Digitalisierung der Arbeitswelt Unternehmen schulen ihre Mitarbeiter zu wenig

In acht von zehn Unternehmen gehören virtuelle Meetings und Online-Brainstorming mittlerweile zum Alltag. Dafür brauchen die Mitarbeiter auch neue Kompetenzen – doch die Firmen bieten kaum Trainings an.

Tablet Quelle: dpa

Vor zwei Jahren setzte sich gerade einmal jedes zweite Unternehmen mit der Digitalisierung am Arbeitsplatz auseinander. Heute ist Enterprise 2.0 in den Unternehmen angekommen: Acht von zehn Firmen integrieren virtuelle Meetings, Online-Brainstormings und Team-Chatrooms in ihren Arbeitsablauf. Das ist das Ergebnis der "Enterprise 2.0 – Status Quo 2015"-Studie, die die Wiesbaden Business School in Kooperation mit der Plattform feelgood@work mit 213 Teilnehmern durchgeführt hat.

Demnach sind die meistgenutzten Social-Media-Tools das interaktive Intranet und Teamrooms. Fast genauso häufig tauschen sich Mitarbeiter laut Studie in virtuellen Meetings und durch Instant Messaging aus. Nahezu alle Befragten sind sich einig, dass sich dadurch die Kommunikation und Zusammenarbeit im Unternehmen ebenso wie die Produktivität verbessert. Die Hälfte ist darüber hinaus davon überzeugt, dass sich durch Enterprise 2.0 Wissen besser speichern lässt und deshalb besser zugänglich für alle Mitarbeiter ist.

Auf welche Bereiche wirkt sich die Digitalisierung im Arbeitsalltag aus?

Obwohl die Unternehmen klare Ziele vor Augen haben, verfolgen sie paradoxerweise keine konkrete Strategie. Die Mehrheit, nämlich jedes dritte Unternehmen, integriert Enterprise 2.0. situationsbezogen in die Arbeitswelt. Die Studie zeigt aber: Firmen, die eine klar definierte Digital-Strategie verfolgen, sind erfolgreicher. Die Aktivitäten dieser Firmen stufen nahezu alle Mitarbeiter mindestens als erfolgreich, wenn nicht sogar als sehr erfolgreich, ein.

Ein weiteres Problem, das die Digitalisierung der Arbeitswelt mit sich bringt, ist, dass die Mitarbeiter dafür auch soziale und kommunikative Kompetenzen benötigen. Unternehmen erwarten vor allem, dass die Angestellten offen gegenüber neuen Kommunikationsmethoden sind und sie auch anwenden können. Zwar ist die Kommunikation in den Unternehmen dadurch bereits gestiegen – aber nicht so, wie es die Befragten vorab erwartet hätten.

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Zwar fordern Unternehmen Anpassungsfähigkeit und neue soziale Kompetenzen – aber sie bieten kaum Trainings an, damit die Mitarbeiter die Fähigkeiten erlernen können. Vier von zehn Befragten geben an, dass es keine berufsbegleitenden Programme gibt. Nur jeder Dritte bekommt eine technische und inhaltliche Einführung in die Social-Media-Tools – dabei ist Enterprise 2.0 schon in mehr als 80 Prozent der Unternehmen angekommen.

Derzeit sind vor allem IT- und Marketingabteilungen verantwortlich dafür, dass Enterprise 2.0 in den Unternehmen integriert wird. Die Mitarbeiter wünschen sich aber, dass sich neben der Kommunikationsabteilung, die Geschäftsführung sowie eine eigenständige Abteilung mit der virtuellen Kommunikation befassen.

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