spiegel unserer Seele, sondern vor allem unserer Arbeitswelt. Und die ist aus mehreren Gründen in einem gewaltigen Umbruch begriffen:

    • Explodierende Immobilienpreise: Gerade in attraktiven Großstädten wird Büroraum in guten Lagen zum Luxusgut. Arbeitgeber, die sich Standorte in zentraler Lage leisten wollen, sind gezwungen, mit ihren Flächen so ökonomisch wie möglich zu haushalten. Also auch mit Schreibtischen, von denen im Schnitt jeder zweite jeden Tag unbenutzt bleibt, weil der Arbeitnehmer auf Dienstreise, krank oder in Urlaub ist. Klar ist aber auch: „Büro-Architekturen zu verdichten, nur um Kosten zu sparen“, sagt Fraunhofer-Büroforscher Bauer, „wäre viel zu kurz gedacht.“
    • Technologischer Fortschritt: Jahrelang wie ein Mantra vor sich hergetragen, ist mobiles Arbeiten dank des rasant voranschreitenden technologischen Fortschritts endgültig keine Utopie mehr: Laptops, Mobiltelefone und Software haben sich in den vergangenen Jahren so rasant entwickelt, dass Arbeitnehmer inzwischen wirklich in der Lage sind, zu jeder Zeit an jedem Ort der Welt auf alle Daten zuzugreifen, die sie benötigen, um ihre Aufgaben zu erledigen.
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