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Fach oder Uni wechseln Falsches Studium gewählt – und nun?

Quelle: imago images

Wer das falsche Studienfach gewählt hat, muss nicht verzweifeln. Ein Wechsel des Studiengangs oder der Universität ist jederzeit möglich. Allerdings gibt es Einiges in puncto Krankenversicherung und Bafög zu beachten.

Wer sich für ein Studium entscheidet, hat eine schier unglaubliche Auswahl: 2018 gab es nach Abschlussart mehr als 19.000 Studiengänge in Deutschland. Orientierung in diesem Dickicht bietet unser Uni-Ranking. Doch auch wer schon eine Wahl getroffen hat und mit seinem Studienfach oder der Universität unzufrieden ist, kann noch wechseln. Das ist nicht immer ganz einfach und stark vom Einzelfall abhängig. Hier erfahren Sie, worauf Studierende achten sollten, damit der Wechsel gelingt, und wer wichtige Ansprechpartner sind.

Die Gründe, warum Studierende das Fach oder die Universität wechseln, sind individuell sehr unterschiedlich“, sagt Christiane Mateus, stellvertretende Leiterin der  Zentralen Studienberatung an der LMU München. „Mal geht es um Familienzuführung, mal fühlt sich jemand in München unwohl und kommt mit der Mentalität der Stadt nicht zurecht, mal sind fachliche Aspekte ausschlaggebend.“ 

Wie man überhaupt zur Wechselabsicht kommt

Zahlreiche Aspekte können eine entscheidende Rolle spielen: Die Hörsäle sind überfüllt, das Studium ist völlig anonym und die Betreuung nicht so, wie sich das der Studierende vorstellt. Das Leistungsniveau ist zu niedrig – oder zu hoch. Das Fach an sich war keine gute Wahl. Oder das Fach war eine gute Wahl, aber die Schwerpunktsetzung an einer anderen Universität liegt den eigenen Interessen doch näher. „In einem ersten Schritt sollte ich mir Klarheit darüber verschaffen, warum ich wechseln will und was ich mir von der neuen Uni oder dem neuen Fach erwarte“, rät Mateus. 

Im Anschluss daran empfiehlt sie auch einen Termin bei der zuständigen Fachberatung an der Wunsch-Uni. „Dabei ist zum einen zu klären, ob die Ziel-Universität den eigenen Erwartungen gerecht wird“, sagt Mateus. „Zudem geht es um die Anerkennung bereits erbrachter Leistungen, noch nachzuholende Leistungen und sonstige Herausforderungen, die auf einen zukommen können.“ 

Falls denn überhaupt ein Platz frei ist. „Es gibt Studiengänge, bei denen es beinahe aussichtslos ist in einem höheren Semester einzusteigen und andere, bei denen man bessere Chancen hat“, sagt Mateus. Auch das gelte es im Vorfeld abzuklären. Ist ein Studiengang zulassungsbeschränkt, so gilt das oft auch für spätere Semester. Selbst wer mit seiner Abiturnote den Numerus Clausus erfüllt, hat bei einem Einstieg in ein höheres Semester nichts gewonnen. „Geht es um einen Wechsel in ein höheres Semester, spielt die Abiturnote keine Rolle mehr.“ Es muss erst einmal mindestens ein Studienplatz frei werden, damit jemand nachrücken kann.  

Wann ist der richtige Moment für den Wechsel?

Es gibt Studierende, die wissen nach fünf Tagen an ihrer neuen Universität, dass sie eine falsche Entscheidung getroffen haben. Anderen geht das erst nach mehreren Semestern auf. „Die ersten Semester verfliegen für viele. Sie leben in einer neuen Stadt, bauen einen neuen Freundeskreis auf, müssen sich an der Universität zurechtfinden“, sagt Mateus. „Eine vertiefte Auseinandersetzung mit dem Fach und die Überprüfung, ob die Entscheidung für das Fach und die Uni die richtige war, kann schon etwas dauern.“ 

Zu spät für einen Wechsel ist es nie – auch wenn es kurz vor dem Bachelorabschluss mitunter ratsam sein kann, das letzte Semester noch hinter sich zu bringen. „Wann der richtige Zeitpunkt zum Wechseln ist, ist so individuell wie die Gründe für den Wechsel“, sagt Mateus.

Allerdings gibt es aus ihrer Sicht klare Anzeichen dafür, dass man die Uni oder das Fach wechseln oder statt des Studiums besser eine Ausbildung absolvieren sollte: „Wer sich über- oder unterfordert fühlt, sollte etwas ändern. Wer nicht mehr in die Veranstaltungen geht, keine Prüfungen mehr schreibt und nur noch prokrastiniert, sollte auch etwas ändern“, sagt Mateus. „Nur weil ich ein Studienfach angefangen habe, muss ich es nicht beenden, vor allem nicht wenn es zulasten meiner Gesundheit geht.“ 

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