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Business-Knigge Wie Sie Fettnäpfchen im Ausland vermeiden

Russlands Präsident Putin sorgt für Wirbel: Er legte Chinas First Lady eine Decke um die Schultern - ein Fauxpas. Wie man kulturelle Zusammenstöße vermeidet.

Kleine Geste, großer Fettnapf: Russlands Präsident Wladimir Putin sorgte bei einem Gipfeltreffen in Peking für Aufsehen, als er Chinas First Lady Peng Liyuan eine Decke über die Schultern legte. Gemeinsam mit Staats- und Regierungschefs der asiatisch-pazifische Wirtschaftsgemeinschaft (Apec) warteten die beiden am Montagabend bei Temperaturen knapp über Null Grad auf ein Feuerwerk. In China gilt es jedoch als unschicklich, sich einer fremden Person zu nähern. Peng Liyuan reagierte peinlich berührt und reichte die Decke schnell an einen Begleiter weiter. In sozialen Netzwerken wurde Putin für die Geste gelobt. „Der russische Gentleman“, kommentierte ein Nutzer auf dem Mikroblog Sina-Weibo. Andere Nutzer nahmen die Szene als Flirt war oder machten Späße darüber, wie überrascht Chinas Staatschef Xi Jinping die Szene beobachtet hatte. Den Zensoren war das offensichtlich zu viel: Innerhalb von Stunden löschten sie einige der Beiträge. Auch in anderen Ländern gilt es, einige regionale Gepflogenheiten zu beachten um sich nicht in ein Fettnäpfchen zu treten. Ein Überblick: Quelle: AP
BrasilienRichtig: Persönliche Beziehungen und Kennenlernen - auch außerhalb des Geschäftslebens - sind ausschlaggebend für das schnelle Gelingen eines Anliegens. Flexibilität ist sehr wichtig - Meetings und Vereinbarungen sollten vorher nochmal bestätigt werden. Fettnapfgefahr: Direkte Kommunikation wird vermieden. Drängt sich ein Problem auf, sollte man Lösungen finden, statt Kritik zu äußern. Quellen: ICUnet.AG & Haufe Quelle: dpa
IndienRichtig: Wenn man Geschenke überreicht, dann nur mit beiden Händen. Fettnapfgefahr: Keine Schuhe in einer fremden Wohnung tragen. "Nicht über die Armut im Lande reden, sondern eher über die Familie, Ausbildung oder Indien als Land", sagt Gurdatar Singh Bal, Interkultureller Berater der ICUnet.AG. Besonders wichtig: Keine Witze über Religion. Quelle: dpa
ItalienRichtig: Sympathie ist bei Geschäftsbeziehungen besonders von Vorteil; entsprechend wichtig ist es, Netzwerke und Beziehungen zu pflegen. Auch relevant: Lebhaft an Gesprächen teilnehmen, nicht zurückhaltend sein. Ältere Gesprächspartner würdigt man, indem man bei der Begrüßung aufsteht. Während des Essens sollte man nicht aufstehen. Fettnapfgefahr: Themen, die bei Gesprächen zu vermeiden sind: Mafia, Vorurteile gegenüber Italienern, langsames Arbeiten oder die vermeintlich schlechte Qualität eines Fiats. Quelle: dpa
ÄgyptenRichtig: Der Erfolg basiert auf zwischenmenschlichen Beziehungen. Ehre und Stolz sind wichtig, und man sollte daher stets vermeiden, dass das Gegenüber sein Gesicht verliert. Und Geduld sollte man haben - Unpünktlichkeit und Terminverschiebungen kommen vor. Das ist Teil eines anderen Zeitverständnisses. Fettnapfgefahr: Mit direkter Kommunikation kommt man nicht weit - sondern wird als unhöflich und ungeschickt wahrgenommen. Das gilt für private als auch für Geschäftsbeziehungen. Quelle: AP
PolenRichtig: Klassische Gentleman-Manieren bringen einen weiter - Frauen legen Wert darauf, dass man ihnen die Tür aufhält. Entsprechend gern gesehen ist der Handkuss. Fettnapfgefahr: Die deutsche direkte Art wird als unhöflich und arrogant wahrgenommen. Im schlimmsten Fall fühlt sich ein Gesprächspartner von oben herab behandelt. Zuhören ist besonders wichtig. "Versuchen sie nicht, dem anderen zu sagen, was richtig oder falsch, was gut oder schlecht, was wichtig oder unwichtig ist und hören Sie einfach zu", so Annette Becker, die interkulturelle Beraterin für Osteuropa bei der ICUnet.AG ist. Quelle: dpa
SchwedenRichtig: In privaten Häusern stets die Schuhe ausziehen. Häufiges Bedanken wird nicht als aufdringlich wahrgenommen, sondern als angemessen. Aufforderungen werden indirekt ausgesprochen und nicht in Imperativen. Entsprechend sollte man vermeiden, von oben herab zu Handlungen einzufordern. Fettnapfgefahr: Im Umgang mit Kollegen sollte man auf Förmlichkeit möglichst verzichten. Das wirkt distanzierend und nicht vertrauensaufbauend. Gespräche, in denen es um handfeste Auseinandersetzungen geht, sollte man nicht rein faktenbasierend führen. Schwedenexpertin bei der ICUnet.AG Kerstin Grönlund erklärt: "In Schweden gleicht eine gelungene Diskussion mehr einem Dialog mit vielen Pausen, in dem es ausreichend Bewegungsfreiheit bzw. "room to move" gibt." Bei hitzigen Diskussionen steigen die Schweden sonst aus. Quelle: dapd
USARichtig: Immer lächeln, lächeln, lächeln.  Expertin Diane Klein (ICUnet.AG) sagt: "Fremde, die ernst drein schauen oder Augenkontakt aufnehmen, ohne zu lächeln, werden als negative oder kritische Menschen wahrgenommen." Fettnapfgefahr: Small Talk bedeutet Small Talk - auf kurze Fragen folgen knappe Antworten. Keine schweren Themen im Gespräch aufgreifen. Und: Möchte man zur Zigarette greifen, sollte man vorher das Umfeld freundlich um Erlaubnis bitten. Quelle: AP
EnglandRichtig: Vorsicht beim Umgang mit der englischen Sprache - Briten kommunizieren indirekter und höflicher als Deutsche. Wenn man also einen Wunsch äußert, sollte man lieber "would like" statt "want" verwenden. Entsprechend häufiger verwenden die Briten die Wörter "sorry" oder "thanks". Smalltalk bedeutet: Die Gespräche beginnen mit leichten Themen - Wetter, Fußball und Co. Fettnapfgefahr: Bitte nicht England, Wales, Schottland und Nordirland verwechseln. Geschäftspartner sollten nicht berührt werden, und wenn dieser zum Pub einlädt, dann sollte man sich vor einem Besuch seiner Stammkneipe nicht drücken. Das Victory-Zeichen nie mit der Handfläche nach innen zeigen - das ist Großbritannien und Australien schlimmer als der Mittelfinger. Quelle: REUTERS
FrankreichRichtig: Unsere Nachbarn freuen sich, wenn man sie mit französischen Begrüßungsfloskeln begrüßt. Franzosen sollte man immer ernst nehmen, denn im Geschäftsleben sind sie emotionaler und persönlicher als die Deutschen, die eher rational und faktenbasiert Entscheidungen treffen. Pünktlichkeit in Frankreich bedeutet: Beim Business-Meeting ist sie wichtig, beim privaten Treffen kann man schon 15 Minuten später dazu stoßen. Fettnapfgefahr: Nicht die Fassung verlieren - auch wenn die Reihenfolge der Tagesordnungspunkte bei Meetings nicht eingehalten wird. Niemals als erstes das Gegenüber duzen. Quelle: dpa
ChinaRichtig: Ehrliches Interesse an dem Land und der Kultur bilden die Grundlage für ein gutes Gespräch. Offene Fragen zu diversen Themen zeugen von Aufgeschlossenheit und Interesse - beides ist gern gesehen bei Chinesen. Der Austausch von Geschenken und Gefälligkeiten ist das A und O jeglicher Beziehungen - je höher der Rang des Beschenkten, desto größer sollte das Geschenk sein. Beim Essen immer "einen" Rest übrig lassen - alles andere ist eine Beleidigung. Und im Restaurant nicht auf getrennte Zahlung beharren. Das wird als knauserig wahrgenommen. Fettnapfgefahr: Gut gemeinte Ratschläge zeugen von Überheblichkeit. Nicht über Politik und die Menschenrechtslage in China sprechen. Quelle: AP
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