DGB-Umfrage Die Deutschen wollen weniger arbeiten

Offenbar arbeiten die Deutschen zu viel. Denn jetzt ergibt eine DGB-Umfrage: Die Mehrheit möchte weniger arbeiten.

Diese Berufsgruppen arbeiten am meisten
Vollzeitbeschäftigte Arbeitnehmer arbeiteten 2015 durchschnittlich 1.657 Stunden Quelle: ZB
ArbeitstageWas sich dagegen viel stärker geändert hat, sind die Tage, an denen gearbeitet wird. Von "Samstags gehört Vati mir" ist in vielen Branchen nichts mehr zu spüren: Im Jahr 2015 arbeitete gut jeder Vierte (26,5 Prozent) ständig oder regelmäßig an Samstagen oder Sonntagen. 20 Jahre zuvor, im Jahr 1996, waren es noch 23,5 Prozent. Bis zum Jahr 2007 war der Anteil auf den bisherigen Höchststand von 27,8 Prozent angestiegen und bis 2015 wieder etwas zurückgegangen. Quelle: dpa
Wohnungsanzeige Quelle: dpa
Ein junger Mann liest kleinen Kindern etwas vor Quelle: dpa
Zwei Männer putzen Fenster Quelle: dpa/dpaweb
Zwei Frauen richten ein Bett in einem Hotel Quelle: dpa/dpaweb
Ein Mann arbeitet an einer Maschine Quelle: dpa

Die vertraglich geregelte Arbeitszeit hat mit der Realität in deutschen Unternehmen oft wenig zu tun. Das geht aus dem DGB-Index „Gute Arbeit 2014“ hervor, den der Deutsche Gewerkschaftsbund nun vorstellte.

Danach halten sich 62 Prozent der Arbeitgeber nicht an die vereinbarte Arbeitszeit. 59 Prozent der vom DGB befragten Arbeitnehmer gaben an, sie müssten länger arbeiten als vereinbart. In nur drei Prozent der Fälle war die tatsächliche Arbeitszeit kürzer als festgelegt.

Die meisten Überstunden gibt es in den Bereichen Information, Kommunikation, Energie und Entsorgung. Nur ein Teil der Überstunden wird bezahlt oder abgefeiert. Von den Arbeitnehmern, die länger als vereinbart arbeiten, sagten 24 Prozent, sie leisteten sehr häufig unbezahlte Arbeit.

Weitere 26 Prozent tun dies zumindest gelegentlich. Insgesamt zeigt sich: Viele Männer mit langen Arbeitszeiten würden gerne kürzertreten. Die meisten Frauen, die in Teilzeit arbeiten, hätten dagegen gerne eine höhere Stundenzahl im Vertrag stehen.

Mehr Flexibilität fordern die Gewerkschaften auch beim Übergang zur Rente mit 67. Vor allem im verarbeitenden Gewerbe sei die Vier- oder Drei-Tage-Woche der richtige Weg, erklärte der Vorsitzende der Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie, Michael Vassiliadis.

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