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Fachkräftemangel So finden Sie versteckte Talente im eigenen Haus

Fachkräftemangel? In den meisten Unternehmen schlummern wahre Talente – die findet nur keiner. Schuld sind veraltete Führungsstile und mangelnde Transparenz. Was Unternehmen brauchen, sind interne Plattformen und Mut.

Wie Sie ein besserer Chef werden
Der tobende Chef Quelle: Fotolia
Viele Menschen, viele Wahrheiten Quelle: Fotolia
Holen-Sie-sich-Feedback-ein Quelle: Fotolia
Machen Sie andere nicht für Ihre Gefühle verantwortlich Quelle: Fotolia
Vertrauen Sie, misstrauen Sie nicht Quelle: Fotolia
Machen Sie sich entbehrlich Quelle: Fotolia
Verabschieden Sie sich vom Tagesgeschäft Quelle: Fotolia

Die Digitalisierung bringt eine ganze Menge Unternehmen durcheinander. Viele suchen verzweifelt nach Fachkräften, mit denen sich die kommenden Herausforderungen managen lassen. Die Digitalisierung hilft auf der anderen Seite, verborgene Talente an die Oberfläche zu spülen. Damit das gelingt, braucht es zwei Dinge: Transparenz und Wissensmanagement. Beides verlangt im Übrigen die jüngst reformierte Qualitätsnorm Iso-9001. Und beides hängt zusammen.

Mehr Durchblick für alle gibt es über das Management von Informationen: Wenn Firmen eine Kultur des sich Zeigens installieren, gestatten sie Mitarbeitern Schwächen und Wissenslücken, die diese benennen dürfen. Ähnlich wie beim Crowdfunding sorgt das offene Bedürfnis für eine steigende Anzahl an Helfern. Kollegialität statt Karrierekrieg wird zum Zeitgeist – der obendrein Talente fördert.

Offenes Intranet mit Mitarbeiterprofilen liefert Transparenz

Diese Kultur erreicht man über den Weg der kleinen Schritte: Niederschwellige Angebote an die Arbeitnehmer, sich zu zeigen und das Gezeigte aufzugreifen, bauen Vertrauen in eine neue Offenheit auf. Ein Beispiel wie Technologie Kulturwandel beschleunigt, liefern Mitarbeiterprofile im Intranet. Ähnlich den Xing- und Facebook-Communitys dieser Welt können alle im Unternehmen ihre offensichtlichen und verborgenen Talente beschreiben.

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Gut ist es, wenn Chefs Vorbilder sind: Nur wer Transparenz lebt und Einblicke in Entscheidungen gibt, kann erwarten, dass Mitarbeiter sich daran orientieren.

Zeigt sich das Management vorbildlich, wird es staunen: Mitarbeiter werden kommentieren, aktiv mitmachen und Spaß haben am Ideenliefern. Schnell wächst so eine Expertenlandschaft heran und vorgeschlagene Verbesserungen fallen auf. Wie ein Katalysator wirkt die neue Offenheit, wenn Chefs transparent entscheiden, Plattformen für Gestaltung und Beteiligung schaffen sowie Engagement loben. Das spricht auch die junge Generation Z an, die netzwerken und die Vorzüge der Digitalisierung genießen will.

Wie umgehen mit Mitarbeiterkommentaren?

Gelingt dieser Start und entsteht eine kontinuierlich gelebte Verbesserungs- und Fehlerkultur, steht die nächste Baustelle an. Was passiert mit den Kommentaren und Beiträgen der Mitarbeiter, wie werden sie gewichtet?

Nicht immer sind die lautesten Sprecher die talentiertesten Köpfe. Zum Finden verborgener Potenziale gehört das Fördern von Talenten. Es geht darum, Räume zu schaffen, in denen sich Mitarbeiter ausprobieren können. Im Lebensmittelhandel gibt es Azubi-Filialen, in denen sich die Guten ins Zeug legen können. Angstfrei – in einem sicheren Rahmen. Warum nicht solche Bühnen für Nachwuchskräfte in höheren Ebenen inszenieren?

Diese 10 Länder werden die weltbesten Talente anwerben

Zeit also zum Umdenken. Wer die kreativsten und klügsten Talente im Unternehmen sucht, dem steht ein Kulturwandel ins Haus. Heutige Büroarbeiter erwarten Offenheit und einen fairen Umgang. Menschen zeigen gerne ihre Talente. Doch wer Angst hat, in einer Arbeitsgruppe zu enden, nur weil er Stellung bezieht, in dem er beispielsweise Prozessverbesserungen vorschlägt oder eine Fähigkeit hat, die vielen nutzt, bleibt womöglich still. Furcht vor mehr Arbeit kann lähmen.

Und darum soll es auch nicht gehen. Es geht in Zukunft um den permanenten Austausch: Eine Wertekultur und digitale Technik zu verbinden. Die klugen Köpfe werden es danken. Mehr noch, wer heute nicht dem Wandel folgt, verliert sie morgen an den Wettbewerb. So einfach ist das in einem Angebotsmarkt.

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