Büroalltag Lob der kleinen Pause

Eine ausgedehnte Mittagspause reicht nicht aus, um einen ganzen Tag leistungsfähig zu sein. Entspannende Momente sind unbedingt notwendig.

Heute bleibt keine Zeit für eine richtige Mittagspause. Schnell zum Bäcker um die Ecke, ein belegtes Brötchen kaufen und dann wieder vor den Rechner. Kauend Unterlagen durchsehen, Emails beantworten, Präsentationen vorbereiten. So pausenlos sieht die Arbeitsrealität vieler Menschen aus. Laut einer Umfrage der Jobsuchmaschine Monster aus dem vergangenen Jahr essen 21 Prozent während der Arbeit oder machen gar keine Pause. 13 Prozent nehmen sich immerhin 15 Minuten Zeit. Im internationalen Vergleich sieht es noch schlimmer aus. Weltweit macht fast ein Drittel der Arbeitnehmer keine richtige Pause. Und das obwohl sie für unsere Konzentration und Leistungsfähigkeit so wichtig ist.

So macht die Welt Pause

"Nur wer auch Pausen macht, kann Leistung bringen", sagt Zeitforscher Karlheinz Geißler. Dennoch unterschätzen viele Arbeitnehmer die Notwendigkeit solcher Ruhezeiten. Denn durch sie wird Stress abgebaut, der Kopf kann sich erholen und die Konzentration steigt wieder. "Wer keine Pausen macht, erhöht sein Burnout- und Herzinfarktrisiko", sagt Geißler. Keine Frage: Ist viel zu tun, müssen Pausen auch mal kürzer ausfallen. Zum Dauerzustand darf das aber auf keinen Fall werden.

Vor allem die Mittagspause ist enorm wichtig. "Um wirklich zu regenerieren, wäre eigentlich eine Siestakultur notwendig", sagt Wirtschaftspädagoge Geißler. Zwei bis drei Stunden Mittagsruhe ist in manchen Ländern Europas wie Spanien oder Griechenland ganz normal. In Deutschland hingegen undenkbar.

Darum sollten Arbeitnehmer die wenige Zeit, die sie freigestalten können auch richtig nutzen. Psychologin Anne Katrin Matyssek schlägt in ihrem Büchlein "Mensch, mach mal Pause!" einen Leitfaden für eine entspannte Mittagspause vor:

Matysseks Tipps für eine gelungene Mittagspause

Zeitforscher Geißler sieht in der Mittagspause ebenfalls mehr als nur eine Auszeit für Körper und Geist. "Sie hat eine soziale Funktion." Doch diese sei durch die neuen Medien bedroht. "Junge Leute sitzen lieber alleine in der Kantine und drücken auf ihrem Smartphone herum, anstatt sich zu unterhalten", sagt der 68-Jährige.

Vor allem Mitarbeiter, die ihre Aufgaben meist alleine von ihrem Computer aus erledigen und nicht ständig im Team arbeiten, sollten in der Pause den Kontakt zu anderen pflegen. Denn eine Unterbrechung geht immer mit Abwechslung einher. Wer nur am Schreibtisch sitzt, sollte eine Runde um den Block gehen. Wer körperlich arbeitet, kann sich auch einfach mal im Pausenraum oder auf einer Parkbank ausruhen.

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