WiWo App 1 Monat für nur 0,99 €
Anzeigen

Führung Wenn nur noch Humor weiterhilft

Seite 2/3

Methode 2: Negatives Umdeuten – humorvolles Reframing

Zehn Fakten, die glücklich machen
Die Elemente, aus denen der menschliche Körper besteht, sind durch das Zusammenfallen von Sternen entstanden. So setzt sich unser Organismus unter anderem aus Calcium, Chlor, Kalium, Kohlenstoff, Magnesium, Natrium, Phosphor, Sauerstoff, Schwefel, Stickstoff und Wasser zusammen. All diese Elemente gäbe es nicht ohne zerfallene Sterne. Somit bestehen wir alle aus Sternenstaub. Quelle: dpa/dpaweb
Kühe haben beste Freunde und können mehr als 100 Herdenmitglieder erkennen und unterscheiden. Besonders enge Bindungen gibt es zwischen Müttern und Töchtern und Kälbern untereinander. Quelle: dpa
Blinde Menschen lächeln, auch wenn sie noch nie in ihrem Leben ein Lächeln gesehen haben. Der fröhliche Gesichtsausdruck ist uns Menschen angeboren. Für diejenigen, die sehen können, ist lächeln darüberhinaus ansteckend: Werden Menschen angelächelt, lächeln sie zurück. Quelle: dpa
Wenn auch drastisch: Die Chinesen passen gut auf ihre Panda-Bären auf. Wer im Land der Mitte einen Panda tötet, muss selbst damit rechnen mit dem Tod bestraft zu werden. Außerdem sind in der südchinesischen Stadt Cheng- du, der Heimat der Pandas, beleidigende Darstellungen der Tiere verboten. Quelle: dpa
Die Beatles haben das Wort "Liebe" 613 Mal in ihren Liedern benutzt. Quelle: dpa
Einige Schildkröten können durch ihren Po atmen. Weichschildkröten decken so Sauerstoffbedarf unter Wasser. Durch diese "Hautatmung" können die Tiere lange ohne Aufzutauchen atmen. Quelle: dapd
Eichhörnchen pflanzen jedes Jahr tausende neue Bäume - und das nur, weil sie vergessen, wo sie die Nüsse versteckt haben. Quelle: dpa

Für fast jede negative Situation gilt: Wenn wir sie aus einer anderen Perspektive betrachten, erscheint sie in einem anderen Licht. Dieses Umdeuten fällt uns in Krisensituationen oft schwer. Also brauchen wir einen Anstoß von außen.

Ein Beispiel für humorvolles Umdeuten: Eine Mitarbeiterin im Außendienst klagt der Chefin ihr Leid: Sie ist total frustriert, weil sie zwar regelmäßig Termine mit Kunden hat, aber selten Aufträge an Land zieht. Die Gesprächsatmosphäre wird immer düsterer, je länger Frau Huber ihre Niederlagen schildert. Und nebenbei beklagt sie sich auch noch, dass sie Single sei.

Top-Jobs des Tages

Jetzt die besten Jobs finden und
per E-Mail benachrichtigt werden.

Standort erkennen

    An diesem Punkt fragt die Chefin Frau Huber: „Führen Sie die meisten Kundengespräche mit Männern?“ Diese ist erstaunt über die Frage, bejaht sie aber. Daraufhin schlägt die Führungskraft der perplexen Außerdienstmitarbeiterin schmunzelnd vor: „Betrachten Sie die Kundengespräche doch als ‚Blind Dates‘ im Rahmen Ihrer Partnersuche. Nehmen Sie die Kunden so unter die Lupe, wie Sie dies bei einem potenziellen Lebenspartner tun.“ Frau Huber solle zum Beispiel schauen: Trägt der Kunde einen Ehering? Hält er beim Sprechen Blickkontakt? Ist er ein sportlicher Typ? Zum ersten Mal im Gespräch muss Frau Huber herzhaft lachen.

    Dieses Umdeuten hat zumindest die Gesprächssituation aufgelockert. Vielleicht hat es sogar eine nachhaltigere Wirkung. Vielleicht denkt Frau Huber beim nächsten Kundenbesuch tatsächlich an das Stichwort „Partnersuche“ und geht relaxter in das Gespräch. Dadurch verbessert sich ihre Ausstrahlung. Und dadurch erhöht sich die Wahrscheinlichkeit, dass sie einen emotionalen Draht zum Kunden findet, was wiederum ihre Chance auf einen Auftrag erhöht.

    Methode 3: Das Problem verschlimmern – paradoxes Arbeiten

    Ein weiteres Mittel, um festgefahrene Sichtweisen zu lockern, sind paradoxe Fragen und Aussagen. Also statt zu fragen „Wie lösen wir das Problem?“, beispielsweise zu fragen: „Wie verstärken wir das Problem?“ Eine solche Intervention löst beim Gegenüber oft eine problemlösende Gegenreaktion aus. Eine Erfahrung, die zum Beispiel Eltern oft sammeln. Wer schreiende Kinder bittet, mit dem Schreien aufzuhören, hat meist wenig Erfolg. Wer sie hingegen auffordert, lauter zu schreien, merkt in der Regel bald: Das Schreien verebbt.

    Überraschen Sie als Vorgesetzter oder Projektmanager in heiklen oder festgefahrenen Situationen Ihren Gesprächspartner zuweilen mit scheinbar paradoxen Fragen oder Aufforderungen. Fragen Sie zum Beispiel: „Was müssten Sie tun, damit Sie endlich einen Burnout erleiden?“ Oder: „Wie erreichen Sie es todsicher, dass Ihr Kollege nicht mehr mit Ihnen spricht?“ Oder: „Wie fahren wir das Projekt endgültig an die Wand?“

    Inhalt
    Artikel auf einer Seite lesen
    © Handelsblatt GmbH – Alle Rechte vorbehalten. Nutzungsrechte erwerben?
    Zur Startseite
    -0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%