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Ehemalige Selbstständige auf Jobsuche Bloß nicht den Chef markieren!

Eben noch der eigene Chef, nun wieder angestellt: Im Bewerbungsverfahren haben es ehemalige Selbstständige besonders schwer. Personaler haben oft Vorurteile, gleichzeitig ist das Ego angekratzt. So klappt der Wechsel.

Wer sich beim Vorstellungsgespräch wie der Chef persönlich gibt, hat geringe Chancen auf eine Anstellung. Quelle: Fotolia

Heute hat Hans Müller (Name von der Redaktion geändert) einen festen Job in der Finanzbranche. Für ihn bedeutet das: geregeltes Einkommen, feste Arbeitszeiten, weniger Verantwortung und mehr Freizeit. Vor vier Jahren war das anders. Damals war Müller, ein Klient von Karrierecoach Birte Püttjer, noch selbstständig im Gastronomiebereich: Verantwortlich für 15 Mitarbeiter, fast täglich Überstunden.

Trotz seiner Angestellten musste Müller in mehreren Bereichen Spezialist sein: Buchführung, Service, Speisenzubereitung. Eines Tages hatte Müller auf die Mehrfachbelastung und Veranwortung keine Lust mehr. "Mein Klient wollte sich wieder auf seinen Kernberuf konzentrieren und im Finanzbereich arbeiten", erzählt Karriereexpertin Püttjer.

Die fiesesten Fragen im Vorstellungsgespräch
„Wie viele Briefkästen der Deutschen Post stehen auf den Straßen Deutschlands?“ Quelle: dpa
„Wie viele Smarties passen in einen VW-Bus?“ Quelle: dpa
„Sie steigen in den Aufzug ein und im Aufzug befindet sich der CEO. Was würden Sie ihm sagen, um einen bleibenden Eindruck zu hinterlassen?“ Quelle: REUTERS
Wenn Sie alle Wohnungen in NRW mit Parkett ausstatten wollen würden, wie viel Holz müsste im Schwarzwald abgeholzt werden?“ Quelle: dpa
„Wie viele Cappuccinos werden täglich in Manhattan verkauft?“ Quelle: dpa
„Wenn der Schokoriegel „Mars” eine Person wäre, wie wäre sie?” Quelle: dpa
Der Leiter der Lufthansa Cargo Animal Lounge, Axel Heitmann, hält am Flughafen in Frankfurt am Main einen Regenwurm aus China in seiner Hand Quelle: dpa

Dieser berufliche Schritt ist für die meisten Selbstständigen schwierig, denn sie sehen sich einer Reihe von Vorurteilen gegenüber. Die Sorge vieler Personalentscheider: Der "Ex-Chef" hat Schwierigkeiten mit geregelten Arbeitszeiten und Autorität, will sich nicht anpassen, schiebt einen faulen Lenz oder will sich vielleicht sogar der Kundenkartei bedienen, um sich mit neuen Kunden dann wieder selbstständig zu machen.

Je nach dem, warum der Selbstständige zurück ins Angestellten-Dasein wechselt, spielt auch die Psyche eine Rolle: Wer pleite gegangen ist, muss erst sein Selbstwertgefühl wieder aufbauen. "Gescheiterte Selbstständige brauchen oft Jahre, um sich zu erholen. Sie fühlen sich meist gedemütigt, müssen sich beruflich erst neu finden", erklärt Karriereexperte Jürgen Hesse von Hesse/Schrader. Die Reaktion der Gesellschaft erschwere den Rehabilitationsprozess: "Wenn man in Deutschland pleite ist, ist man eine Weile in der Arbeits-Öffentlichkeit verbrannt. Es dauert, bis man wieder als vertrauenswürdig gilt."

In den USA ist das anders. Dort versuchen Millionen Menschen, den American Dream Realität werden zu lassen und durch ausgefallene Geschäftskonzepte vom Tellerwäscher zum Millionär zu werden. Die wenigsten machen den Traum auch wahr. Trotzdem werden die übrigen nicht als Verlierer gebrandmarkt. "In den USA gehört es zum guten Ton, zwei bis drei Pleiten zu erleben", weiß Hesse. "Die selbstbewussten Chefs beißen lieber dreimal ins harte Holz bis sie Erfolg haben, bevor sie aufgeben", sagt er. Deutsche neigen dagegen dazu, wieder in ein Angestelltenverhältnis zurückzukehren. "Etwa 90 Prozent der Selbstständigen, die sich wieder bewerben, tun das aus ökonomischer Not heraus", so Hesse.

Auch deshalb haben sie es besonders schwer, wieder eine Festanstellung zu bekommen. Sie müssen sich bei Bewerbung und Vorstellungsgespräch besonders ins Zeug legen, um den potenziellen Arbeitgeber von sich und ihrer Expertise zu überzeugen.

Auf der nächsten Seite: Die wichtigsten Tipps im Überblick

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