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Dammanns Jobtalk

Einzelkämpfer ade

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In keinem anderen Land der Welt ist das Einzelbüro so verbreitet wie in Deutschland

Wer Überstunden macht
Der Bürodienstleister Regus hat Arbeitnehmer befragt und herausgefunden, das beispielsweise 13 Prozent der Deutschen jeden Tag mehr als elf Stunden im Büro verbringen. Im internationale Schnitt sind es etwa zehn Prozent. Von den Deutschen, die täglich mehr als elf Stunden arbeiten, sitzen 18 Prozent im sogenannten Home-Office. Regus befragte insgesamt rund 12 000 Mitarbeiter weitweit, davon etwa 1000 in Deutschland. Quelle: dpa
Deutschland Quelle: dpa
USA Quelle: dpa
Frankreich Quelle: dpa
BrasilienSpitzenreiter in Sachen Überstunden ist Brasilien. 17 Prozent der dortigen Arbeitnehmer absolvieren eine 60-Stunden-Woche, dabei sind es 20 Prozent der brasilianischen Männer und nur vier Prozent der Frauen. Quelle: dpa
Japan Quelle: dpa
Home-Office Quelle: obs

Wie in der Wirtschaft insgesamt bestimmt der Zwang zu Schnelligkeit, Effizienz und maximaler Flexibilität auch bei den Vorreitern neuer Bürolandschaften den Arbeitsalltag. Aber wenn sich die Welt immer schneller dreht und immer mehr Rückzugsräume verloren gehen, wie wollen wir da unseren Mitarbeitern erklären, dass sie ihr Einzelbüro aufgeben sollen? Vor dieser heiklen Frage, stehen gerade in deutschen Unternehmen derzeit viele Entscheider. In kaum einem anderen Land der Welt ist das Einzelbüro noch so verbreitet wie in Deutschland und damit verbunden vermutlich auch die Vorbehalte  gegenüber einem Arbeiten in Teambüros. Laut Schätzungen des bso Verband Büro-, Sitz- und Objektmöbel, lag der Anteil der Beschäftigten, die ihren Arbeitsplatz in einem offen gestalteten Büroraum haben, 2011 bundesweit bei nur knapp fünf Prozent.

Das Gros  deutscher Büros fördert  eher Silodenken statt Teamwork

Das Gros der Bürozuschnitte hierzulande fördert eher Silomentalität und Individualismus statt abteilungsübergreifende Projektarbeit. Die Fähigkeit, sich miteinander zu vernetzen und aus der zur Verfügung stehenden Informationsflut gemeinsam  die nächste Innovation zu gestalten, ist heute aber wichtiger denn je.  Und immer tiefer gehende Kenntnisse der Experten reichen längst nicht mehr aus, um den ständig komplexer werdenden Fragestellungen gerecht zu werden.

Interdisziplinäre Teams kreieren heute auch virtuell und über Landesgrenzen hinweg die Produkte von morgen. Hierfür brauchen sie zwar Tiefe in ihrem Fachbereich aber auch eine gewisse Breite, d.h. gute Kenntnisse in anderen Disziplinen. Nur so werden Schnittstellenprobleme bestmöglich vermieden. Sogenannte ‚Kaminkarrieren‘, also der Aufstieg bis in die Top Führungsebene ohne je den eigenen Fachbereich verlassen zu haben, wird es daher zukünftig nicht mehr geben. Denn sie führen zu einseitigen Erfahrungen und diese reichen nicht mehr aus, um die richtigen, unternehmensübergreifenden Entscheidungen in einer sich immer schneller ändernden Welt zu treffen.  

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    Raum für Innovationen zu schaffen bedeutet auch Bürowände einzureißen

    Die kreative Zusammenarbeit über Abteilungsgrenzen und Fachdisziplinen hinweg erfordert andere Innovationsprozesse und damit die Schaffung gemeinsamer Arbeitsplätze, um neuen Denkstrukturen buchstäblich Raum zur Entwicklung zu geben. Experten aus verschiedensten Fachgebieten müssen sich auch spontan und in wechselnden Konstellationen zusammenfinden und ihr Wissen austauschen können. Diesen neuen Anforderungen werden die alten Raumkonzepte nicht mehr gerecht. Hier zu sparen heißt die eigene Zukunftsfähigkeit zu gefährden.

    Fakt ist: Die Weichen des Erfolges  werden auch im produzierenden  Gewerbe zu 60 bis 80 Prozent an Büroarbeitsplätzen gestellt – in der Unternehmensführung, in der Forschung und Entwicklung, in Marketing- und Vertrieb, im  Finanz-, Personal- und IT-Bereich sowie im Einkauf. Und trotzdem schrecken vor allem mittelständische Unternehmen vor Investitionen in kommunikationsfördernde Büros zurück. Nach dem Motto: „Das hat doch jahrzehntelang gut funktioniert. Warum soll ich jetzt etwas ändern?“, berichtet Matthias Pietzcker, Geschäftsführer der Unternehmensberatung Quickborner Team in Hamburg, die sich auf die Gestaltung von Arbeitswelten spezialisiert hat.

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