Gehaltserhöhung Motivation ist nicht käuflich

Eine neue Umfrage beweist es mal wieder: Gehaltserhöhungen sind völlig ungeeignet, um die Mitarbeiter zu motivieren – selbst ein hoher Bonus kann sich negativ auswirken.

Motivationsfalle Gehaltserhöhung: Eine aktuelle Umfrage beweist, dass ein höheres Gehalt die wenigsten Mitarbeiter motiviert Quelle: Fotolia

Hand aufs Herz: Würden Sie sich durch eine Gehaltserhöhung anspornen lassen? Instinktiv nicken Sie jetzt vielleicht eifrig – wer hätte nicht gerne mehr Geld? Doch langfristig sind solche Gehaltserhöhungen kein guter Motivator. Das wissen nicht nur Arbeits- und Organisationspsychologen aus Dutzenden von Studien und Experimenten – auch die Arbeitnehmer selbst halten Geld für keinen guten Antreiber.

Das ist das Ergebnis einer gemeinsamen Studie der Online-Stellenbörse Stepstone und der Unternehmensberatung Hay Group. Etwa 18.500 Fach- und Führungskräfte beantworteten dafür im Januar Fragen zu ihrem Einkommen – und wie es sich auf ihre Motivation auswirkt.

Haben Sie Leidenschaft für Ihren Beruf?
1. Sie gehen morgens gerne zur Arbeit – und zwar sogar so gerne, dass Ihre Freunde Sie darum beneiden. Quelle: dpa
2. Sie sehen in Ihrer Arbeit einen Sinn. Deshalb ist Ihr Gehalt für Sie zweitrangig. Quelle: AP
3. Sie könnten sich derzeit keinen besseren Job vorstellen, weil Sie in Ihrer Arbeit einen Sinn sehen. Sie können dort Ihre Stärken einbringen und an Ihren Schwächen feilen. Quelle: dapd
4. Häufig entdecken Sie im Berufsalltag etwas Neues oder lernen dazu. Manchmal machen Sie dabei sogar unvergessliche Erlebnisse. Quelle: dpa
5. Sie finden Ihren Beruf abwechslungsreich, langweilig wird Ihnen nie. Und gelegentliche Ruhepausen nutzen Sie zur Inspiration. Quelle: dpa
6. Überstunden machen Ihnen nichts aus. Trotzdem sind Sie nicht völlig von Ihrem Beruf in Beschlag genommen und haben noch genug Zeit für Ihr Privatleben. Quelle: obs lastminute.de
7. Am Feierabend fällt es Ihnen nicht schwer abzuschalten. Und Ihre Laune hängt nicht davon ab, ob Sie arbeiten dürfen. Quelle: dpa
8. Sie setzen sich stets hohe Ziele – und hören erst auf, wenn Sie sie erreicht haben. Daher versuchen Sie immer, Ihre Arbeit so gut wie möglich zu machen – weil es Ihnen wichtig ist, sich weiterzuentwickeln. Und das können Sie in Ihrem derzeitigen Job besonders gut. Quelle: dapd
9. Selbst wenn ein Projekt mehrere Monate dauert, bleiben Sie fokussiert. Denn sie sind sehr ehrgeizig und arbeiten gewissenhaft. Widerstände stacheln Sie erst recht an, und gelegentliche Rückschläge machen Ihnen nichts aus. Quelle: Reuters
10. Sie haben Ihren Traumjob gefunden – und Ihr Hobby somit zum Beruf gemacht. Quelle: AP

Druck statt Motivation

Zwar ist 56 Prozent der Befragten ein angemessener Verdienst wichtig. Für die Motivation spielen finanzielle Aspekte allerdings eine untergeordnete Rolle. Bei Fach- und Führungskräften sei das Fixgehalt „eher ein Hygienefaktor als ein nachhaltiger Motivator“, sagt Sebastian Dettmers, Geschäftsführer von StepStone. „Unternehmen können Mitarbeiter durch eine gute Bezahlung zwar gewinnen, doch sie lassen sich durch Gehaltssteigerungen und Boni nicht dauerhaft zufriedenstellen und binden.“

Solche variablen Gehaltsbestandteile sollen Berufserfahrene oft dazu bringen, ihrem Arbeitgeber treu zu bleiben – und sie gleichzeitig zu mehr Leistung motivieren. Doch die aktuelle Umfrage beweist: Die sprichwörtliche Möhre vor der Nase birgt durchaus Gefahren. Einerseits haben sie für jede vierte befragte Fachkraft keinerlei motivierenden Effekt. Mehr noch: 56 Prozent gaben an, sich ab einem variablen Gehaltsbestandteil von 30 Prozent eher unter Druck gesetzt als zusätzlich motiviert zu fühlen.

In Arbeit
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Wenig überraschend: Die mit Abstand wichtigsten Faktoren für die Arbeitsmoral sind immer noch ein kollegiales Arbeitsumfeld und ein Job, der Spaß macht. Ein schlechtes Arbeitsklima würde 86 Prozent der Befragten am ehesten zu einer Kündigung bewegen. Motivation ist eben nicht käuflich.

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