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Fach oder Uni wechseln Falsches Studium gewählt – und nun?

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Krankenversicherung und Bafög

Was ist in puncto Krankenversicherung zu beachten?

Ein Hochschulwechsel erfordert wie ein Fachwechsel innerhalb der Hochschule eine Neubewerbung. Wird diese positiv beschieden, benötigen Studierende für die Immatrikulation eine Versicherungsbescheinigung ihrer Krankenkasse. Privatversicherte Studierende brauchen zusätzlich eine Befreiungsbescheinigung ihrer letzten gesetzlichen Krankenkasse. Es empfiehlt sich also in jedem Fall eine Absprache mit einem Berater der eigenen Krankenkasse. Zumal je nach Versicherungsart unterschiedliche Modalitäten gelten.

„Für bislang familienversicherte Studierende ändert sich bei einem Hochschul- und Studiengangwechsel in der Regel nichts“, erklärt Michael Ihly, Pressereferent der Techniker Krankenkasse. Bis zu ihrem 25. Lebensjahr können sie bei den Eltern in der gesetzlichen Krankenversicherung mitversichert bleiben. Ihr monatliches Einkommen darf dafür allerdings die Grenze von 445 Euro nicht überschreiten. Gehen die Studierenden einem Minijob nach, liegt die Grenze bei 450 Euro im Monat.

Auch für Studierende, die bereits selbst in der Krankenversicherung der Studenten (KVdS) pflichtversichert sind, ändert sich in der Regel aufgrund des Wechsels nichts. „Sie werden mit Beginn des Studiums in der KVdS pflichtversichert, sofern sie weiterhin die Voraussetzungen erfüllen“, sagt Ihly. Dazu zählt, dass sie an einer staatlichen oder an einer staatlichen anerkannten Hochschule studieren, nicht hauptberuflich selbständig sind und nicht anderweitig versichert sind, beispielsweise als Arbeitnehmer.

Wer von einer Fachhochschule zu einer Universität wechseln will, muss die unterschiedlichen Semesterfristen beachten: „Bei einem Hochschulwechsel erfolgt zwangsläufig die Exmatrikulation an der bisherigen Hochschule“, erklärt Ihly. Das Semester an einer Fachhochschule endet bereits am 28. Februar – das an einer Universität beginnt aber erst zum 1. April. Es kommt also zu einer Lücke von einem Monat. „Die versicherungspflichtige Mitgliedschaft in der KVdS endet mit der Exmatrikulation, es schließt sich ein nachgehender Leistungsanspruch für längstens einen Monat an, sofern keine anderweitige Versicherung oder eine Erwerbstätigkeit ausgeübt wird“, sagt Ihly. „Während des nachgehenden Leistungsanspruches sind keine Beiträge zur Krankenversicherung zu leisten.“

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    Auch das Alter und die Zahl der Semester, die der Studierende bereits absolviert hat, spielen eine Rolle: Die Versicherungspflicht für Studierende endet in der Regel mit dem Abschluss ihres Studiums, der Exmatrikulation oder dem Ablauf des 14. Fachsemesters. Spätestens endet die Versicherungspflicht aber mit dem Semester, in dem Studierende das 30. Lebensjahr vollendet haben. „Wer sich also zu einem späteren Zeitpunkt für einen Hochschul- oder Studiengangwechsel entscheidet, muss beachten, dass die Pflichtversicherung in der KVdS unter Umständen schon vor Beendigung des neuen Studiums endet, weil das 30. Lebensjahr vollendet wurde“, erklärt Ihly. Und dann wird es in der Regel deutlich teurer.

     Und wie sieht es mit Bafög aus?

    Wer Bafög bezieht, muss mit dem zuständigen Bafög-Amt klären, ob er weiter unterstützungsberechtigt ist. Wer bis zum Beginn des 3. Fachsemesters wechselt, erhält für gewöhnlich weiterhin Bafög. In diesem Fall vermutet das Bafög-Amt, dass es einen „wichtigen“ Grund gibt. Wer erst nach Beginn des 4. Fachsemesters wechselt, muss selbst nachweisen, dass ein „wichtiger“ Grund für den Wechsel vorliegt.

    Ein wichtiger Grund ist beispielsweise gegeben, wenn der Studierende zu einem früheren Zeitpunkt an einer Hochschule aus Kapazitätsgründen nicht zugelassen worden ist, nun aber eine Zusage erhält – aber auch das hängt von vielen weiteren Faktoren ab. Auch ein „Neigungswechsel so schwerwiegender und grundsätzlicher Art, dass die Fortsetzung der Ausbildung der auszubildenden Person nicht mehr zugemutet werden kann“. Ob ein wichtiger Grund vorliegt oder nicht, kann letztlich nur im Einzelfall mit dem jeweiligen Bafög-Amt geklärt werden.

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