Erkältung & Co. Mediziner gehen besonders oft krank zur Arbeit

Mit ein bisschen Husten und Schnupfen kann man ruhig zur Arbeit gehen, die Kollegen werden sich schon nicht anstecken. Fast 70 Prozent denken so. Besonders oft teilen Mediziner ihre Viren und Bazillen mit anderen.

Wann Sie lieber zum Arzt statt zur Arbeit gehen sollten
Die wenigsten Menschen bleiben wegen jedem kleinen Wehwechen zuhause und lassen sich krank schreiben. Auch aus ärztlicher Sicht spricht nichts dagegen, mit einer kleinen Erkältung zur Arbeit zu gehen. Man sollte in jedem Fall in sich hinein horchen und sich fragen, ob man sich fit genug fühlt. Quelle: dpa
Wer mit einem leichten Infekt zur Arbeit geht, sollte seinen Körper mit Hausmittelchen unterstützen und darauf achten, sich im Büro regelmäßig die Hände zu waschen, um nicht unnötig Keime zu verbreiten. Kollegen anzuniesen oder anzuhusten, sollte schon der Anstand verbieten. Quelle: Fotolia
Es kommt natürlich auch auf den jeweiligen Beruf an. Wer eine Bürotätigkeit ausübt und vielleicht auch noch in einem Einzelbüro sitzt, von dem geht eine viel geringere Gefahr aus, als von einem unkonzentrierten, schlappen Piloten oder einem Erzieher, der seine Bakterien im Kindergarten verteilt. Quelle: Fotolia
Grundsätzlich gilt: Wer Fieber hat, sollte zum Arzt und nicht zur Arbeit. Denn Fieber ist ein deutliches Warnzeichen des Körpers, das etwas im Argen liegt. Auch Husten mit Auswurf ist ein deutliches Zeichen, dass ein Arztbesuch mit anschließender Bett- oder zumindest Sofaruhe angezeigt ist. Quelle: dpa
Und auch wer sich ohne Fieber richtig mies fühlt, sollte im Bett bleiben und sich nicht aus Pflichtgefühl zur Arbeit schleppen. Auch wenn andere Kollegen schon "mit viel schlimmeren Krankheiten" zur Arbeit gekommen sind. Quelle: Fotolia
Auch Betroffene, die bei Wind und Wetter draußen arbeiten oder beruflich mit Lebensmitteln zu tun haben, sollten lieber mit ihrem Arzt besprechen, ob sie arbeitstauglich sind oder besser zu Hause bleiben sollten. Quelle: dpa
Je ansteckender eine Krankheit ist, desto länger sollte man - mit Krankenschein - zuhause bleiben. Bei Erkrankungen wie dem Noro-Virus beispielsweise, fühlt sich der Patient vielleicht schon nach ein paar Tagen wieder gut, ist aber noch die reinste Virenschleuder. Da heißt es das Haus hüten, bis der Arzt etwas anderes anordnet. Quelle: dpa
Daran sollten sich Patienten dann auch halten. Aus einem einfachen grippalen Infekt kann, wenn man ihn nicht richtig auskuriert, im schlimmsten Fall eine Herzmuskelentzündung werden. Und das ist schließlich kein Job wert. Quelle: dpa
Auch das Volksleiden Rückenschmerzen kann ein Grund für eine kurze Auszeit auf Krankenschein sein. Vom im Bett liegen wird der Schmerz zwar in aller Regel nicht besser, aber zumindest erspart man seinem Körper damit einen Tag Computerhaltungsstress. Auf lange Sicht sollten sich Betroffene aber einen entsprechenden Rückenkurs oder Physiotherapeuten suchen. Quelle: dpa
Eine Schwangerschaft ist dagegen keine Krankheit - in der Regel können schwangere Frauen ganz normal arbeiten gehen. Wenn sich die werdende Mutter allerdings schlecht fühlt, sollte sie sich und dem Baby zuliebe besser zuhause bleiben - dafür haben sowohl der Hausarzt als auch der Arbeitgeber Verständnis. Quelle: dpa

Im Frühling holt man sich ja gerne mal eine Erkältung. Ihr Arzt übrigens auch. Krank zur Arbeit gehen Sie beide, wie eine Studie des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) unter 4600 Arbeitnehmern zeigt. Demnach sind 68 Prozent der Befragten schon einmal krank zur Arbeit gegangen. Nun könnte man sagen: Wer bleibt schon beim ersten Kratzen im Hals gleich zuhause? Das ist natürlich richtig. Auch aus ärztlicher Sicht spricht nichts dagegen, mit einer kleinen Erkältung zur Arbeit zu gehen. Betroffene sollten in jedem Fall in sich hinein horchen und sich fragen, ob sie sich fit genug fühlen.

Grundsätzlich gilt: Wer Fieber hat, sollte zum Arzt und nicht zur Arbeit. Denn Fieber ist ein deutliches Warnzeichen des Körpers, das etwas im Argen liegt. Auch Husten mit Auswurf ist ein deutliches Zeichen, dass ein Arztbesuch mit anschließender Bett- oder zumindest Sofaruhe angezeigt ist.

Diese Berufsgruppen gehen krank zur Arbeit

Wer zum Arzt geht, statt sich aus Pflichtgefühl zur Arbeit zu schleppen, sollte allerdings aufpassen, sich beim Arzt nicht anzustecken. Denn besonders häufig sind es laut der Umfrage Beschäftigte aus dem medizinischen Bereich, die mindestens eine Woche lang ihre Keime mit in die Praxis oder ins Krankenhaus bringen.

Im Schnitt schleppen sich 21 Prozent der Deutschen auch mal eine ganze Woche lang krank ins Büro und stecken dort die Kollegen an. 14 Prozent sagen sogar, dass sie ihre Viren und Bakterien auch schon mal bis zu drei Wochen lang im Büro verteilt haben. Bei Führungskräften ist es noch ein bisschen ärger: Hier geht mehr als die Hälfte auch mit einer schweren Erkältung arbeiten, wie TNS Emnid im Auftrag eines Hamburger Diagnostik-Zentrums herausgefunden hat. Ein Drittel arbeitet in einem solchen Fall von zuhause aus. Und viele erwarten auch von ihren Mitarbeitern, sich nicht so anstellen.

Arbeitgeber kann für kranke Mitarbeiter haftbar gemacht werden

Das Arbeitsrecht ist in einem solchen Fall jedoch eindeutig auf der Seite der Bazillenschleuder: Der Arbeitgeber hat eine Fürsorgepflicht für seine Mitarbeiter. Wenn die Gefahr besteht, dass der Angestellte seine Krankheit verschleppt und noch darüber hinaus die Kollegen ansteckt, muss der Chef ihm das Arbeiten verbieten. Auf die kranken Mediziner angewendet heißt das: Der Stationsarzt muss den Krankenpfleger heimschicken, bevor der alle Patienten ansteckt. Und zwar nicht nur aus Nächstenliebe und Fürsorge, sondern auch aus ökonomischen Gründen: Der Arbeitgeber kann im Einzelfall nämlich haftbar gemacht werden, wenn ein kranker Mitarbeiter einen Schaden verursacht und der Vorgesetzte von dessen Erkrankung wusste.

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