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Frauenkarrieren Am Ende geht es nur ums Geld

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It’s all about money, honey!


Die fehlende Durchsetzungskraft, die Martina Lackner bemängelt, fängt nicht bei der Gehaltsverhandlung an und hört auch nicht beim nächsten Karriereschritt auf – sondern zeigt sich vor allem im Privaten. In der Regel bleibt der Elternteil zu Hause, dessen Gehalt niedriger ist.

Die Entscheidung, wer wie lange zu Hause bleiben möchte, ist in der Regel keine Frage der Bequemlichkeit oder eine Wohlfühlstrategie, sondern – ganz im Gegenteil – eine Frage der ökonomischen Vernunft: Solange Frauen schlechter bezahlt werden als Männer, wird die Diskussion um die Aufteilung der Erwerbs- und Familienarbeit in schöner Regelmäßigkeit vorzeitig durch die Argumentationskraft des Kontostands beendet.

Ein Teufelskreis aus Geld und Macht, der sich fortsetzt: Frauen sind seltener in Führungspositionen zu finden, arbeiten oft in weniger gut bezahlten Berufen und überdurchschnittlich oft in Teilzeit. Sie werden weniger oft befördert, übernehmen seltener Verantwortung und verhandeln schlechter. Männer werden eher nach Potential, Frauen nach erbrachter Leistung bezahlt.

Auch Milena Merten hat recht: Das System muss sich ändern, damit sich endlich die Erkenntnis durchsetzt, dass Führung auch in Teilzeit möglich ist, Lebensarbeitszeitmodelle, flexible Arbeitszeiten und Home-Office-Lösungen vor allem eine organisatorische Frage sind: Wer will, findet Wege. Wer nicht, findet Gründe.

Doch damit nicht genug: Der eigentliche Systemfehler liegt darin, das Ganze als Frauenproblem zu beschreiben. Denn insbesondere die Rollenbilder und Stereotype in unseren Köpfen haben Einfluss auf den Verdienst, angefangen mit dem Berufswahlverhalten bis hin zur Aufteilung der Elternzeit.

Die ungleiche Bezahlung von Frauen und Männern



Gleichberechtigung heißt: Jeder kann nicht: einer muss

Geld und Macht regieren die Welt, das gilt auch und gerade beim Thema Kinder und Karriere. Natürlich ist Vereinbarkeit immer auch eine finanzielle Frage: Wer sich im Alltag mit Familie Betreuung, Haushaltshilfen und andere Annehmlichkeiten leisten kann, hat deutlich bessere Chancen, Erfolg und Geld und Nachwuchs unter einen Hut zu kriegen. Doch die eigentliche Krux ist: Würden Frauen endlich genauso viel verdienen wie die Männer, mit denen sie Kinder in die Welt setzen, könnten Paare auch eine Diskussion darüber führen, wie sie sich die gemeinsame Zukunft zwischen Familienarbeit und Erwerbstätigkeit vorstellen.

Erst wenn jedes Elternpaar – fernab aller Kontostände und Klischees – darüber verhandeln kann, wer zu Hause bleiben möchte, ist Chancengleichheit erreicht. Umso wichtiger ist es, dass Unternehmen für gerechte Bezahlung aller Beschäftigten sorgen und ihre Mitarbeitenden dabei unterstützen, Vereinbarkeit zu ermöglichen – und zwar nicht nur die Frauen.

Immerhin. Die Erkenntnis, dass klüger wirtschaftet, wer fair führt, setzt sich so langsam durch, und zwar nicht nur bei Vorzeigeunternehmen wie dem Outdoorartikelhersteller Vaude, Einhorn Products, dem Hersteller veganer Kondome oder der Social Media Plattform Buffer, die viel Wert auf Transparenz und Mitbestimmung legen. Tim Cook beispielweise hat die Zeichen der Zeit erkannt. Der CEO von Apple kennt die Lösung für das Problem. Sie lautet: „Wir brauchen keine Frauenquote, wir brauchen gleiche Bezahlung.“

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