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Der Rat der Weisen Wie komme ich zu dem Gehalt, das ich verdient habe?

Quelle: PR

Spätestens zum Jahresgespräch beschäftigt die meisten Mitarbeiter das Thema Gehalt, kann doch dann meist ein neues verhandelt werden. Anja Henningsmeyer gibt Tipps, wie jeder das richtige Gehaltsniveau für sich findet.

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Das Thema Gehalt ist kein leichtes. Offen geredet wird darüber in den wenigsten Unternehmen, in Deutschland ist es eher noch ein Tabu-Thema. Steht ein Arbeitswechsel oder eine Beförderung an oder hat der Vorgesetzte zum Jahresgespräch geladen, wird das Thema für viele Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen relevant. So erging es auch einer Leserin, die uns fragte: „Wie komme ich zu dem Gehalt, das ich verdient habe?“

Antwort: Darf ich zunächst gegenfragen: Was glauben Sie denn, was Sie als Entlohnung verdient haben? Die Antwort wird subjektiv ausfallen – je nachdem, ob Arbeitnehmer beziehungsweise Arbeitsnehmerinnen oder Arbeitgeber beziehungsweise Arbeitgeberinnen antworten.

Ein Beispiel aus meinem Coaching-Alltag: Eine junge Frau, die in eine Führungsposition aufsteigen soll, verdient zuletzt 65.000 Euro. Für den neuen Posten in der gleichen Firma erhält sie von ihrem Arbeitgeber 77.000 Euro Jahresgehalt geboten. Die Begründung: Sie hätte bisher noch keine Führungserfahrung. Eigentlich ein super Gehaltssprung, oder? Die selbstbewusste Führungskraft in spe ist aber der Meinung, dass sie, gemessen am firmeneigenen Gehaltssystem, mehr verdienen sollte. Also schauen wir gemeinsam in ihren Lebenslauf, besprechen die Verhandlungsstrategie – und tatsächlich handelt sie für die neue Position 83.000 Euro als Startgehalt heraus.

Die Perspektiven darauf, was Arbeitsleistungen wert sind, können sehr unterschiedlich sein.

Darum: Vor einer Gehaltsverhandlung machen Sie sich bitte schlau: Welche Gehälter sind in Ihrem Unternehmen üblich (innerer Vergleichswert)? Was ist in der Branche üblich (äußerer Vergleichswert)? Recherchieren Sie Vergleichswerte für Ihre Tätigkeit – natürlich unter Berücksichtigung des Standortfaktors (strukturschwache versus strukturstarke Regionen), der allgemeinen Arbeitsmarktlage, der Unternehmensgröße, et cetera.

Nehmen Sie dabei nicht nur das Gehalt in den Blick, sondern auch geldwerte Zusatzleistungen. Denn auch nicht-monetäre Aspekte – wie beispielsweise die Möglichkeit im Home-Office zu arbeiten, flexible Einteilung der Arbeitszeit oder der Aufgabenumfang – können für Sie wertvoll sein.

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Wenn Sie diese Vorarbeit geleistet haben, dann suchen Sie die günstige Gelegenheit zum Gespräch mit Ihrem Vorgesetzen. Haben Sie den Mut mehr zu fordern! In einer US-Studie von 2003 fragten 57 Prozent der männlichen – aber nur sieben Prozent der weiblichen – Teilnehmer nach einer höheren Entlohnung als ihnen ursprünglich angeboten wurde. Diejenigen, die fragten – Männer wie Frauen –, erhielten im Durchschnitt 4053 US-Dollar mehr.

Anja Henningsmeyer ist zertifizierte Verhandlungsführerin, Dozentin und Hauptschöffin am Amtsgericht Frankfurt. Die Verhandlungsexpertin lehrt an zahlreichen Hochschulen und in Unternehmen. 2019 erschien Ihr Ratgeber: „Denn Sie wissen, was Sie tun. Wie Frauen erfolgreich verhandeln im Campus Verlag.

Wenn Sie eine Frage zu Gehalt, Miteinander im Büro, Führung, Karriereplanung, Etikette, Lifestyle oder Work-Life-Balance haben, senden Sie uns diese bitte an erfolg@wiwo.de oder via FacebookInstagram und LinkedIn. Schildern Sie uns dabei auch gerne, warum Sie diese Frage beschäftigt.

Alle Folgen unserer Serie „Rat der Weisen“ finden Sie hier.

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